- Anekdoten (2)
- Beteiligung (16)
- Existenzgründung (8)
- Fallstudien (5)
- Marketing (16)
- Organisation (2)
- Spam & Konsorten (10)
- Strategie (2)
- Videotipps (4)
- 11.3.2010: Unsere Webseite bringt nichts
- 10.2.2010: Ein Brief aus Mexiko - das nutzlose Ausstellerverzeichnis Expo-Guide
- 20.11.2009: Vorsicht Falle - Das Verzeichnis für eingetragene Warenzeichen
- 27.9.2009: Achtung Spam - Die Deutsche Internet Kartei
- 23.8.2009: Die Nachfolge will geregelt sein
- 21.5.2009: Barack Obama - Präsident 2.0
- 27.2.2009: Warum alles selbst bezahlen?
- 25.1.2009: Marktstimulierungsstrategien - Nischenstrategie am Beispiel des Heart Attack Grill
- 8.12.2008: Ohne Daten im Datenraum
- 2.11.2008: Domain weg - was nun?
jhmc Webseiten
Surftipps
Unsere Webseite bringt nichts
11.3.2010 von Jörg Haupt.
“Herr Haupt, unsere Webseite bringt nichts.” Diesen verzweifelten Hilferuf vieler Unternehmer hören wir oft. Denn für ihre Präsentation im Internet haben viele Unternehmen durchaus einiges Geld ausgegeben. Die Resonanz war jedoch bescheiden. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache, da eine Investition in das Marketing eines Unternehmens sich logischerweise immer auch bei den Umsätzen bemerkbar machen sollte.
Aber was kann man tun? Nun ja, Webseiten machen wir als Unternehmensberater nicht selber. Dafür haben wir unsere Agenturkooperation Syncomplex. Wer sich fit genug fühlt, kann auch selber versuchen, eine Webseite zu gestalten. Doch das Problem ist ja mit der Gestaltung der Webseite alleine nicht erledigt, denn eine Webseite ist in den meisten Fällen bereits vorhanden.
Begeben wir uns auf die Spur der mit ihrer Kommunikation im Internet nicht zufriedenen Unternehmer, kommt man der Lösung etwas näher: “Gibt man XYZ (dies ist ein Platzhalter für ein Unternehmens-spezifisches Stichwort) ein, so werden wir nicht gefunden!”, bekommen wir in Gesprächen oft zu hören. Mit “eingeben” ist dabei i.d.R. die Abfrage des Stichworts in einer Suchmaschine gemeint, meist in der großen bekannten mit dem “G” im Namen.
Das Problem ist also regelmäßig die Auffindbarkeit des Unternehmens im Internet und daraus resultierender geringer Traffic. Oder aber der Traffic wird mit Werbung teuer erkauft. Dabei ist es aber durchaus möglich, auch mit einem verhältnismäßig kleinen Budget das eigene Unternehmen im Internet effizient zu bewerben. So konnten wir z.B. auf unseren eigenen Webseiten vor kurzem einen Besucherrekord verzeichnen.
Nun, dass man mittels eines Twitter-Profils kostenlos ein wenig Eigenwerbung betreiben und den eigenen Internet-Auftritt beflügeln kann, dürfte mittlerweile kein wirklich großes Geheimnis mehr sein. Vielfach ist jedoch zu beobachten, dass die Kommunikationspolitik vieler Unternehmen aus einzelnen Bausteinen besteht, die nicht miteinander verknüpft sind. Auch spiegeln Webseiten häufig nicht Strategie und Positionierung des Unternehmens wider. Ja, manchmal wird nicht einmal auf Firmenfahrzeugen oder der Geschäftsausstattung - also auf Visitenkarten und Briefpapier - auf die Webseite des Unternehmens hingewiesen.
Wenn man aber eine Kampagne geradezu verheimlicht ist es jedoch kein Wunder, dass auch niemand etwas von der Werbung des Unternehmens bemerkt. Und ein wenig Klappern gehört nun einmal zum Handwerk dazu. Interessant dabei: Der Januar 2008 bezeichnet in obiger Grafik die Einführung des eigenen, integrierten Kommunikationskonzeptes. Eine Webseite haben wir selbstverständlich schon vorher besessen.
