- Anekdoten (4)
- Beteiligung (22)
- Existenzgründung (8)
- Fallstudien (8)
- Marketing (28)
- Organisation (2)
- Spam & Konsorten (21)
- Strategie (4)
- Unternehmensnachfolge (5)
- Videotipps (5)
- 23.1.2012: Von den merkwürdigen Vorstellungen mancher Unternehmer zur Nachfolgeregelung
- 16.11.2011: Heiße Luft im Social Web
- 29.10.2011: Wir fahren mit der Eisenbahn - oder auch nicht
- 13.8.2011: Über die Irrungen und Wirrungen von Gründern auf der Suche nach Beteiligungskapital
- 2.7.2011: Basel III und die Folgen für mittelständische Unternehmen
- 23.6.2011: Fallstudie - Marketing für Nicole Simon Cosmetics
- 6.5.2011: Wie der Mittelstand beim Marketing im Internet viel Geld verbrennt
- 4.5.2011: Return on Investment - einfach erklärt
- 14.4.2011: Program Trading (7) - ... und noch einmal!
- 10.4.2011: Gewerbeauskunft-Zentrale Reloaded
- Januar 2012
- November 2011
- Oktober 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- November 2009
- September 2009
- August 2009
- Mai 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
Von den merkwürdigen Vorstellungen mancher Unternehmer zur Nachfolgeregelung
23.1.2012 von Jörg Haupt.
Ein Unternehmer, der sein Lebenswerk verkaufen möchte, der will auch einen möglichst attraktiven Preis erzielen. Das sollte man zumindest meinen. Doch weit gefehlt: Viele Unternehmer machen sich über ihre Nachfolge entweder gar keine Gedanken oder beginnen viel zu spät mit der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Und manche haben gar völlig merkwürdige Vorstellungen davon, wie denn ein Nachfolger gefunden werden kann.
Ja, bei manchen Unternehmern hat man gar den Verdacht sie glauben, dass ein Nachfolger wie Manna vom Himmel fällt. Warum? Ganz einfach. Dazu sei erst einmal unser Vorgehen im Rahmen eines Nachfolgeprojektes erläutert:
Zunächst wird für das zum Verkauf stehende Unternehmen ein Weißbuch erstellt. Dieses Weißbuch entspricht in seinem Aufbau einem klassischen Businessplan. Hier wird auch ersichtlich, wo die Schnittstelle zwischen der Nachfolgeregelung und unseren Beratungsschwerpunkten Strategie, Marketing und Organisation liegt: Denn die Erstellung des Weißbuchs berücksichtig alle jene Erfolgsfaktoren.
Auch eine Markt- und Wettbewerbsanalyse gehört selbstverständlich dazu. Und natürlich stellen wir auch den “Zahlenteil” des Unternehmens abgeleitet aus den Ist-Daten dar und erstellen auch eine Muster-Planungsrechnung. Denn ein potentieller Erwerber will ja schließlich wissen, auf was er sich einlässt.
Dabei arbeiten wir mit Grafiken und Fotos und stellen das Unternehmen mit allen Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken anschaulich in einem umfangreichen Exposé vor. Die folgende Abbildung zeigt beispielhaft einen Ausschnitt kürzlich erstellter Weißbücher und Businesspläne.

Nun werden Sie, liebe Leser, vielleicht sagen: Klar, das sollte einem an seiner Nachfolge interessierten Unternehmer doch bekannt sein. Doch weit gefehlt. Manche meinen nämlich, dass das alles viel zu viel Aufwand wäre. Auch scheuen manche Unternehmer offenbar die mit einem derartigen Beratungsprojekt verbundenen Kosten. Viele sind der Meinung, wir könnten uns ja bei ihnen wieder melden, wenn wir zufällig einen geeigneten Käufer finden würden: “Melden Sie sich doch einfach, wenn Sie mal jemanden haben!”
Hier beißt sich die Katze natürlich in den Schwanz. Denn wie kommen wir dazu, “jemanden zu haben”? Ganz einfach: Indem wir ein Weißbuch und eine Kurzbeschreibung erstellen. Diese stellen wir dann zum einen in diverse Unternehmensbörsen sowie unseren eigenen Unternehmensmarktplatz ein. Darüber hinaus verfügen wir über ein gutes Netzwerk, über das wir Angebote und Gesuche für Unternehmenstransaktionen adressieren. Nur zufällig “jemanden haben” hat man dabei natürlich nicht.
