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- 29.10.2011: Wir fahren mit der Eisenbahn - oder auch nicht
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Verfasser-Archiv
Wir fahren mit der Eisenbahn - oder auch nicht
29.10.2011 von Jörg Haupt.
Es ist noch gar nicht lange her, da wurden wir von einem unserer Kooperationspartner kontaktiert, ob wir uns nicht einmal ein Projekt anschauen könnten. Es handelte sich um die Gründung eines neuen Eisenbahn-Unternehmens, und da wir doch bereits diverse Projekte in den Bereichen Logistik, Touristik und Bereederung durchgeführt haben dachte unser Kooperationspartner, dass wir dem Unternehmen bei der Suche nach Beteiligungskapital behilflich sein könnten.
Wir sagten, dass wir uns das Projekt ja einmal abschauen könnten. Also machte sich unser Kooperationspartner daran, zunächst einmal den Businessplan des Projektes aufzutreiben.
Nach einigen Tagen lag uns der Businessplan vor. Nun ja, dieser war leider weit davon entfernt, für die Ansprache von Investoren geeignet zu sein. Dennoch machten wir einen Termin mit den Gründern.
Als wir zum vereinbarten Termin eintrafen, waren die Gründer zunächst einmal gar nicht anwesend. Super, das fing ja gut an! Unter Einhaltung des “akademischen Viertels” erschien dann der Junior - das Management-Team sollte aus Vater und Sohn bestehen.
Nein, einen neuen Businessplan wollten sie nicht anfertigen lassen. Zwar erzählte unser Junior-Gründer, die Sparkasse Düsseldorf hätte den Businessplan als den schlechtesten Businessplan bezeichnet, der ihnen je vorgelegt wurde. Doch da ja auch wir verstanden hätten, worum es ginge, müsse dieser nun reichen.
Nun ja, man muss sich dabei einfach einmal vorstellen, dass die Gründer immerhin ca. 3 Mio. € Beteiligungskapital suchten. Dann sollte man doch annehmen, dass der Businessplan inhaltlich strukturiert und auch optisch ansprechend gestaltet sein sollte, oder? Immerhin bekommen mögliche Beteiligungskapitalgeber im Laufe eines Jahres etliche Businesspläne zu Gesicht. Und was würden Sie, liebe Leser, wohl machen, wenn Sie an der Stelle eines Beteiligungsmanagers säßen und einen Businessplan erhielten, der - vorsichtigig ausgedrückt - aussieht wie Kraut und Rüben? Richtig! Sie würden ihn direkt in die Ablage “P” sortieren.
Unsere Gründer indes waren da wesentlich zuversichtlicher. Denn aufgrund eines Presseartikels hätten sich ja bereits etliche Investoren aus Russland bei ihnen gemneldet, die unbedingt einsteigen wollten. Gut dieser Presseartikel, den unser fleißiger Junior-Gründer uns ebenfalls vorlegte berichtete davon, dass das Unternehmen pleite sei und dringend Investorengelder suche. Ja, das sind natürlich nicht nur “beste” Voraussetzungen zur Einwerbung seriösen Beteiligungskapitals. Mit solchen Pressemeldungen macht man meist auch eher unseriöse Zeitgenossen auf sich aufmerksam.
Das störte unseren Junior-Gründer aber irgendwie alles überhaupt nicht. Denn - da mit südeuropäischem Migrationshintergrund - mit unfassbarem Machogehabe machte er auf dicke Hose und fiel vor Lässigkeit fast vom Stuhl. Auch das ist natürlich denkbar geeignet, sich als seriöser Geschäftspartner zu präsentieren.
Lustig war auch ein Detail, das wir im Verlauf unserer weiteren Befragung aufdeckten. Im Businessplan stand nämlich, dass unser fleißiger Junior-Gründer an der TU München BWL studiert hätte. Doch als wir danach fragten sagte er, dass er zwar studiert hätte, seine Abschlussarbeit jedoch nie gemacht hätte. Großkotzig meinte er, dass er dafür keine Zeit mehr gehabt hätte. Außerdem wisse er ja, was er könne, da brauche er den Abschluss ja nicht.
Ne, ist klar! Halten wir also fest: Da möchte jemand 3 Mio. € Beteiligungskapital einwerben, der zu spät zum Termin kommt und dann vor lauter Coolness fast vom Bürostuhl fällt. Er lässt derart den südländischen Macho raushängen, dass man glauben könnte, er hätte neben dem ohnehin schon reichlich vorhandenen Testosteron von einem übereifrigen Endokrinologen noch eine Extradosis obendrauf verpasst bekommen.
