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Archiv der Kategorie Existenzgründung

Die Nachfolge will geregelt sein

Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages sind unfassbare 40.000 Unternehmen mit 140.000 Arbeitsplätzen gefährdet, weil die Nachfolgefrage nicht geregelt ist. Dies verwundert, denn hier wird das Lebenswerk vieler Unternehmer ebenso leichtfertig aufs Spiel gesetzt wie die Existenz der Mitarbeiter.

Das Thema der Unternehmensnachfolge wird auch nach unserer Erfahrung von vielen Unternehmern leider nur halbherzig oder viel zu spät wahrgenommen bzw. in die Hand genommen. Das ist schade, denn dadurch lassen sich viele Chancen oftmals nicht nutzen.

Zunächst einmal sollte schon zu Lebzeiten daran gedacht werden, dass einem Unternehmer durchaus auch einmal etwas passieren kann. Zwar beschäftigt sich verständlicherweise niemand gerne mit seinem eigenen Ableben, doch sollte im Rahmen eines Testaments festgelegt sein, wie es mit dem Unternehmen im Fall der Fälle weitergeht.

Doch wir wollen natürlich nicht das schlimmste aller Szenarien annehmen. In den meisten Fällen wird das Thema Unternehmensnachfolge aus Altersgründen relevant. Hier ist zunächst grundsätzlich die Frage zu stellen, ob es Nachfolger in der eigenen Familie gibt oder das Unternehmen verkauft werden soll.

Findet sich ein Nachfolger in der eigenen Familie, so ist der Punkt zu bestimmen, an dem der neue Inhaber bzw. Geschäftsführer auch tatsächlich der Chef ist. In vielen Unternehmen ist dies nicht wirklich geklärt. Vielfach traut die ältere Generation der jüngeren nicht zu, das Unternehmen auch wirklich zu führen und der Junior ist nicht der Chef im eigenen Unternehmen.

Hier muss jedenfalls darauf hingearbeitet werden, dass die ältere Generation auch tatsächlich loslassen kann. Denn nur dann hat das Unternehmen eine echte Chance auf nachhaltigen Erfolg in der Zukunft. Nur wenn der Nachfolger auch bei Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern als der Entscheidungsträger identifiziert wird, kann er das Unternehmen auch tatsächlich leiten.

Wichtig dabei ist: Die Übergabe des Unternehmens muss organisatorisch begleitet werden. Auch müssen beide Generationen erkennen: Die Nachfolger werden es immer anders machen als die Vorgänger. Aber deshalb machen sie es noch lange nicht falsch. Und auch die Vorgänger haben sicherlich das meiste richtig gemacht, denn sonst gäbe es kein Unternehmen, das es zu übernehmen gibt.

Im Rahmen eines Organisationsprojektes können die Abläufe des Unternehmens meist unproblematisch an die Übergabesituation angepasst werden. So ist gewährleistet, dass es nicht zu Konflikten zwischen alter und neuer Generation kommt. Weiter wird so gewährleistet, dass während des Übergabezeitraums sowohl die alten als auch die neuen Entscheidungsträger in allen Abläufen auf dem jeweils aktuellen Stand der Dinge bleiben. Schließlich sollen Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten ja nicht das Gefühl bekommen, dass im betreffenden Unternehmen die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut.

Der andere Fall der Unternehmensnachfolge ist der, in dem das Unternehmen verkauft werden soll. Auch dieses Szenario ist rechtzeitig zu planen, denn erfahrungsgemäß dauert es einige Zeit, bis ein Nachfolger gefunden ist. Dabei können die Nachfolger entweder extern, als auch in den Reihen der eigenen Mitarbeiter zu finden sein.

Wichtig ist auch zu bedenken, dass ein Nachfolger den Kauf des Unternehmens finanzieren muss. Hier spielen auch Fragen wie die Akquise von Eigenkapital durch Business Angels oder Private Equity Häuser eine Rolle. Auch wird der potentielle Erwerber in jedem Falle eine Due Diligence durchführen und einen Businessplan schreiben. Überdies stellt sich ebenso wie im Falle des Nachfolgers aus der eigenen Familie auch bei einem Käufer die Frage nach der organsatorischen Abwicklung des Übergabeprozesses.