Stellen wir uns doch einfach einmal eine Situation ohne ein Weißbuch und entsprechend aufbereitete Unterlagen vor. Stellen wir uns weiter vor, dass wir tatsächlich “jemanden haben”. Dann würde dieser potentielle Nachfolger doch sicherlich einige Fragen an uns haben:
“Welchen Umsatz macht das Unternehmen?” - Unsere Antwort müsste lauten: “Keine Ahnung, ich werde mal nachfragen.” - “Welchen Gewinn macht das Unternehmen?” - “Keine Ahnung, ich werde mal nachfragen.” - “Wie viele Mitarbeiter gibt es?” - “Keine Ahnung, ich werde mal nachfragen.” - “Bestehen Pensionsverpflichtungen?” - “Keine Ahnung, ich werde mal nachfragen.” - “Welche Ausstattung hat der Maschinenpark?” - “Keine Ahnung, ich werde mal nachfragen.” - “Wer sind die wichtigsten Wettbewerber?” - “Keine Ahnung, ich werde mal nachfragen.”
Ja, und das könnte man so beliebig fortsetzen. Ein Kaufinteressent würde ob der vielen “Keine Ahnung, ich werde mal nachfragen” sicherlich rasch abspringen. Und vielleicht würde er uns auch empfehlen, vor der Veröffentlichung eines Angebots zu einer Unternehmenstransaktion erst einmal unsere Hausaufgaben zu machen - oder am besten gleich nochmal die Uni zu besuchen.
Und dennoch gibt es tatsächlich Unternehmer die glauben, dass man eine Unternehmenstransaktion gleichsam “nebenbei” erledigen könnte. In einem Gespräch mit einem Unternehmer beantwortete dieser die beispielhafte Frage nach dem Maschinenpark wie folgt: “Das steht alles auf der Webseite!” Ne, ist klar. So findet man garantiert einen Nachfolger.
Doch auch umgekehrt trifft man immer wieder auf merkwürdige Zeitgenossen. So wie neulich: Da meldete sich ein angeblicher Kaufinteressent für eines unserer derzeit betreuten Verkaufsmandate. Dieser angebliche Kaufinteressent hielt es bislang nicht für nötig, auf der von uns vorbereiteten Verschwiegenheitserklärung seinen Vornamen oder auch seine Adresse einzutragen.
Dafür hatte er jedoch einen umfangreichen Fragenkatalog vorbereitet. Höhepunkt war die Frage, ob das Ziel der Übergabe ein möglichst hoher Erlös oder die Betriebserhaltung sei. Einige der Fragen ließen auch die fachliche Eignung des “Kaufinteressenten” fraglich erscheinen.
Dann hatte er noch viele Fragen zu den Umsätzen und Erträgen, den Kosten des Unternehmens oder auch zum Anlagevermögen. Klar, diese Fragen sind berechtigt. Eigentlich sollten diese Angaben aber doch aus den Jahresabschlüssen des Unternehmens hervorgehen. Eine Übergabe der Jahresabschlüsse bei einem persönlichen Termin lehnte er aber kontinuierlich ab. Dafür monierte er, dass seine Fragen nicht beantwortet würden. Auch sehr merkwürdig, oder?
Ja, und so können wir noch stundenlang Anekdoten rund um Nachfolgeregelungen erzählen. Wir lernten schon jemanden kennen, der ein Unternehmen kaufen wollte und bei dem sich während der Due Diligence herausstellte, dass er beim Finanzamt Freiburg “nur” eine halbe Million € Steuerschulden hatte - zuzüglich einer Viertelmillion € aus privatrechtlichen Verbindlichkeiten.
Ein anderer Spaßvogel stellte sich vor, dass unser Mandant an seinem Unternehmen in Höhe des eingebrachten Eigenkapitals beteiligt bleiben sollte. Er würde dann nur noch die Kreditlinien übernehmen. Auch das ist natürlich eine höchst ulkige Variante einer Unternehmensnachfolge.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
Geschrieben in Unternehmensnachfolge | Drucken | Keine Kommentare »
Heiße Luft im Social Web
16.11.2011 von Jörg Haupt.
In den Jahren, in denen es die Jörg Haupt Management Consulting gibt, habe ich manch merkwürdigen Termin erlebt. Vor allem, wenn es um das Thema Beteiligungskapital geht, entpuppten sich zunächst ganz interessant scheinende Geschäftsideen bei genauerer Analyse oftmals als Luftnummern. Doch das, was man uns kürzlich vorstellte, stellt alle bislang dagewesenen Merkwürdigkeiten glatt in den Schatten. Der folgende Bericht zeigt, wie man eine gute Geschäftsidee für den Beteiligungskapitalmarkt vollständig ruinieren kann.
Über einen Kollegen aus meinem Netzwerk erhielt ich Kenntnis über ein Projekt, das man den Themenkomplexen Social Media und Entertainment zuordnen kann. Der Kollege hatte das Projekt wiederum von einem Bekannten vorgestellt bekommen.
Wir erhielten eine Summary mit einer Projektbeschreibung, die das Projekt in einem sehr interessanten Licht erscheinen ließ. Würde das Projekt umgesetzt, so träfe man den Zeitgeist und würde sich zudem eine sehr interessante Wertschöpfungskette erschließen können. Auch die Summary machte einen ordentlichen Eindruck. Wir vereinbarten also einen Termin mit dem Management-Team.