Eine Ausbildung oder einen Hochschulabschluss kann er nicht vorweisen. Sein Vater und Senior-Partner hat zum Ausgleich des offensichtlich fehlenden Know-how immerhin schonmal eine Firma in den Sand gesetzt. Dafür ist der Businessplan nichts weiter als inhaltsleeres Geschwätz und machte auch formal den Eindruck, als hätte ihn jemand, der zum ersten Mal einen PC bedient, völlig lieblos heruntergetippt. Und um die Sache perfekt abzurunden präsentiert er dann auch noch Zeitungsartikel, in denen das Unternehmen ob seiner schlechten Leistung komplett verrissen wird und in denen auch noch zu lesen ist, dass das Unternehmen vermutlich insolvent sei.
Aber ansonsten geht’s - Danke!
Aber das war ja nicht das erste Mal, dass wir extrem merkwürdige Gründer kennengelernt haben.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
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Über die Irrungen und Wirrungen von Gründern auf der Suche nach Beteiligungskapital
13.8.2011 von Jörg Haupt.
Immer wieder erreichen uns Anrufe und E-Mails zu unseren Beiträgen zu den Betrugsszenarien Rip Deals und Program Trading, die uns zeigen, dass offensichtlich nach wie vor viele kapitalsuchende Gründer und Unternehmer mit eher dubiosen Anbietern Bekanntschaft machen. Dies zeigt uns, dass es nach wie vor wichtig ist, in unseren Magazinbeiträgen über diese Szenarien aufzuklären. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass offensichtlich auch sehr viel Unsicherheit bzw. Unwissen in Bezug auf das Angebot von Beteiligungskapital für Gründer und Unternehmen besteht.
Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Eine wichtige Grundregel lautet: Seriöses Beteiligungskapital gibt es niemals an dunklen Ecken! Auch wenn die Private Equity Industrie auf den ersten Blick noch so undurchsichtig erscheint: Es handelt sich durchaus um eine Industrie mit Regeln und seriösen Anbietern. Das Problem: Offenbar wissen viele Unternehmer nicht, wie ein geeigneter Kontakt aufgebaut werden kann. Ebenso scheinen viele nicht zu wissen, wie man seriöse von unseriösen Angeboten unterscheidet.
Bringen wir also ein wenig Licht ins Dunkel. Heute erreichte uns folgende E-Mail, die wir zum Anlass nehmen, das Thema Beteiligungskapital ein weiteres Mal zu vertiefen.
“Guten Tag Herr Haupt,
mein Name ist (Namen nennen wir hier nicht).
Ich bin kapitalsuchender Unternehmer. Ich bin durch einen Link auf Ihre Seite gelangt, nachdem ich mich im Internet schlau machen wollte, ob die derzeitige Firma , die mir ein Darlehen geben will, zu den Rip Dealern gehört. Da ich schon seit vielen, vielen Monaten auf der Suche nach Kapital etc. für mein Projekt bin, habe natürlich auch ich schon Bekanntschaft mir solchen Leuten gemacht, wie Sie es auf Ihrer Seite beschreiben. Nach Mailand oder Holland kommen. Bargeld mitbringen, bekomme Bargeld zurück etc. etc.
Von dem habe ich natürlich die Finger gelassen und bin nie irgendwo hin gefahren oder geflogen. Doch jetzt habe ich seit einigen Wochen mit einer Schweizer Firma Kontakt - (hier war ein Link, den wir entfernt haben) wo ich trotz der bereits gemachten Erfahrung mit Rip Dealern die Firma bzw. die Echtheit nicht wirklich einschätzen kann. Dies vor allem, weil es auch eine Firma mit einer ausführlichen Webseite ist, was ich bei den anderen nicht erlebt habe. Wissen vielleicht Sie, Herr Haupt, etwas über diese Firma?”
Nun ja, zunächst einmal müssen wir sämtliche anfragenden Gründer und Unternehmer bezüglich derartiger Fragen enttäuschen: Wir kennen keine Namen irgendwelcher Rip Dealer und können auch meist nicht viel zu irgendwelchen in derartigen E-Mails oder Telefonaten genannten Unternehmen sagen. Auch das in der oben zitierten E-Mail genannte Unternehmen, mit dem der Gründer offensichtlich in Kontakt stand, ist uns nicht bekannt.