Auch stellen wir häufig fest, dass vielfach “Verlegenheitstexte” zu finden sind: In solchen Fällen wird mit floskelhaften Formulierungen gearbeitet. Was das Unternehmen so besonders macht, dass man gerade seine Leistungen kaufen soll, wird mit keinem Wort erwähnt. Hier kommt eben wiederum das vielfach abstrakt erscheinende Wort Strategie zum Tragen: Was macht das Unternehmen überhaupt und was macht es in seinem Bereich besonders? Wer sind seine Kunden und wie können diese erreicht werden?
Aus diesen und ähnlichen Fragen ist ein individuelles Konzept abzuleiten, und zwar nicht nur für die Webseite. Vielmehr muss das Unternehmen wie “aus einem Guss” auftreten. Und ja, das kann manchmal tatsächlich kleine Wunder bewirken. Übrigens: Eine Strategieberatung kann in vielen Fällen öffentlich gefördert werden.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
Geschrieben in Marketing | Drucken | Keine Kommentare »
Ein Brief aus Mexiko - das nutzlose Ausstellerverzeichnis Expo-Guide
10.2.2010 von Jörg Haupt.
Heute erhielten wir einen Brief aus Mexiko. In diesem schreibt uns eine obskure Firma namens Expo-Guide:
Aktualisierung Ihrer Daten
Sehr geehrte Damen und Herren!
Die Aktualisierung Ihrer bestehenden Daten im Ausstellerverzeichnis ist notwendig, um allen Anwendern eine problemlose Kontaktaufnahme mit Ihrem Unternehmen zu ermöglichen und zu gewährleisten, dass ausschließlich richtige Daten veröffentlicht werden. Die aktuell gespeicherten Daten entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Auftragsformular. Der Expo-Guide ist unabhängig, objektiv und nicht an Veranstaltungsorganisationen oder Werbegemeinschaften gebunden.
Wir möchten Sie als Verantwortlichen für die Messeteilnahme auffordern, alle notwendigen Änderungen unter http://www-expo-guide.com vorzunehmen. Nach erfolgter Änderung und Freischaltung wird Ihr kostenloser Eintrag angezeigt und im Suchergebnis vorgereiht. Für eine kostenpflichtige, gestaltete Werbeeinschaltung verwenden Sie bitte das beiliegende Auftragsformular. Kostenlose Änderungen können nur online erfolgen.
Wir hoffen, dass Sie Ihren Eintrag genau kontrollieren, die Aktualisierung vornehmen und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
Oscar T. Guerrero
Expo-Guide
“Halt”, werden Sie sagen. Das ist doch genau solch ein Spam wie bei der Deutschen Internet Kartei. Richtig! Und genau wie auch die Deutsche Internet Kartei ist auch das angebliche Ausstellerverzeichnis Expo-Guide ein völlig nutzloses Verzeichnis, das sogar mit einer fast identischen Masche wie die deutsche Internet Kartei versucht, mit nicht ganz lauteren Methoden Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Nun ja, immerhin muss man hier konstatieren, dass die Auftragserteilung nicht ganz so problemlos übersehen werden kann wie in ähnlich gelagerten Fällen. Dennoch spekuliert man wohl genau darauf, denn während die Anbieterkennung verdächtig klein ausfällt, steht dick “Aktueller Eintrag: START ESSEN, Essen” sowie “Bitte an die bearbeitende Stelle für Messeteilnahmen weiterleiten”. Es soll demnach suggeriert werden, dass der Spam des Expo-Guide in irgendeinem Zusammenhang mit der Teilnahme des angeschriebenen Unternehmen an einer Messe stehen würde. In unserem Falle war dies die Start-Messe in Essen, an der wir vor einigen Jahren einmal als Aussteller teilgenommen haben.
Beiliegend findet sich dann noch ein Formular, auf dem die Unternehmensdaten mit der Bitte um Bestätigung oder Korrektur vermerkt sind. Viel kleiner als der Rest ist dann der Absatz, in dem ein Auftrag erteilt wird. Dieser Auftrag beinhaltet eine sinnlose Anzeige in einem nutzlosen Verzeichnis mit einer Laufzeit von drei Jahren. Dafür werden schlappe 1.180 Euro (”oder sein Equivalent in mexikanischen Pesos”) fällig - pro Jahr versteht sich. Wie üblich verlängert sich dieser hochseriöse Auftrag automatisch um jeweils ein weiteres Jahr.