Was ebenfalls zu selten bedacht wird: Nur ein Unternehmen, das wirklich gut dasteht, kann auch einen optimalen Preis im Falle des Verkaufs erzielen. Hier empfiehlt es sich, das Unternehmen vor Beginn des Verkaufsprozesses einmal einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Vielfach lassen sich so Fehlerquellen beheben, das Marketing optimieren oder verborgene Umsatzquellen erschließen.

Denn ein gutes Unternehmen verkauft sich leichter und wird auch immer einen höheren Verkaufspreis erzielen. So erhält der veräußernde Unternehmer auch eine angemessene Honorierung für sein Lebenswerk.

Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter

Dieser Artikel wurde auch im Magazin RechtNews veröffentlicht.

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Von Erfindern und Millionenwerten

Vor einiger Zeit wurden wir einem Gründer empfohlen, der diverse Erfindungen gemacht hatte. Nun war er auf der Suche nach einem Business Angel oder einer VC-Gesellschaft, die ihn in seinem weiteren Fortkommen finanzieren sollten. Er wandte sich zu diesem Zweck an ein Business Angels Netzwerk, das ihn mangels tragfähigem Businessplan an uns verwies.

Leider konnten wir dem Gründer nicht wirklich weiterhelfen. Denn bereits nach einem Gespräch und einigen E-Mails stießen wir auf einen Sachverhalt, der für eine Finanzierung ein großes Problem darstellt: Der gute Mann hatte einen Eintrag bei der Schufa. Dies ist natürlich nicht besonders hilfreich, wenn man von einem Investor Geld haben möchte.

Zwar meinte der Gründer, dies wäre ja lediglich ein privater Kredit gewesen, den er auch sofort zurückzahlen würde, sobald er denn genügend Geld hätte. Eine derart naive Sichtweise bringt das Projekt jedoch nicht wirklich nach vorn. Und wir haben im Übrigen bereits einmal ein Projekt begleitet, bei dem eine uns sehr spät offenbarte finanzielle Problemlage eine Finanzierung in letzter Minute zum Scheitern brachte.

Ebenfalls nicht hilfreich: Der gute Mann war einfach mal bei der Deutschen Bank hereinspaziert und hatte höflich nach einem Kredit über 3,8 Millionen € gefragt. Warum auch nicht, er hatte ja keine Sicherheiten, kein Eigenkapital und auch noch einen Schufa-Eintrag. Aber im Ernst: Ein solches Verhalten ist natürlich äußerst kontraproduktiv.

Wir haben dann dennoch versucht, dem guten Mann irgendwie zu helfen. Hier stießen wir jedoch sehr bald an Grenzen, da er uns offenbar nicht so recht glaubte, dass eine Planungsrechnung doch etwas fundierter sein und auch etwas mehr als lediglich Umsatz, EBIT, Anzahl der Mitarbeiter und Investitionsbedarf über einen Zeitraum von 5 Jahren enthalten muss. Diese Kennzahlen jedenfalls hatte er einmal irgendwie ausgewürfelt, ohne dass ihm zu entlocken war, wie er das denn angestellt hätte. Er meinte lediglich, dies “aufzuhübschen” wäre jetzt ja unsere Aufgabe.

Was hier wie eine Anekdote klingt, ist leider wirklich passiert und führte tatsächlich von unserer Seite zur Ablehnung einer Zusammenarbeit, was sehr schade ist, da einige der Erfindungen auf den ersten Blick durchaus Potential hatten. Viele Gründer machen jedoch auch den Fehler, dass sie auf Biegen und Brechen versuchen, nach einiger Entwicklungsarbeit einen Investor zu finden.