Der Zufall wollte es, dass kurz vor dem Termin der Venture Capital Stammtisch in Düsseldorf stattfand. Also habe ich einfach einmal bei einem mir gut bekannten Beteiligungsmanager angefragt, wie seine Venture Capital Gesellschaft grundsätzlich das Geschäftsmodell des Projektes einschätzen würde. Das Feedback war, dass ich das Projekt auf jeden Fall vorstellen sollte, wenn ich den Auftrag bekäme.
Im Vorfeld des Termins mit den Projekt-Initiatoren gab es allerdings bereits eine erste Irritation. Wir, also der Kollege Leike und ich, sollten nämlich eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben. Nun ist das natürlich grundsätzlich kein Problem. Die Vertraulichkeitserklärung der Projekt-Initiatoren enthielt jedoch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung. Schlappe 5 Mio. € pro Fall sollte man zahlen, wenn man denn gegen die Verschwiegenheitserklärung verstoßen würde.
Nun ist es allerdings so, dass die Vermittlung von Beteiligungskapital nur dann funktioniert, wenn man in seinem Netzwerk auch mal mit dem ein oder anderen Kollegen oder auch Beteiligungsmanager sprechen darf. Außerdem bekommen sowohl wir Berater als auch die Venture Capital Gesellschaften derart viele Businesspläne und Geschäftsmodelle auf den Tisch, dass eine mit einer Vertragsstrafe von 5 Mio. € bewehrte Verschwiegenheitserklärung quasi einem Berufsverbot gleichkommt.
Aber gut, es kam dann ohne Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung zu einem Termin in Düsseldorf. Wir besprachen uns ungefähr eine Stunde mit den Gründern und gingen dann auseinander mit der Vereinbarung, ein Angebot bezüglich der Akquise von Beteiligungskapital vorzulegen. Ich persönlich habe den Termin auch als durchaus angenehm empfunden. Einige Tage später gab ich dann ein Angebot ab.
Doch was war das? Über meinen Kollegen Leike erfuhr ich, dass sich die Projekt-Initiatoren bei Herrn Leikes Bekannten über uns beschwert hätten. In einer mir vorliegenden E-Mail wurde Herrn Leike und mir vorgeworfen, dass wir nicht seriös seien.
Nun ist es natürlich eine Sache, mit vorgeschlagenen Konditionen nicht einverstanden zu sein. Eine ganz andere Sache ist es, sich gegenüber Dritten in geradezu ehrverletzender Weise über jemanden zu äußern. So war in der E-Mail zu lesen, ich wäre bei dem Treffen bezüglich des Geschäftsmodells “fast euphorisch” gewesen. Weiter hieß es, man würde annehmen, dass ich den Projekt-Initiatoren meine “Überzeugung” nur vorgespielt hätte, um an ein monatliches Salär zu kommen.
Na ja, interessant. Offenbar können sich unsere lieben Projekt-Initiatoren also nicht benehmen. Weiter hieß es dann, dass die Referenzen auf unserer Webseite einen Außenstehenden nicht überzeugen würden, da ja keine Firmennamen oder Empfehlungsschreiben angegeben würden. Hier wird es nun erstmals richtig interessant. Denn selbstverständlich sind auf meiner Webseite Referenzen auch namentlich angegeben. Weiter hatte ich angeboten, dass man sich mit der Realpulse GmbH kurzschließen könne, da sich dieses Unternehmen in einem vergleichbaren Marktumfeld bewegen würde. Konkret hatten wir ca. 10 Minuten über das Projekt Realpulse gesprochen.
Wenn nun aber einer der beiden bei dem Termin anwesenden Projekt-Initiatoren einem Elefanten im Porzellanladen gleich behauptet, wir würden nicht einmal Referenzen nennen, so fragt man sich doch, warum er das macht. Eigentlich gibt es nur zwei Erklärungen:
- Er kann weder zuhören noch sinnverstehend lesen. Dann ist er offensichtlich intellektuell nicht in der Lage, ein solches Projekt in die Wege zu leiten.
- Er hat bewusst gelogen. Dann ist er unseriös und dann kommt eine Akquise von Beteiligungskapital durch die Jörg Haupt Management Consulting natürlich ebenfalls nicht in Frage.
Ergo hakte ich das Projekt in Kenntnis der E-Mail ab.
Doch dann passierte etwas Unerwartetes. Der mir gut bekannte Beteiligungsmanager rief mich an und fragte mich, was denn aus dem Projekt geworden wäre, das ich ihm auf dem Venture Capital Stammtisch vorgestellt hätte. Diplomatisch sagte ich, dass wir keinen Auftrag hätten.