Unsere Meinung: Klar, Im Gegensatz zu manch anderem Adressverlags-Spam kommt dieser noch vergleichsweise harmlos daher, da der Hinweis aif die kostenpflichtige Anzeige mehrfach erscheint. Dennoch spekuliert natürlich auch der Expo-Guide darauf, dass unter Zeitdruck stehende Entscheider ohne genaueres Hinsehen die auf dem Adress-Formular befindlichen Daten “korrigieren” und damit unbeabsichtigt einen Auftrag erteilen. Nicht umsonst ist der Brief deshalb so gehalten, als handele es sich um die mit Messen üblicherweise einhergehende Aufnahme in das Ausstellerverzeichnis derjenigen Messe, an der das Unternehmen auch teilzunehmen gedenkt. Statt dessen erteilt man also einen völlig sinnlosen Auftrag für einen noch sinnloseren Eintrag in ein völlig nutzloses Verzeichnis. Auch gut.
Andererseits scheint sich dieses bedingt seriöse Geschäft aber dennoch zu rentieren. Denn der ach so wichtige Expo-Guide versendet nicht nur seinen Spam mit der Post. Nein, anbei befindet sich auch noch ein Retourkuvert, das unfrei an die Firma Expo-Guide zurückgeschickt werden soll. Es ist tatsächlich kein Porto notwendig! Es scheint also hinrichend viele Zeitgenossen zu geben, die trotz oder eben gerade wegen der leicht zu übersehenden Hinweise auf einen Auftrag eben diesen erteilen.
Nun ja, vielleicht erteilen Sie den Auftrag ja auch in dem Glauben, dass es sich um das offizielle Ausstellerverzeichnis der jeweiligen Messe handelt. Aber angeschmiert: Dem ist natürlich nicht so. Es handelt sich nach wie vor um ein völlig unwichtiges und nutzloses Verzeichnis im Internet.
Na gut, ganz nutzlos ist der Expo-Guide natürlich nicht. Denn er nutzt der Expo Guide S de RL de CV (so die offizielle Firmenbezeichnung laut Briefpapier), Mariano Escobedo # 752 - 9, Col. Nueva Anzures, México D.F. 11590, Mexico dabei, sich nicht ganz konform mit den Vorschriften des deutschen Wettbewerbsrechts ein wenig zu bereichern. Aber deshalb sitzt man ja auch im fernen Mexiko, da dies die Wahrung der Rechte über den Tisch gezogener Betroffener ein klein wenig erschwert. Interessanterweise geht jedoch der Brief mit dem unfreiwilligen Auftrag an ein Postfach in Deutschland: Auf dem Antwortkuvert ist nämlich die Adresse Expo-Guide, Postfach 2235, 36243 Niederaula, Germany vermerkt.
Zur weiteren seriösen Anmutung trägt natürlich auch bei, dass bezüglich des nutzlosen Auftrags an das hochseriöse Unternehmen Expo-Guide ausschließlich mexikanisches Recht angewenset werden soll. So steht es jedenfalls in dem Kleingedruckten hinter dem Wörtchen Auftrag auf dem tollen Formular, auf dem man seine Unternehmensdaten bestätigen bzw. korrigieren kann. Und da wir ja in Deutschland Vertragsfreiheit haben, gilt auch schnell noch folgender Passus: “Ausschließlicher vereinbarter Gerichtsstand und Erfüllungsort ist México D.F. Mexico.
Also: Auch diesen Brief sollten Sie getrost wegwerfen. Erschreckend, dass offensichtlich so viele auf diesen Sermon hereinfallen, dass sich dieser Briefspam betriebswirtschaftlich rechnet.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
Geschrieben in Spam & Konsorten | Drucken | Keine Kommentare »
Vorsicht Falle - Das Verzeichnis für eingetragene Warenzeichen
20.11.2009 von Jörg Haupt.
Gestern erhielten wir wieder einmal ein interessantes Beispiel für per Briefpost versandten Spam. Denn eines unserer Mandantenunternehmen präsentierte uns ein Schreiben der Matic-Verlagsgesellschaft mbH. Dieses war überschrieben mit “Eintragungsofferte MarkenVerzeichnis”. Na, das hört sich ja mal wieder richtig wichtig an, oder?