Auch der Hintergrund unserer eigenen Bekanntschaft mit den zitierten Betrugsszenarien ist schnell erklärt: Wir haben einmal ein Projekt begleitet, dessen Initiatoren vor unserer Beauftragung auf eigene Faust versuchten, Beteiligungskapital zu finden. So waren sie an einen Kontakt geraten, der offensichtlich den Rip Dealern zuzuordnen ist. Die Mandanten leiteten die diesbezüglichen Informationen an uns weiter, da wir ja ein Magazin betreiben, in dem wir u.a. über derartige Fälle berichten.
Kurz darauf suchten einige Personen den Kontakt mit uns und behaupteten, bezüglich der Suche nach Beteiligungskapital das Ei des Kolumbus entdeckt zu haben. Und da wir ja ein eigenes Magazin besitzen, in dem wir über derartige Fälle schreiben (vgl. oben), haben wir es uns nicht nehmen lassen, dieses schöne Angebot zur Recherche aus erster Hand anzunehmen und ein wenig über das sogenannte Program Trading zu berichten. Als uns die Sache dann zu gefährlich wurde, brachen wir dann doch lieber den Kontakt ab und übergaben unsere Recherchen der Kriminalpolizei.
Wie aber finden nun Gründer und Unternehmer einen Kapitalgeber, der seriös ist und das Unternehmen auf seinem Weg voran bringt?
Nun, eigentlich ist dieser Weg ganz einfach: Zunächst einmal benötigt man für sein Vorhaben einen fundierten Businessplan. Diesen kann man selber schreiben, es empfiehlt sich jedoch, mit einem Unternehmensberater zusammenzuarbeiten, da Beteiligungskapitalgeber eine gewisse Form und auch einen bestimmten Aufbau erwarten. Auch sollte man nicht vergessen, dass ein Businessplan nicht nur aus einer Planungsrechnung besteht, sondern auch das Vorhaben selber fundiert und in einem nachvollziehbaren Fließtext beschreiben sollte.
Mit diesem Businessplan (bzw. zunächst meist mit einer Summary) wendet man sich dann ein einen geeigneten Beteiligungskapitalgeber. Je nach Anlass, Unternehmensgröße oder -stadium unterscheidet man z.B. Business Angels, Venture Capital Gesellschaften, Private Equity Gesellschaften, Family Offices oder strategische Investoren. Diese haben bestimmte Investment-Kriterien, nach denen sie entscheiden, in welche Vorhaben sie investieren.
Manche der genannten Investoren bevorzugen bestimmte Branchen. Andere investieren nur innerhalb einer definierten Region. Wieder andere investieren nur in Gründungsvorhaben, bei denen man noch die Phasen Seed und Start-up unterscheiden kann. Weiter gibt es Investoren, die nur in bereits lange bestehende Unternehmen investieren. Oft finanzieren sie Übernahmen, M&A-Transaktionen wie MBI/MBO usw.
Hat man einen interessierten Investor gefunden, so wird er das Unternehmen bzw. das Vorhaben im Rahmen einer Due Diligengce prüfen. Im Anschluss wird er ein Angebot unterbreiten und seine Vorstellungen in einem Vertragsentwurf vorlegen. Das Closing - also die Vertragsunterzeichnung - wird vor einem Notar stattfinden. Wieder gilt: Mit dunklen Ecken und dubiosen Angeboten oder Treffen in Italien hat das alles garantiert nichts zu tun.
Um sich im Dickicht der oben beschriebenen Angebote zurechtzufinden ist es wiederum ratsam, mit einem in diesem Umfeld erfahrenen Unternehmensberater zusammenzuarbeiten. Dieser wird i.d.R. über direkte und indirekte Kontakte in die Investorenszene verfügen.
Dazu ein Beispiel: Die Jörg Haupt Management Consulting besucht regelmäßig den Düsseldorfer Venture Capital Stammtisch und hat auch bereits nachweislich Unternehmen bei der Suche nach Beteiligungskapital begleitet. So unterstützten wir beispielsweise Anfang 2011 einen Sportgerätehersteller bei der Akquise von Beteiligungskapital und sind somit dafür mitverantwortlich, dass der Schulsport bald richtig cool wird.
Fazit: Es macht Sinn, sich im Rahmen von Unternehmenstransaktionen auf die Begleitung durch Fachleute zu verlassen. Denn diese kennen die komplexen Zuammenhänge, wissen worauf es ankommt und können auch seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden. Darüber hinaus verfügen sie über geeignete Kontakte, mit denen man die richtigen Ansprechpartner findet.