Mittlerweile war seit dem Venture Capital Stammtisch ein Monat vergangen. Da der Venture Capital Stammtisch monatlich stattfindet, unterhielt ich mich also bei entsprechender Gelegenheit erneut mit dem mir bekannten Beteiligungsmanager über das Projekt. Ich legte dar, dass sich die beiden Projekt-Initiatoren wie die offene Hose benommen hätten und wir deshalb von einer weiteren Bearbeitung des Projektes absehen wollten. Gleichzeitig waren wir uns mit dem Beteiligungsmanager aber einig, dass die Geschäftsidee hochinteressant wäre. Also kamen wir zwischen Tür und Angel überein, dass wir den Gründern einmal richtig auf den Zahn fühlen wollten. Der Kollege Leike und ich erklärten uns bereit, auf eigenes Risiko einen weiteren Termin wahrzunehmen. Ziel sollte es sein herauszufinden, ob tatsächlich eine ernst gemeinte Geschäftsidee hinter dem Management-Team steht.
Wir gingen so vor, dass nun der Kollege Leike nicht den - nennen wir ihn mal den Elefanten im Porzellanladen - kontaktieren sollte. Vielmehr rief Herr Leike den zweiten der beiden Gründer an, einen Steuerberater aus Bremerhaven. Von diesem erfuhren wir dann, dass das Management-Team noch weitere Mitglieder hat. Das geplante Internet-Portal könne man sich samt der restlichen Technik in der Nähe von Frankfurt ansehen.
Also fuhren wir am 14.11.2011 nach Bad Nauheim, um das gesamte Management-Team und auch die gesamte Technik kennenzulernen. Und dieser Termin war dann ganz großes Kino und richtig gute Comedy.
Als wir in Bad Nauheim eintrafen, war zunächst nur eine Person anwesend. Nach und nach trudelte das restliche Team ein. Das Ambiente war nett - man residierte in einer ansehnlichen Villa, wo die uns empfangende Person einen Büroraum mit einem eigenen Unternehmen belegte. Uns wurde gesagt, dass alle Mitglieder des Management-Teams eigene Unternehmen besäßen.
Insgesamt waren dann fünf Personen anwesend, von denen nur eine Person höflich genug war, uns auch eine Visitenkarte vorzulegen. Gut, zugegeben: Die Visitenkarten der beiden Gründer, die ich beim ersten Termin kennengelernt hatte, hatte ich zwischenzeitlich bereits weggeschmissen.
Als letzter der fünf Gründer kam ein Herr in den Raum, der sich als Amerikaner ausgab und der seiner Rolle entsprechend viele Anglizismen benutzte. Der Bekannte des Kollegen Leike, der uns das Projekt seinerzeit vorgestellt hatte behauptete kürzlich, der Amerikaner würde sechs Sprachen sprechen. Nun ja, den vielen Anglizismen nach zu urteilen spricht er die Sprachen alle gleichzeitig. Aber kein Thema, das kann ich auch. Auch ich spreche fließend Esperanto. Es kommt nur auf die richtige Mischung von Füchschen Alt und Killepitsch an.
Der Amerikaner ist übrigens so wichtig, dass er auf seiner Webseite nicht einmal Kontaktdaten hat. Dafür ist er auf einem Foto als sein eigenes Nackt-Model zu sehen. Außerdem braucht er vermutlich keine Adresse, da er ja laut eigener Aussage zwischen Zürich, Frankfurt, Lugano und New York ständig hin und her pendelt.
Nun scheint unser Amerikaner zwar keinen festen Wohnsitz, dafür aber einen tollen Anzug zu besitzen - den man übrigens ebenfalls auf einem der Mode-Fotos der ominösen Webseite bewundern kann. In seiner mit Anglizismen versetzten Selbstbeweihräucherung strotzte er nur so mit großen Namen. Elton John und Chris de Burgh, die er natürlich alle persönlich kennt, waren ebenso wie Rothschild total von dem Projekt begeistert. Auch Warner-Chappell wurde das Projekt natürlich bereits auf höchster Ebene vorgestellt und natürlich war man dort Feuer und Flamme und wartete nur darauf, dass unsere fleißigen Gründer doch bitte endlich loslegen würden.
Auch unser Amerikaner war nach eigener Darstellung trotz des offenbar fehlenden festen Wohnsitzes unermesslich reich, was natürlich sofort erklärt, weshalb unsere Initiatoren noch Beteiligungskapital suchen. Und die im Zusammenhang mit dem Projekt zu gründende Gesellschaft wird natürlich offshore gegründet, da Deutschland ja eh viel zu kleinkariert ist. Unter anderem wurde “BVI” (von unserem Amerikaner natürlich “BiehWiehEi” ausgesprochen) - die British Virgin Islands - als ersehnter Standort des zukünftigen Welt-Unternehmens auserkoren.
Ne, ist klar: Eine deutsche Venture Capital Gesellschaft wird sicherlich in ein Unternehmen investieren, das seinen Sitz an einem windigen und für seine Briefkastenfirmen bekannten Betrügerparadies hat. Keine Frage, diese Gründer haben doch irgendwas geraucht.