Der Hintergrund: Unser Mandant bereitet derzeit die Internationalisierung seines Geschäfts vor. In diesem Zusammenhang wird das Unternehmen durch uns hinsichtlich strategischer Aspekte sowie in Bezug auf das operative Marketing beraten. In diesem Zusammenhang ist vor einigen Monaten eine Anmeldung des Namens des Unternehmens als Marke zunächst in Deutschland und auf unsere Empfehlung hin nun auch in Europa erfolgt.
Nun, und ganz offensichtlich können unsere fleißigen Spammer lesen. Denn sie haben doch tatsächlich alle relevanten Daten aus der Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes gefischt:
“Verzeichnis für eingetragene Warenzeichen / Marken
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Zuge der Bearbeitung unseres Verzeichnisses für eingetragene Warenzeichen und Marken, bieten wir Ihnen die Eintragung der Daten/Textvorgaben aus Ihrer Markeneintragung Nr.: XYZ Klasse ABC in unser Verzeichnis für eingetragene Warenzeichen und Marken an. Die Annahme unserer Offerte erfolgt durch Zahlung des u.a. Betrages auf unser Konto oder durch Übersendung eines Verrechnungsschecks.”
Daneben befand sich ein aufgeklebter Zettel mit einer Schwerzweiß-Kopie des Markenzeichens unserer Mandanten, wie man es als Ausdruck kostenfrei in der Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes findet. Weiter hieß es:
“Eintragungsumfang
Die Verzeichnis-Eintragung ergibt sich aus der Veröffentlichung der eingetragenen Marke Nr. XYZ vom 00.00.0000 für die Marke DEF in der Klasse ABC. Sie wird wie nebenstehend berücksichtigt.
Diese Angaben können Sie mit einer Firmen- oder Produktdarstellung (bis 550 Zeichen) hervorheben. Falls sich Änderungen in den Eintragungsdaten/Textvorgaben ergeben, teilen Sie und dies bitte mit, denn das eingetragene Unternehmen ist für die Richtigkeit der Eintragung verantwortlich.
Leistungsumfang
Das Verzeichnis für eingetragene Waren und Marken dient dem ständig stärker werdenden Informationsbedarf als Entscheidungshilfe bei der Marktbeobachtung im Hinblick auf Mitbewerber oder Geschäftspartner. Es enthält nur bestellte Eintragungen von Warenzeichen und Marken die durch das Deutsche Patentamt veröffentlicht wurden und wird in Form einer Datenbank geführt. Jedes eingetragene Unternehmen hat die Möglichkeit Daten aus diesem Verzeichnis für Warenzeichen und Marken abzurufen um sie als Informationsquelle zu verwerten. Der Datenabruf aus unserem Verzeichnis für eingetragene Warenzeichen und Marken ist für Unternehmer und Verbraucher kostenlos.”
Wow, was für ein Bockmist. Zunächst einmal werden Sie, liebe Leser, sich vermutlich fragen, ob wir in obigem Text das ein oder andere Komma vergessen haben. Nein, haben wir nicht. Wir haben den Text originalgetreu abgetippt.
Weiter können wir Sie beruhigen: Unsere Mandanten sind natürlich nicht darauf hereingefallen. Aber sie haben uns diesen Spam übergeben. Selbstverständlich konnten wir nach nur einem Blick auf diesen Schund bestätigen: Die einzige Ablage, in die dieses Schreiben gehört, ist die mit dem “P”.
Auch eine kurze Überprüfung durch Recherche in den einschlägigen Suchmaschinen bestätigte: Die Matic-Verlagsgesellschaft mbH ist einschlägig für solch super-seriöse Offerten bekannt, ebenso wie die folgenden Unternehmen: PV Patentverlag Ltd., SRV Schutzrechtverlag Ltd., VFV Verlag für Veröffentlichungen, DHV Deutscher Handelsregisterverlag, AGR Allgemeine Gewerbekartei e.K., WIG Wirtschaftszentrale für Industrie und Gewerbe AG, WIHH Wirtschaftsinstitut für Industrie, Handel, Handwerk AG und VVB Verlag für Veröffentlichungen und Bekanntmachungen GmbH.