Leider muss man jedoch sagen, dass nicht jedes Projekt für einen Investor geeignet ist. Die Gründe sind vielfältig und können von einer sehr frühen Projektphase mit ungewissen Marktchancen bis hin zur Person des Gründers bzw. Teams reichen. In unserem Fall z.B. war es so, dass der Schufa-Eintrag und eine gewisse Beratungsresistenz, gepaart mit einem nur bedingt kaufmännischen Auftreten zusammen kamen.

Problematisch war auch sein Ansatz zur Bewertung seiner Erfindungen: Zwar hielt er mehrere Patente, setzte aber in der Bewertung seines praktisch keine Umsätze machenden Unternehmens Millionenwerte an, die als Basis für das Engagement eines Investors dienen sollten. Alleine für eins seiner Patente nahm er ein Marktvolumen von mehreren hundert Millionen € im Jahr an. Sein Patent “bewertete” er deshalb salopp mit 125 Millionen €. Nun ja, so geht es natürlich nicht.

Ein gangbarer Weg dagegen ist der Verkauf oder das Auslizenzieren von Rechten an Patenten. So berichtet enable, das Magazin für Unternehmer der Financial Times Deutschland in seiner Augustausgabe über diverse Möglichkeiten, sein Patent zu Geld zu machen - und damit das eigene Unternehmen zu finanzieren. Bekannte Beispiele gibt es genug.

So machte z.B. der Erfinder Artur Fischer, bekannt durch die Fischer Dübel oder auch die Fischer-Technik, eine seiner ersten Erfindungen auf eben diesem Wege zu Geld: Er verkaufte seine Erfindung, ein Foto-Blitzlichtgerät mit synchroner Auslösung an ein Unternehmen der Fotoindustrie und legte so den Grundstein zur weiteren Finanzierung der von ihm nur ein Jahr vor der Patentanmeldung gegründeten Fischerwerke.

Ein weiteres Beispiel für die Finanzierung von Unternehmen oder aber auch Forschungseinrichtungen durch Verkauf oder Auslizensierung ist das MP3-Format, ein Dateiformat zur Audiodatenkompression. Es wurde u.a. in Erlangen am Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen entwickelt und bringt der Fraunhofer Gesellschaft jährlich Lizenzeinnahmen durch die Vermarktung ein.

Es gibt demnach durchaus einige Alternativen zur Finanzierung von Projekten. Auch hier gilt jedoch, dass man dem finanzierenden Partner, also dem Käufer oder Lizenznehmer des Patents, eine fundierte Betrachtung der Marktchancen des Projektes bieten muss. Letztlich läuft es wiederum auf einen Businessplan hinaus.

Was lernen wir also aus dem Projekt? Ganz einfach:

  • Es reicht nicht, wenn ein Businessplan nur aus einigen Zeilen besteht. Er sollte zudem ein nachvollziehbares Geschäftsmodell beschreiben.
  • Eine Planungsrechnung muss fundiert und belastbar sein. Sie sollte zudem von realistischen Annahmen ausgehen, die sich auch im Businessplan wiederfinden.
  • Es reicht nicht, diese Daten “aufzuhübschen” - ein Businessplan ist mehr als “bunte Bilder”.
  • Nicht jedes Projekt ist für die Finanzierung durch Business Angels, Venture Capital oder ähnliche Finanzierungsquellen geeignet.
  • Das Vorhandensein eines Schufa-Eintrags ist immer relevant für die Finanzierung des Projektes.
  • Mitunter sind andere Finanzierungsquellen wie z.B. Auslizenzierungen geeigneter für die Zielerreichung.

In diesem Sinne allen Erfindern ein gutes Gelingen und viel Erfolg.

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Marktvolumen 2,01 Billionen US-$ - Produkt noch nicht vorhanden

Neulich erhielten wir über die Business-Plattform XING eine Anfrage:

“Guten Tag Herr Haupt,

wäre unser Projekt interessant für Sie?