Zwischenzeitlich war dann ein weiteres Mitglied des Management-Teams dazu gekommen. Oder auch nicht, denn so genau weiß man das bei diesem “Projekt” nicht. Vorgestellt hat er sich nicht und eine Visitenkarte hatte er auch nicht. Dafür klaute er die Print-Version der Summary aus meinen Unterlagen. Gott sei Dank: Meine Brieftasche war nach dem Termin zum Glück noch da. Selbstverständlich ist das nicht, denn der wohnsitzlose Amerikaner klaute derweil die Printversion des Businessplans aus den Unterlagen des Kollegen Leike.
Auch wurde sich nicht so genau geäußert, ob dieser neu erschienene werte Herr nun Anteile an dem Unternehmen hat oder nicht. Andererseits enthielt die weiter oben zitierte E-Mail die Aussage, dass man am “vergangenen Wochenende” einen Investor gefunden hätte, so dass das Projekt bis Februar 2012 fertig programmiert werden könne. Dazu passt natürlich die im Termin in Bad Nauheim getroffene Aussage nicht, dass man einen Investor suchen würde, um das Projekt fertig zu programmieren. Auch fragt man sich, weshalb man denn einen Investor sucht, wenn der Amerikaner ohne festen Wohnsitz denn so reich sein möchte. Fraglich ist ebenso, weshalb Elton John oder Rothschild denn nicht die paar Euro aufbringen, wenn das Projekt doch so überzeugend ist.
Im Übrigen hatte der Steuerberater aus Bremerhaven gegenüber dem Kollegen Leike bereits erwähnt, dass eben kein Investor gefunden worden wäre. Hier stellt sich doch die Frage, ob der Steuerberater eigentlich seine Lizenz nicht mehr braucht, dass er sich mit solch einem windigen Mist abgibt. Na ja, vielleicht hat er ja Spielschulden? Wer weiß das schon? Oder er ist völlig inkompetent, denn er hat sehr fleißig mitgeschrieben als der Kollege Leike erklärte, was alles in eine Planungsrechnung gehört.
Die versprochene Technik haben wir übrigens ebenfalls nicht gesehen. Dafür hat man uns die uns eh schon bekannte Webseite gezeigt und erklärt, wie man auf ihr navigiert. Gut zu wissen, denn ich habe ja zum ersten Mal eine Webseite gesehen. Und solch einen YouTube-Klon kann ja auch jeder drittklassige Webdesigner aus einem beliebigen Open-Source-Content-Management-System zusammenkloppen.
Auch die Technik konnte demnach nicht überzeugen. Denn ein Video, das auf einer Webseite abgespielt wird, beeindruckt mich ebenso nachhaltig wie die Anglizismen unseres wohnsitzlosen Amerikaners.
Derweil pöbelte der Elefant im Porzellanladen rum, als ich erklärte, wie ein Beteiligungsprozess grundsätzlich funktioniert. Lauthals explodierend nörgelte er, dass es ja unmöglich sei, dass alles immer nach dem Willen der Investoren ginge. Gut, damit offenbarte er endgültig, dass er nicht zuhören kann oder will. Aber um Sachlichkeit ging es bei dem Klamauk, den man uns hier vorführte ja schließlich auch nicht.
Interessant war auch ein weiteres Detail: Man erklärte uns, dass man Berater wie uns gleich dutzendweise hätte. Man könne quasi mit Beteiligungskapital nur so zugeschüttet werden. Deshalb wolle man uns auch nicht monatlich vergüten. Vielmehr bot man uns eine Provision an, die man auch bei ca. 10% des eingeworbenen Kapitals ansiedeln könne. Unseren Einwand, dass in den meisten uns bekannten Beteiligungsverträgen vermerkt ist, dass das eingeworbene Kapital nicht zur Begleichung alter Berater-Rechnungen bzw. der sogenannten Finder’s Fee verwendet werden soll, hat der wohnsitzlose Amerikaner glatt überhört.
Statt dessen pöbelte er rum, dass er garantiere, dass aus dem eingeworbenen Kapital zuerst unsere Rechnung bezahlt werden solle. Gut, damit garantiert er uns, dass er den Investor bescheissen wird. Ergo garantiere ich, dass der wohnsitzlose Amerikaner und auch das restliche Management-Team nicht seriös ist.
Die Diskussion um mögliche und unmögliche Honorare nutzte ich dann, um das Gespräch zu beenden. Ich klappte meine Unterlagen zu und stand einfach auf. Der Elefant im Porzellanladen blökte mich daraufhin an, dass dies nun mein zweiter Fehler sei. Auch gut, obwohl ich bislang nicht rausgefunden habe, was mein erster Fehler gewesen sein könnte.
Der wohnsitzlose Amerikaner folgte dem Kollegen Leike und mir dann noch in den Flur, wo er uns dann doch noch seine Visitenkarten aushändigte und uns bat, dass wir uns doch noch überlegen sollten, für sein Projekt Kapital zu akquirieren. Dafür erhöhte er sein Provisionsangebot auf atemberaubende 12% des eingeworbenen Kapitals. Wir erläuterten, dass das Projekt nicht interessant für uns sei. Daraufhin forderte er seine Visitenkarten wieder zurück. Übrigens: Auch auf den Visitenkarten war keine Adresse vermerkt. Der Amerikaner scheint demnach tatsächlich keinen Wohnsitz zu haben.