Das Vorgehen erinnert an den Spam der Deutschen Internet Kartei, nur dass es hier eben nicht um Domains, sondern um Marken geht. Ansonsten ist es stets die gleiche Masche: Ein auf offiziell getrimmtes Schreiben bietet Inhabern von Marken, Domains und anderen Schutzrechten völlig sinnlose Dienstleistungen für teures Geld an.
Die einzig relevanten, weil offiziellen Datenbanken haben wir Ihnen im Übrigen unter der Rubrik Marken, Patente & Domains in unserer Übersicht zur Business Websuche zusammengestellt.
Weiter ergibt sich eine wesentliche Schwäche des sagenhaften Verzeichnisses des Matic-Verlags bereits aus dessen Schreiben selber: Denn nach eigener Aussage enthält dieses sinnlose Verzeichnis nur diejenigen Marken, deren Inhaber auf diesen Nepp reingefallen sind und diesen Bockmist tatsächlich bezahlt haben. Dies führt jedoch automatisch dazu, dass dieses Verzeichnis niemals vollständig sein kann. Ergo ist eine Markenrecherche in diesem Verzeichnis gar nicht möglich. Denn aufgrund der fehlenden Vollständigkeit ist das Ergebnis der Datenbankrecherche ähnlich genau wie die Gewissheit, dass innerhalb der nächsten 10 Milliarden Jahre vermutlich die Welt untergeht.
Wobei auch hier zu vermuten ist, dass unsere Ausführungen ebenfalls gar nicht richtig sind, und dies aus einem einfachen Grund: Es ist nämlich fraglich, ob dieser Spitzenverlag überhaupt eine Datenbank führt. Zwar unterbreitet man großzügig das Angebot, dass Recherchen in der Datenbank kostenlos seien. Andererseits teilt uns die Matic-Verlagsgesellschaft mbH nicht mit, wo denn das ominöse Verzeichnis für eingetragene Warenzeichen und Marken zu finden sein soll. Vermutlich existiert es nicht und im Falle einer Anfrage schauen die freundlichen Mitarbeiter dieses hoch seriösen Unternehmens schlicht und ergreifend in der kostenlosen Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes nach. Denn dort sind ja alle in Deutschland registrierten Schutzrechte ohnehin eingetragen.
Gar nicht kostenlos ist jedoch das Angebot für die Eintragung im sinnlosen und vermutlich nicht einmal existierenden Verzeichnis von Matic: Denn dies soll laut dem Schreiben an unsere Mandanten 245,00 € kosten. Zuzüglich der 19% Mehrwertsteuer (46,55 €) macht dies dann stolze 291,55 € für ein vollständig nutzloses Angebot. Gut, nutzlos ist das natürlich nur für den Auftraggeber. Der Matic Verlagsgesellschaft mbH nutzt dies sicherlich. Vor allem finanziell.
Ähnlich wie bei der ebenfalls nutzlosen Deutschen Internet Kartei verlängert sich die großzügige Offerte regelmäßig um weitere 12 Monate, falls nicht innerhalb einer Frist von drei Monaten vor Ablauf des Eintragungszeitraums schriftlich gekündigt wird. Nach zwei Jahren ist dieser Blödsinn damit bereits teurer als eine Markenanmeldung in Deutschland.
Unser Fazit: Wir sind jedesmal begeistert von den vielen interessanten Einfällen, mit denen sich manche Menschen an der Unwissenheit anderer bereichern. Die Tatsache, dass dieser offensichtlichen Bauernfängerei seitens des Gesetzgebers nicht offensiver entgegengetreten wird, verwundert dagegen.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
Geschrieben in Spam & Konsorten | Drucken | Keine Kommentare »
Achtung Spam - Die Deutsche Internet Kartei
27.9.2009 von Jörg Haupt.
Kürzlich war es wieder soweit: Wir bekamen einen Brief von der Deutschen Internet Kartei. “Moment”, werden Sie jetzt vielleicht sagen. “Hatten wir das nicht schon einmal hier im jhmc Magazin?”