MfG
Namen nennen wir ja nicht

Na, das ist doch mal eine sehr spezifische Anfrage, oder? Und das “MfG” ist eine stilistische Unart ohne Gleichen. Offenbar ist man dem anderen ja nicht einmal wert, dass er die freundlichen Grüße ausschreibt.

Wir schrieben also zurück:

“Sehr geehrter Herr Namen nennen wir ja nicht,

das weiß ich nicht. Um welches Projekt geht es denn?

Viele Grüße
Jörg Haupt”

Die verblüffende Antwort:

“Sehr geehrter Herr Haupt,

hatte angenommen, dass Sie meinen Artikel (Anmerkung des Autors: in einem XING-Forum) gelesen haben. Siehe unter “Über mich” auf meinem Profil.

Beste Grüße
Namen nennen wir ja nicht

Na ja, ganz schön merkwürdig solch eine Anfrage, oder? Aber wir sind ja gar nicht so und ließen uns eine Summary des Business-Plans schicken. Wir erhielten ein dreiseitiges Dokument, demzufolge ein Maschinenbauunternehmen Seed Capital, also eine Frühphasenfinanzierung zur Herstellung einer Innovation suchte.

Die erste Sache, die sehr interessant war: Dieses innovative Unternehmen, das laut Summary eine Maschine für einen Nischenmarkt erfunden hatte, gab ein Marktvolumen von 2,01 Billionen US-$ an. Dies veranlasste uns, einmal nachzufragen, ob denn nicht ein Übersetzungsfehler vorliegen würde. Denn bekanntlich ist one billion im Englischen in der deutschen Übersetzung eine Milliarde. Die Antwort kam prompt: Nein, es seien wirklich etwas über zwei Billionen gemeint.

Heute haben wir dann einmal mit dem freundlichen Gründer telefoniert und natürlich haben wir ihn auf sein billionenschweres Marktvolumen angesprochen. Dabei kam heraus, dass er es mit der Marktabgrenzung und dem daraus abgeleiteten Marktvolumen bzw. Marktpotential nicht ganz so genau nahm. Gestatten Sie uns also einen kleinen Exkurs.

In einer fundierten Marktanalyse wäre zunächst einmal der relevante Markt abzugrenzen: Man unterscheidet hier nach sachlicher, räumlicher und zeitlicher Marktabgrenzung. Dies soll an einem Beispiel anschaulich erläutert werden:

So kann man z.B. den Markt für Urlaubsreisen sachlich eingrenzen hinsichtlich diverser Kriterien. Es gibt beispielsweise einen Teilmarkt für Pauschalreisen oder nur für Flüge. Der Markt für Kreuzfahrten beispielsweise lässt sich weiter unterteilen in die Teilmärkte Flusskreuzfahrten, Luxuskreuzfahrten, Expeditionskreuzfahrten, Hochseekreuzfahrten oder Segeltörns. Eine mögliche räumliche Marktabgrenzung des Teilmarktes Expeditionskreuzfahrten wäre dann z.B. das Zielgebiet Antarktis.

Die zeitliche Marktabgrenzung ist dagegen eher ein Spezialfall. Ein gutes Beispiel wäre eine Fußball-Weltmeisterschaft: Die Trikots der Spieler bzw. Mannschaften oder die mittlerweile zu jeder EM oder WM gehörenden Fahnen für das Auto sind außerhalb solcher Ereignisse eher schwierig abzusetzen. Dies umso mehr, da für jede Fußball-WM eigene Trikots designed werden. Der Markt für WM-Fanartikel ist also auf die unmittelbare Zeit vor und während eines solchen Events beschränkt.

Unser freundlicher Gründer jedoch hatte mit solchen Haarspaltereien weniger Probleme. Mit dem Hinweis, er hätte auch BWL studiert tat er das als irrelevant ab. Gemeint mit dem 2,01 Billionen US-$-Markt wäre das kumulierte Umsatzvolumen der Betriebe, die potentiell als Kunden in Betracht kämen.