So, und was lernen wir daraus? Ganz einfach: Ein seriöses Projekt hätte sich niemals derartig dargestellt. Wir vermuten, dass es eigentlich darum geht, unbedarfte Zeitgenossen mit großen Namen, einer schönen Idee und vielen Anglizismen zu beeindrucken um ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen, das man dann auf den British Virgin Islands vertrinkt. Unserem gut bekannten und zunächst interessierten Beteiligungsmanager teilten wir indes mit, dass wir nach dieser auf unsere Kosten durchgeführten Due Diligence dringend von einer weiteren Bearbeitung des Projektes abraten.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
Geschrieben in Anekdoten, Beteiligung | Drucken | Keine Kommentare »
Wir fahren mit der Eisenbahn - oder auch nicht
29.10.2011 von Jörg Haupt.
Es ist noch gar nicht lange her, da wurden wir von einem unserer Kooperationspartner kontaktiert, ob wir uns nicht einmal ein Projekt anschauen könnten. Es handelte sich um die Gründung eines neuen Eisenbahn-Unternehmens, und da wir doch bereits diverse Projekte in den Bereichen Logistik, Touristik und Bereederung durchgeführt haben dachte unser Kooperationspartner, dass wir dem Unternehmen bei der Suche nach Beteiligungskapital behilflich sein könnten.
Wir sagten, dass wir uns das Projekt ja einmal abschauen könnten. Also machte sich unser Kooperationspartner daran, zunächst einmal den Businessplan des Projektes aufzutreiben.
Nach einigen Tagen lag uns der Businessplan vor. Nun ja, dieser war leider weit davon entfernt, für die Ansprache von Investoren geeignet zu sein. Dennoch machten wir einen Termin mit den Gründern.
Als wir zum vereinbarten Termin eintrafen, waren die Gründer zunächst einmal gar nicht anwesend. Super, das fing ja gut an! Unter Einhaltung des “akademischen Viertels” erschien dann der Junior - das Management-Team sollte aus Vater und Sohn bestehen.
Nein, einen neuen Businessplan wollten sie nicht anfertigen lassen. Zwar erzählte unser Junior-Gründer, die Sparkasse Düsseldorf hätte den Businessplan als den schlechtesten Businessplan bezeichnet, der ihnen je vorgelegt wurde. Doch da ja auch wir verstanden hätten, worum es ginge, müsse dieser nun reichen.
Nun ja, man muss sich dabei einfach einmal vorstellen, dass die Gründer immerhin ca. 3 Mio. € Beteiligungskapital suchten. Dann sollte man doch annehmen, dass der Businessplan inhaltlich strukturiert und auch optisch ansprechend gestaltet sein sollte, oder? Immerhin bekommen mögliche Beteiligungskapitalgeber im Laufe eines Jahres etliche Businesspläne zu Gesicht. Und was würden Sie, liebe Leser, wohl machen, wenn Sie an der Stelle eines Beteiligungsmanagers säßen und einen Businessplan erhielten, der - vorsichtigig ausgedrückt - aussieht wie Kraut und Rüben? Richtig! Sie würden ihn direkt in die Ablage “P” sortieren.
Unsere Gründer indes waren da wesentlich zuversichtlicher. Denn aufgrund eines Presseartikels hätten sich ja bereits etliche Investoren aus Russland bei ihnen gemneldet, die unbedingt einsteigen wollten. Gut dieser Presseartikel, den unser fleißiger Junior-Gründer uns ebenfalls vorlegte berichtete davon, dass das Unternehmen pleite sei und dringend Investorengelder suche. Ja, das sind natürlich nicht nur “beste” Voraussetzungen zur Einwerbung seriösen Beteiligungskapitals. Mit solchen Pressemeldungen macht man meist auch eher unseriöse Zeitgenossen auf sich aufmerksam.
Das störte unseren Junior-Gründer aber irgendwie alles überhaupt nicht. Denn - da mit südeuropäischem Migrationshintergrund - mit unfassbarem Machogehabe machte er auf dicke Hose und fiel vor Lässigkeit fast vom Stuhl. Auch das ist natürlich denkbar geeignet, sich als seriöser Geschäftspartner zu präsentieren.
Lustig war auch ein Detail, das wir im Verlauf unserer weiteren Befragung aufdeckten. Im Businessplan stand nämlich, dass unser fleißiger Junior-Gründer an der TU München BWL studiert hätte. Doch als wir danach fragten sagte er, dass er zwar studiert hätte, seine Abschlussarbeit jedoch nie gemacht hätte. Großkotzig meinte er, dass er dafür keine Zeit mehr gehabt hätte. Außerdem wisse er ja, was er könne, da brauche er den Abschluss ja nicht.