Ja, ganz richtig: Das Deutsche Internet Register ist jetzt die Deutsche Internet Kartei. Ansonsten hat sich nichts geändert. Denn es ist immer noch ein belangloser Dienst, der sich mit einem auf offiziell gemachten Schreiben wichtig macht und weniger mit dem Internet bewanderten Unternehmern suggerieren möchte, dass es von irgendeinem Nutzen wäre, dort irgendwie registriert zu sein.
Also, liebe Leser: Sollten Sie diesen Brief ebenfalls erhalten und noch irgendwelche Zweifel haben: Werfen Sie den Brief der Deutschen Internet Kartei einfach weg. Es sei denn, Sie möchten einen nutzlosen Eintrag in dieser sagenhaften Kartei für 958 Euro zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer erhalten.
Aber doch bitte der Reihe nach. Wir haben also einen Brief erhalten. Der Adresskopf beinhaltet folgende Angaben:
Deutsche Internet Kartei
herausgegeben von DAD Deutscher Adressdienst GmbH
für gewerbliche Teilnehmer und öffentliche Einrichtungen
Wow! Das klingt ja schonmal hochoffiziell, oder? Da sind wir aber echt beeindruckt! Dann geht es weiter: Adressiert ist das Ganze an:
Jörg Haupt
Fütingsweg 60
47805 Krefeld
Beeindruckend. Das ist die Postadresse der Jörg Haupt Management Consulting. “Hochoffiziell” geht es weiter:
Bitte lesen Sie diese Dokumente sorgfältig!
Ihre Referenz:
Unsere Referenz: 1/Z237367W
Sachbearbeiter: (Nun ja, wir nennen ja keine Namen - Es ist aber so ähnlich wie “Kleinfrau”
)
Eintragung Ihrer Basisdaten 2009
in die von uns herausgegebene nicht amtliche Deutsche Internet Kartei
Aha! Hier haben wir also bereits die ersten Hinweise erhalten: Wir sollen nämlich die Dokumente sorgfältig lesen. Damit versucht dieser sagenhafte Anbieter, sich im Falle möglicher nachfolgender Rechtsstreitigkeiten mit geprellten “Auftraggebern” zu exkulpieren. Wichtig ist auch der Hinweis, dass es sich um den Eintrag in eine nicht amtliche Kartei handelt. Vielmehr handelt es sich nämlich um ein völlig unbedeutendes Webverzeichnis, das noch nicht einmal einen Google Pagerank besitzt. Genau so gut wie in der Deutschen Internet Kartei könnten Sie sich demnach an der Toilettenwand Ihres Lieblingsrestaurants registrieren. Vermutlich wäre die Resonanz bei letzterer Option sogar größer.
Aber schauen wir doch, was unsere fleißigen Spammer noch so alles schreiben. Beachten Sie dabei insbesondere die folgende, äußerst professionelle und sehr individuelle Anrede.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihre aktuellen Firmendaten möchten wir Sie bitten, auf Richtigkeit und Vollständigkeit hin zu überprüfen und diese unter folgender Internetadresse ggf. zu aktualisieren: www.hierstandeinmaleinvölligsinnlosesangebot.de. Die Internet Kartei kann nur so die aktuellste Information enthalten!
Mit Verlaub: Was hier so offiziell klingt, ist natürlich völliger Blödsinn. Einzig relevant im Zusammenhang mit Ihrer Domain ist natürlich nur die Denic. Und viele wichtige Links zum Thema Domains haben wir Ihnen in unserem Internet Navigator EasyWebCity zusammengetragen. Doch zurück zu unserem hochseriösen und per Briefpost spammenden Anbieter teurer und nutzloser Webverzeichnisse.
Die Eintragung und Aktualisierung Ihrer Basisdaten (Name, PLZ/Ort, Branche) ist kostenlos. Die Registrierung können Sie über unsere Webseite www.hierstandeinmaleinvölligsinnlosesangebot.de unter dem Menüpunkt “Registrierung” selbst vornehmen.