Nun ja, das ist natürlich doch eine sehr eigenwillige Betrachtung. Demnach wäre z.B. der potentielle Markt für Dienstwagen so groß wie das Umsatzvolumen aller Unternehmen. Sie stimmen uns sicher zu, liebe Leser, dass eine solche Sichtweise doch sehr unseriös ist.

Unser freundlicher Gründer dagegen sagte uns am Telefon, für solche Kleinigkeiten hätte er keine Zeit. Klar, für einen potentiellen Investor ist es ja auch völlig egal, welche Absatzchancen das Produkt hat, in das er investieren soll. Wir in unserem Beraterteam schätzten den Markt hingegen so ein, dass weltweit lediglich einige hundert Unternehmen als Kunden infrage kommen. Aber wie gesagt: Wer wird sich denn gleich mit solchen Kleinigkeiten aufhalten?

Gut, wir halten uns natürlich mit solchen Kleinigkeiten auf. Eine derart schlampige Marktanalyse und patzige Antworten auf Nachfragen dazu sind nämlich nicht geeignet, wenn man sich auf die Suche nach einem Investor begibt.

Auch weckt es nicht gerade Vertrauen, dass bereits die Marktanalyse derart schlampig bzw. unseriös ist, wenn es sich um eine Innovation handelt, von der man noch gar nicht weiß, ob sie denn überhaupt am Markt angenommen wird. Bedenkt man weiter, dass unser freundlicher Gründer nicht einmal einen funktionierenden Prototypen präsentieren konnte, dann wird das Projekt geradezu abenteuerlich. So reiht sich dieses Projekt wohl ein in eine ganze Reihe doch recht merkwürdiger kapitalsuchender Projekte, mit denen wir im Laufe der Zeit konfrontiert wurden.

Wir haben das Gespräch dann mit dem Hinweis beendet, dass wir uns wohl einig wären, nicht zusammenarbeiten zu wollen.

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Ein Unternehmen ist keine Kiste Bier

Ein Unternehmen ist keine Kiste Bier - vermutlich werden Sie sich über den Titel dieses Beitrags ein wenig gewundert haben. Wir möchten damit aber eine Sache zum Ausdruck bringen: Während man eine Kiste Bier ganz schnell und einfach kaufen kann, verhält es sich mit einem Unternehmen ganz anders.

“Können wir damit rechnen, dass das Unternehmen bis August verkauft ist?” - Diese Frage bekamen wir tatsächlich einmal von einer Unternehmerin gestellt. Da war es Juli und als Zeitraum des Verkaufs erhoffte sie sich tatsächlich lediglich einen einzigen Monat.

Nun, so schnell geht es natürlich nicht. Außerdem hängt es ja auch immer ein wenig davon ab, um welchen Typ einer Unternehmenstransaktion es sich handelt. In diesem speziellen Fall wurde das Unternehmen lediglich als Nebenerwerb zum eigentlichen Kerngeschäft der Unternehmerin betrieben. Ein solches Unternehmen ist immer ein wenig schwierig zu verkaufen.

Weiter ist zu beachten, dass man zunächst einmal diverse Informationen über das Unternehmen zusammenstellen muss. Was ist der Unternehmenszweck, wie steht das Unternehmen wirtschaftlich da, welche Wettbewerber gibt es und noch viele weitere Fragen sind zunächst einmal zu klären. Denn genau diese Informationen möchte ein potentieller Käufer haben und im Verlauf des Projektes dann in der Due Diligence prüfen.

Ein weiteres Problem: Wo bekomme ich einen Käufer her? Bei einer Kiste Bier ist das natürlich denkbar einfach, denn durstige Menschen gibt es viele. Bei einem Unternehmen muss jedoch einiges mehr zusammenkommen. Hier spielen diverse Aspekte eine Rolle: So muss z.B. jemand ein Unternehmen in exakt der Branche des angebotenen Unternehmens suchen. Auch müssen die Preisvorstellungen des Käufers und Verkäufers übereinstimmen. Und auch die Region muss natürlich passen. Denn es nützt ja nichts, wenn in Krefeld ein Malerbetrieb zum Verkauf steht, ein potentieller Käufer jedoch nur einen Betrieb in Süddeutschland übernehmen möchte.