Ne, ist klar! Halten wir also fest: Da möchte jemand 3 Mio. € Beteiligungskapital einwerben, der zu spät zum Termin kommt und dann vor lauter Coolness fast vom Bürostuhl fällt. Er lässt derart den südländischen Macho raushängen, dass man glauben könnte, er hätte neben dem ohnehin schon reichlich vorhandenen Testosteron von einem übereifrigen Endokrinologen noch eine Extradosis obendrauf verpasst bekommen.
Eine Ausbildung oder einen Hochschulabschluss kann er nicht vorweisen. Sein Vater und Senior-Partner hat zum Ausgleich des offensichtlich fehlenden Know-how immerhin schonmal eine Firma in den Sand gesetzt. Dafür ist der Businessplan nichts weiter als inhaltsleeres Geschwätz und machte auch formal den Eindruck, als hätte ihn jemand, der zum ersten Mal einen PC bedient, völlig lieblos heruntergetippt. Und um die Sache perfekt abzurunden präsentiert er dann auch noch Zeitungsartikel, in denen das Unternehmen ob seiner schlechten Leistung komplett verrissen wird und in denen auch noch zu lesen ist, dass das Unternehmen vermutlich insolvent sei.
Aber ansonsten geht’s - Danke!
Aber das war ja nicht das erste Mal, dass wir extrem merkwürdige Gründer kennengelernt haben.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
Geschrieben in Beteiligung | Drucken | Keine Kommentare »
Über die Irrungen und Wirrungen von Gründern auf der Suche nach Beteiligungskapital
13.8.2011 von Jörg Haupt.
Immer wieder erreichen uns Anrufe und E-Mails zu unseren Beiträgen zu den Betrugsszenarien Rip Deals und Program Trading, die uns zeigen, dass offensichtlich nach wie vor viele kapitalsuchende Gründer und Unternehmer mit eher dubiosen Anbietern Bekanntschaft machen. Dies zeigt uns, dass es nach wie vor wichtig ist, in unseren Magazinbeiträgen über diese Szenarien aufzuklären. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass offensichtlich auch sehr viel Unsicherheit bzw. Unwissen in Bezug auf das Angebot von Beteiligungskapital für Gründer und Unternehmen besteht.
Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Eine wichtige Grundregel lautet: Seriöses Beteiligungskapital gibt es niemals an dunklen Ecken! Auch wenn die Private Equity Industrie auf den ersten Blick noch so undurchsichtig erscheint: Es handelt sich durchaus um eine Industrie mit Regeln und seriösen Anbietern. Das Problem: Offenbar wissen viele Unternehmer nicht, wie ein geeigneter Kontakt aufgebaut werden kann. Ebenso scheinen viele nicht zu wissen, wie man seriöse von unseriösen Angeboten unterscheidet.
Bringen wir also ein wenig Licht ins Dunkel. Heute erreichte uns folgende E-Mail, die wir zum Anlass nehmen, das Thema Beteiligungskapital ein weiteres Mal zu vertiefen.
“Guten Tag Herr Haupt,
mein Name ist (Namen nennen wir hier nicht).
Ich bin kapitalsuchender Unternehmer. Ich bin durch einen Link auf Ihre Seite gelangt, nachdem ich mich im Internet schlau machen wollte, ob die derzeitige Firma , die mir ein Darlehen geben will, zu den Rip Dealern gehört. Da ich schon seit vielen, vielen Monaten auf der Suche nach Kapital etc. für mein Projekt bin, habe natürlich auch ich schon Bekanntschaft mir solchen Leuten gemacht, wie Sie es auf Ihrer Seite beschreiben. Nach Mailand oder Holland kommen. Bargeld mitbringen, bekomme Bargeld zurück etc. etc.
Von dem habe ich natürlich die Finger gelassen und bin nie irgendwo hin gefahren oder geflogen. Doch jetzt habe ich seit einigen Wochen mit einer Schweizer Firma Kontakt - (hier war ein Link, den wir entfernt haben) wo ich trotz der bereits gemachten Erfahrung mit Rip Dealern die Firma bzw. die Echtheit nicht wirklich einschätzen kann. Dies vor allem, weil es auch eine Firma mit einer ausführlichen Webseite ist, was ich bei den anderen nicht erlebt habe. Wissen vielleicht Sie, Herr Haupt, etwas über diese Firma?”
Nun ja, zunächst einmal müssen wir sämtliche anfragenden Gründer und Unternehmer bezüglich derartiger Fragen enttäuschen: Wir kennen keine Namen irgendwelcher Rip Dealer und können auch meist nicht viel zu irgendwelchen in derartigen E-Mails oder Telefonaten genannten Unternehmen sagen. Auch das in der oben zitierten E-Mail genannte Unternehmen, mit dem der Gründer offensichtlich in Kontakt stand, ist uns nicht bekannt.