So, haben Sie etwas bemerkt? Im Anschreiben dieses hochseriösen Anbieters steht, die Eintragung und Aktualisierung der Unternehmens-Basisdaten wäre kostenlos. Mit dem Begleitbogen erteilt man dann jedoch einen Auftrag, der Ihr Unternehmen schlappe 958 sinnlos ausgegebene Euros kosten soll. Zuzüglich der Mehrwertsteuer versteht sich. Doch das Beste ist: Sie werden diese Kletten danach nicht mehr los. Denn Sie schließen diesen Vertrag sogar für zwei Jahre. Und danach verlängert er sich um jeweils ein weiteres Jahr, falls Sie nicht fristgerecht drei Monate vor Ablauf schriftlich kündigen. Außerdem behält sich dieser wichtige Verlag das Recht vor, eine Anpassung gemäß Ziffer 4 der allgemeinen Geschäfts- und Zahlungsbedingungen vorzunehmen. Mit anderen Worten: Dieser Spitzen-Service wird auch noch jedes Jahr teurer. Na, das klingt doch nach einem echten Griff ins Klo, oder?
Immerhin: Dann macht man doch noch darauf aufmerksam, dass für zusätzliche Leistungen Geld verlangt werden könnte.
Ihre für die Eintragung vorgesehenen Basisdaten finden Sie auf dem beiliegenden Formular, mit welchem wir Ihnen im unteren Teil zusätzlich einen kostenpflichtigen Auftrag für die hervorgehobene Veröffentlichung Ihrer Eintragung anbieten.
Nun ja, diese hervorgehobene Veröffentlichung bezieht sich auf drei mögliche zusätzliche Suchbegriffe in diesem sagenhaften und sinnlosen Webverzeichnis. Und diese dürfen dann auch nur 25 Zeichen pro Begriff besitzen.
Unsere Empfehlung lautet dagegen, sich das ganze Geld einfach zu sparen. Denn irgendwie finden wir, dass die eine offizielle Registrierungsstelle suggerierende Ansprache dieses tollen Schreibens ein klein wenig unseriös daherkommt. In unseren Augen besteht der ausschließliche Zweck darin, mit dem Internet unerfahrenen Unternehmern mit einem nutzlosen Angebot viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch schauen wir doch schnell noch, wie der Brief endet:
Webseiten mit ausschließlich privaten Inhalten werden in der Deutschen Internet Kartei nicht verzeichnet! Bitte informieren Sie uns durch Rücksendung dieses entsprechend mit einem Kreuz markierten Anschreibens, wenn Sie überhaupt oder auch nur als Betreiber einer privaten Webseite nicht in der Deutschen Internet Kartei verzeichnet sein wollen. Ein Rückumschlag liegt bei.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Eintragung in der Deutschen Internet Kartei!
Mit freundlichen Grüßen
(Nun ja, wir nennen ja keine Namen - Es ist aber so ähnlich wie “Kleinfrau”
)
Unser Fazit: Werfen Sie den Brief einfach weg. Wir haben es ausprobiert: Man hat uns freundlicherweise bereits in die sagenhafte Deutsche Internet Kartei aufgenommen. Ihr Unternehmen hat damit gute Chancen, dort ebenfalls verzeichnet zu sein. Wenn nicht, ist es auch egal. Denn was hier so hochoffiziell klingt, ist leider der Kategorie Spam zuzuordnen. Da gibt es wirklich Wichtigeres als die Deutsche Internet Kartei. Und manches davon ist sogar kostenlos. Und selbstverständlich beantworten wir Ihnen gerne weitere Fragen zum Thema Marketing.
Nachtrag:
In unserem Blog haben wir unter zu diesem Artikel noch einen kurzen zusätzlichen Beitrag verfasst. Daraufhin hat nun ein Rechtsanwalt einen sehr interessanten Kommentar verfasst, in dem er von seinen Erfahrungen mit der Deutschen Internet Kartei berichtet.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
Geschrieben in Spam & Konsorten | Drucken | Keine Kommentare »
Die Nachfolge will geregelt sein
23.8.2009 von Jörg Haupt.
Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages sind unfassbare 40.000 Unternehmen mit 140.000 Arbeitsplätzen gefährdet, weil die Nachfolgefrage nicht geregelt ist. Dies verwundert, denn hier wird das Lebenswerk vieler Unternehmer ebenso leichtfertig aufs Spiel gesetzt wie die Existenz der Mitarbeiter.
Das Thema der Unternehmensnachfolge wird auch nach unserer Erfahrung von vielen Unternehmern leider nur halbherzig oder viel zu spät wahrgenommen bzw. in die Hand genommen. Das ist schade, denn dadurch lassen sich viele Chancen oftmals nicht nutzen.