Nicht zuletzt muss auch über den Kaufgegenstand Einigkeit herrschen: Wird das Unternehmen als Ganzes verkauft, mit oder ohne Immobilien oder werden etwa nur Teile des Unternehmens im Rahmen eines sogenannten Asset Deals übereignet?

Die nächste Frage: Wie findet man einen Käufer? Im Unternehmensmarkt der Jörg Haupt Management Consulting finden Sie immer einige Unternehmen, die zum Verkauf stehen. Doch bereits an der Tatsache, dass nicht alle Unternehmen oder Management-Teams, die von uns betreut werden dort gelistet sind ist erkennbar, dass vieles auch einfach auf persönlichen Kontakten beruht. Darüber hinaus empfehlen wir natürlich auch, zum Verkauf stehende Unternehmen in die einschlägigen Datenbanken wie die nexxt-Börse einzutragen.

Schließlich muss der Kauf eines Unternehmens auch finanziert werden. Neben Banken haben in den letzten Jahren Themen wie Business Angels, Venture Capital oder Private Equity an Bedeutung gewonnen.

Es zeigt sich demnach: Ein Unternehmen kauft oder verkauft sich eben doch etwas weniger schnell und einfach als eine Kiste Bier.

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Per Auktion zur Geschäftsidee?

Durch Zufall sind wir auf eine interessante Rubrik bei ebay aufmerksam geworden: Die Rubrik “Geschäftsverkäufe und Domains”. Besonderes Highlight dabei ist die Kategorie “Webseiten und -projekte”. Nun wollen wir nicht grundsätzlich ausschließen, dass auch das ein oder andere werthaltige Objekt dabei ist. Aber so manche dieser Angebote muss man sich wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Da bietet doch zum Beispiel einer einen ganzen Reiseshop für nur 9,95 € an, marktschreierisch angepriesen als “Top-Domain”. Oder ein ganzes Shopping-Portal für nur 59,00 €. Ja, das ist schon richtig großzügig! Denn hier wird maximal eine Domain verkauft, auf der man dann das folgende Reiseportal oder das folgende Shoppingportal verlinken kann. Und diese Portale sind reine Affiliate-Programme. Das heißt: Jeder Betreiber einer Webseite kann diese Programme kostenlos nutzen. Den Webshop finden Sie zum Beispiel hier und das Reisebüro hier.

Nun werden Sie vielleicht sagen, dass wir schließlich auch diese Programme auf unserer eigenen Webseite nutzen. Das stimmt zwar, aber wir haben auch nicht vor, davon zu leben. Wir machen das vor allem zu Demonstrationszwecken. Es ist halt einfacher, ein Partnerprogramm direkt am Beispiel zu erklären. Alles andere ist wie Schwimmen lernen ohne Wasser.

Für Webseiten-Betreiber lohnt sich das nur, wenn man richtig viel Traffic auf der Seite hat. Ansonsten ist das lediglich ein nettes Zubrot. Und richtig viel Traffic wird man wohl nur mit echten Inhalten generieren können. Eine Art bezahlte Linksammlung reicht da wohl eher nicht aus. Es reicht eben nicht, lediglich eine schöne Domain zu haben. Denn Sie surfen ja auch nur auf Webseiten mit richtigem Inhalt, oder? Eine bloße Domain mit ein paar Werbebannern reicht halt als Geschäftsidee nicht aus.

Auch ansonsten stehen einige echte Klassiker zum Verkauf: Die obligatorische Limited oder die berühmte Incorporated. Na prima! Dann kaufen Sie also eine “Firma” mit der Adresse “Dritter Briefkasten rechts”. So etwas kauft man nicht im Internet. Die richtige Rechtsform besprechen Sie wohl doch besser mit dem Unternehmensberater oder Steuerberater Ihres Vertrauens. Auch nett ist das Angebot “Offshore-Firmengründung Panama AG mit eAccount”. Also wirklich, müssen wir das noch kommentieren?