Auch der Hintergrund unserer eigenen Bekanntschaft mit den zitierten Betrugsszenarien ist schnell erklärt: Wir haben einmal ein Projekt begleitet, dessen Initiatoren vor unserer Beauftragung auf eigene Faust versuchten, Beteiligungskapital zu finden. So waren sie an einen Kontakt geraten, der offensichtlich den Rip Dealern zuzuordnen ist. Die Mandanten leiteten die diesbezüglichen Informationen an uns weiter, da wir ja ein Magazin betreiben, in dem wir u.a. über derartige Fälle berichten.
Kurz darauf suchten einige Personen den Kontakt mit uns und behaupteten, bezüglich der Suche nach Beteiligungskapital das Ei des Kolumbus entdeckt zu haben. Und da wir ja ein eigenes Magazin besitzen, in dem wir über derartige Fälle schreiben (vgl. oben), haben wir es uns nicht nehmen lassen, dieses schöne Angebot zur Recherche aus erster Hand anzunehmen und ein wenig über das sogenannte Program Trading zu berichten. Als uns die Sache dann zu gefährlich wurde, brachen wir dann doch lieber den Kontakt ab und übergaben unsere Recherchen der Kriminalpolizei.
Wie aber finden nun Gründer und Unternehmer einen Kapitalgeber, der seriös ist und das Unternehmen auf seinem Weg voran bringt?
Nun, eigentlich ist dieser Weg ganz einfach: Zunächst einmal benötigt man für sein Vorhaben einen fundierten Businessplan. Diesen kann man selber schreiben, es empfiehlt sich jedoch, mit einem Unternehmensberater zusammenzuarbeiten, da Beteiligungskapitalgeber eine gewisse Form und auch einen bestimmten Aufbau erwarten. Auch sollte man nicht vergessen, dass ein Businessplan nicht nur aus einer Planungsrechnung besteht, sondern auch das Vorhaben selber fundiert und in einem nachvollziehbaren Fließtext beschreiben sollte.
Mit diesem Businessplan (bzw. zunächst meist mit einer Summary) wendet man sich dann ein einen geeigneten Beteiligungskapitalgeber. Je nach Anlass, Unternehmensgröße oder -stadium unterscheidet man z.B. Business Angels, Venture Capital Gesellschaften, Private Equity Gesellschaften, Family Offices oder strategische Investoren. Diese haben bestimmte Investment-Kriterien, nach denen sie entscheiden, in welche Vorhaben sie investieren.
Manche der genannten Investoren bevorzugen bestimmte Branchen. Andere investieren nur innerhalb einer definierten Region. Wieder andere investieren nur in Gründungsvorhaben, bei denen man noch die Phasen Seed und Start-up unterscheiden kann. Weiter gibt es Investoren, die nur in bereits lange bestehende Unternehmen investieren. Oft finanzieren sie Übernahmen, M&A-Transaktionen wie MBI/MBO usw.
Hat man einen interessierten Investor gefunden, so wird er das Unternehmen bzw. das Vorhaben im Rahmen einer Due Diligengce prüfen. Im Anschluss wird er ein Angebot unterbreiten und seine Vorstellungen in einem Vertragsentwurf vorlegen. Das Closing - also die Vertragsunterzeichnung - wird vor einem Notar stattfinden. Wieder gilt: Mit dunklen Ecken und dubiosen Angeboten oder Treffen in Italien hat das alles garantiert nichts zu tun.
Um sich im Dickicht der oben beschriebenen Angebote zurechtzufinden ist es wiederum ratsam, mit einem in diesem Umfeld erfahrenen Unternehmensberater zusammenzuarbeiten. Dieser wird i.d.R. über direkte und indirekte Kontakte in die Investorenszene verfügen.
Dazu ein Beispiel: Die Jörg Haupt Management Consulting besucht regelmäßig den Düsseldorfer Venture Capital Stammtisch und hat auch bereits nachweislich Unternehmen bei der Suche nach Beteiligungskapital begleitet. So unterstützten wir beispielsweise Anfang 2011 einen Sportgerätehersteller bei der Akquise von Beteiligungskapital und sind somit dafür mitverantwortlich, dass der Schulsport bald richtig cool wird.
Fazit: Es macht Sinn, sich im Rahmen von Unternehmenstransaktionen auf die Begleitung durch Fachleute zu verlassen. Denn diese kennen die komplexen Zuammenhänge, wissen worauf es ankommt und können auch seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden. Darüber hinaus verfügen sie über geeignete Kontakte, mit denen man die richtigen Ansprechpartner findet.
Auch hilft es, nicht einfach blind loszulaufen, sondern sich im Vorfeld erst einmal zu informieren. Das Internet bietet reichhaltige Informationen, die einen guten Einstieg in das Thema bieten. Das Einstellen von Anzeigen in diversen Kleinanzeigenportalen dagegen führt meist dazu, dass sich die weiter oben zitierten Leute melden. Und mit denen will eigentlich niemand wirklich etwas zu tun haben.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
Geschrieben in Beteiligung | Drucken | Keine Kommentare »