Zunächst einmal sollte schon zu Lebzeiten daran gedacht werden, dass einem Unternehmer durchaus auch einmal etwas passieren kann. Zwar beschäftigt sich verständlicherweise niemand gerne mit seinem eigenen Ableben, doch sollte im Rahmen eines Testaments festgelegt sein, wie es mit dem Unternehmen im Fall der Fälle weitergeht.
Doch wir wollen natürlich nicht das schlimmste aller Szenarien annehmen. In den meisten Fällen wird das Thema Unternehmensnachfolge aus Altersgründen relevant. Hier ist zunächst grundsätzlich die Frage zu stellen, ob es Nachfolger in der eigenen Familie gibt oder das Unternehmen verkauft werden soll.
Findet sich ein Nachfolger in der eigenen Familie, so ist der Punkt zu bestimmen, an dem der neue Inhaber bzw. Geschäftsführer auch tatsächlich der Chef ist. In vielen Unternehmen ist dies nicht wirklich geklärt. Vielfach traut die ältere Generation der jüngeren nicht zu, das Unternehmen auch wirklich zu führen und der Junior ist nicht der Chef im eigenen Unternehmen.
Hier muss jedenfalls darauf hingearbeitet werden, dass die ältere Generation auch tatsächlich loslassen kann. Denn nur dann hat das Unternehmen eine echte Chance auf nachhaltigen Erfolg in der Zukunft. Nur wenn der Nachfolger auch bei Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern als der Entscheidungsträger identifiziert wird, kann er das Unternehmen auch tatsächlich leiten.
Wichtig dabei ist: Die Übergabe des Unternehmens muss organisatorisch begleitet werden. Auch müssen beide Generationen erkennen: Die Nachfolger werden es immer anders machen als die Vorgänger. Aber deshalb machen sie es noch lange nicht falsch. Und auch die Vorgänger haben sicherlich das meiste richtig gemacht, denn sonst gäbe es kein Unternehmen, das es zu übernehmen gibt.
Im Rahmen eines Organisationsprojektes können die Abläufe des Unternehmens meist unproblematisch an die Übergabesituation angepasst werden. So ist gewährleistet, dass es nicht zu Konflikten zwischen alter und neuer Generation kommt. Weiter wird so gewährleistet, dass während des Übergabezeitraums sowohl die alten als auch die neuen Entscheidungsträger in allen Abläufen auf dem jeweils aktuellen Stand der Dinge bleiben. Schließlich sollen Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten ja nicht das Gefühl bekommen, dass im betreffenden Unternehmen die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut.
Der andere Fall der Unternehmensnachfolge ist der, in dem das Unternehmen verkauft werden soll. Auch dieses Szenario ist rechtzeitig zu planen, denn erfahrungsgemäß dauert es einige Zeit, bis ein Nachfolger gefunden ist. Dabei können die Nachfolger entweder extern, als auch in den Reihen der eigenen Mitarbeiter zu finden sein.
Wichtig ist auch zu bedenken, dass ein Nachfolger den Kauf des Unternehmens finanzieren muss. Hier spielen auch Fragen wie die Akquise von Eigenkapital durch Business Angels oder Private Equity Häuser eine Rolle. Auch wird der potentielle Erwerber in jedem Falle eine Due Diligence durchführen und einen Businessplan schreiben. Überdies stellt sich ebenso wie im Falle des Nachfolgers aus der eigenen Familie auch bei einem Käufer die Frage nach der organsatorischen Abwicklung des Übergabeprozesses.
Was ebenfalls zu selten bedacht wird: Nur ein Unternehmen, das wirklich gut dasteht, kann auch einen optimalen Preis im Falle des Verkaufs erzielen. Hier empfiehlt es sich, das Unternehmen vor Beginn des Verkaufsprozesses einmal einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Vielfach lassen sich so Fehlerquellen beheben, das Marketing optimieren oder verborgene Umsatzquellen erschließen.
Denn ein gutes Unternehmen verkauft sich leichter und wird auch immer einen höheren Vrkaufspreis erzielen. So erhält der veräußernde Unternehmer auch eine angemessene Honorierung für sein Lebenswerk.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
Geschrieben in Strategie, Organisation, Existenzgründung | Drucken | Keine Kommentare »