Schön sind auch die diversen “Web 2.0 Projekte”, die dort zum Kauf angeboten werden. Einige davon sehen in den Demoversionen sogar richtig toll aus. Allerdings fehlt den ganzen Projekten etwas zum echten Unternehmen: Diese Projekte haben nämlich alle keine User, was sich für Internet-basierte Geschäftsmodelle als echtes Problem darstellt. Und auch das beste Aussehen der Demoversionen nützt nicht wirklich etwas, wenn es sich lediglich um Klone bekannter Web 2.0 Portale handelt. Denn Hand aufs Herz: Die User werden sicherlich lieber delicio.us oder MySpace besuchen als ein mickriges Portal ohne User auf einem schwächelnden Server, auf dem ein einzelner tapferer Administrator krampfhaft um Umsätze bemüht ist.

Bleibt also nur noch die Variante, dass ein Unternehmen eines dieser “Projekte” an ein bestehendes Geschäftsmodell anbindet. Aber in diesem Fall wird sich das Unternehmen wohl eher um professionelle Unterstützung bemühen.

Ebenfalls gerade im Angebot: “Internet Millionär in 24 Monaten”. Na ja, Millionär werden da wohl bestenfalls die Bauernfänger, die so etwas verkaufen. Immerhin erwerben Sie eine “Limited Edition” eines CD-Sets: 3 Bonus DVD’s und obendrein noch eine Bonus CD! Na, bei so viel Boni kann ja kaum noch etwas schiefgehen, oder?

Natürlich wurden nur 3.000 dieser sagenhaften Sets produziert, und da diese Sets einen empfohlenen Verkaufspreis von 799,00 € haben, werden sie hier in der Auktion ab 1,00 € verramscht. Ja, das klingt doch alles schon richtig seriös, oder? Wie jetzt? Das finden Sie nicht? Na, das können wir aber gar nicht verstehen.

Aber es wird natürlich noch besser. Denn wer ein echter Bauernfänger ist, der kann selbstverständlich immer noch einen draufsetzen. Denn Sie ahnen es bereits: Die wichtigste Vorausstzung die Sie mitbringen müssen, um in nur 24 Monaten Internet-Millionär zu werden, erfahren Sie gratis vorab. Nämlich den starken, unbeirrbaren Willen, Ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen und die Fesseln einer fremdbestimmten Arbeit abzustreifen. Und wenn Sie, liebe Leser, nichts davon abbringen kann, dieses Ziel zu erreichen und Sie fest entschlossen sind, Internet-Millionär zu werden, dann liefert natürlich just jenes Spitzen-DVD-Set alles Wissen, das Sie dafür brauchen. Na denn “Tschacka!”

Unser Tipp: Hier werden Sie maximal Millionär in türkischer Lira vor der Währungsreform. Oder aber nur Ihr Geld los. Also ehrlich, da ist selbst Lottospielen effizienter und das ist schon irrationaler Blödsinn.

Andererseits gibt es Unbelehrbare: Am 31.03.2008 hat dieses sagenhafte Schnäppchen bereits 22 Gebote. Der Preis steht bei aktuell 89,00 €. Die restliche Laufzeit der Auktion beträgt 22 Stunden und 5 Minuten. Nicht von ungefähr endet diese sagenhafte Auktion demnach am 01. April. Ja, da sind echte Witzbolde unterwegs.

Und was lernen wir jetzt daraus? Wie bei E-Mail-Spam ist auch hier der gesunde Menschenvsrstand gefragt. Ansonsten könnten Sie ja gleich das magische Dawah-Alphabet kaufen. Unser Tipp: Gönnen Sie sich für Ihr gutes Geld lieber etwas Schönes. Gerne natürlich auch bei ebay.

Gerne unterhalten wir uns natürlich einmal mit Ihnen über Themen wie Nachfolge, Business-Plan oder Existenzgründung.

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