Auch hilft es, nicht einfach blind loszulaufen, sondern sich im Vorfeld erst einmal zu informieren. Das Internet bietet reichhaltige Informationen, die einen guten Einstieg in das Thema bieten. Das Einstellen von Anzeigen in diversen Kleinanzeigenportalen dagegen führt meist dazu, dass sich die weiter oben zitierten Leute melden. Und mit denen will eigentlich niemand wirklich etwas zu tun haben.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
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Basel III und die Folgen für mittelständische Unternehmen
2.7.2011 von Jörg Haupt.
Wieder einmal muss die Stadt Basel für ein Schreckensszenario herhalten: Denn nach Basel II kommt nun Basel III. Doch was bedeutet das? Und vor allem: Was bedeutet das für den Mittelstand?
Nun, zunächst einmal soll das Reformpaket des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich Schwächen der bisherigen Bankenregulierung beheben. Ziel ist, eine Neuauflage der weltweiten Finanzkrise zukünftig zu verhindern. Deshalb sind die Banken durch Basel III gezwungen, ihr Eigenkapital zu stärken und ihre Risikopositionen samt ihres Kreditportfolios anzupassen.
Genau da kommt nun das Thema Mittelstand ins Spiel. Denn der deutsche Mittelstand bedient sich überwiegend der Banken als Finanzierungspartner. Gleichzeitig ist der deutsche Mittelstand im Vergleich zu anderen Ländern beim Thema Eigenkapital meist schlechter aufgestellt. Die Folge: Je nach Rating des Unternehmens werden Kreditverhandlungen schwieriger und die Konditionen werden für das Unternehmen schlechter.
Was also kann ein Unternehmen tun?
Nun, zum Glück muss auch der Mittelstand nicht auf Basel III warten wie ein Kaninchen vor der Schlange. Basel III tritt schrittweise von 2013 bis 2019 in der Europäischen Union in Kraft. Es bleibt also durchaus noch Zeit, Ihr Unternehmen vorzubereiten.
Die “Standard-Sprüche” kann wahrscheinlich jeder mittelständische Unternehmer “beten”: “Sie müssen die Eigenkapitalquote erhöhen!” - “Die Personalkosten sind zu hoch!” - So oder ähnlich haben es vermutlich die meisten Unternehmer bereits einmal von ihrer Bank oder auch ihrem Steuerberater gehört. Doch die Antwort, wie das gehen soll, bleiben diese meist schuldig.
Strategie
Zunächst einmal möchten wir in diesem Zusammenhang auf das eher theoretisch klingende Wort Strategie abheben. Denn leider befassen sich viel zu wenige Mittelständler mit diesem Thema.
Das ist schade, denn aus einer strategischen Analyse lassen sich viele Handlungsoptionen für ein Unternehmen ableiten. Das geht von Fragen des Marktes und des Wettbewerbs bis hin zu der Frage, was das Unternehmen überhaupt macht, was es besser macht als die Wettbewerber und was man daraus für die Zukunft ableiten kann. Denn aus strategischen Grundsatzentscheidungen folgen klare Handlungsanleitungen für das Tagesgeschäft.
Marketing
Gerade der Mittelstand ist beim Thema Marketing häufig schlecht aufgestellt. Man muss sich das wirklich einmal vorstellen: Viele wirklich tolle Unternehmen mit Spitzenprodukten verraten praktisch niemandem, dass es sie gibt. Dabei gehört Klappern doch zum Handwerk. Die Folge: Umsatzpotentiale werden nicht genutzt, da die Zielgruppe das Unternehmen und seine Leistungen unter Umständen gar nicht kennt.
Selbst viele durchaus respektable Unternehmen haben auch im Jahr 2011 noch keine Webseite. Andere haben zwar eine Webseite, doch diese sagt vielfach nichts aus. Hier spielen jedoch genau die weiter oben beschriebenen strategischen Vorüberlegungen eine Rolle: Denn wenn ich mir Gedanken über meine Zielgruppe mache, dann kann ich diese auch gezielt ansprechen. Und wenn ich mir Gedanken mache, was ich denn besser kann als meine Wettbewerber, dann kann ich dies in meiner Kommunikation auch entsprechend darstellen.
Natürlich gilt dies nicht nur für Webseiten, sondern zieht sich meist wie ein roter Faden durch die gesamte Unternehmenskommunikation. Aber Webseiten sind leichter zu recherchieren als gedruckte Broschüren. Machen Sie sich also einmal den Spaß und untersuchen Webseiten von Unternehmen dahingehend, dass Sie herausfinden, was das Unternehmen eigentlich macht. Auf vielen Webseiten werden sie diese Information nämlich nicht finden!
Doch Marketing ist natürlich nicht nur Kommunikation. Auch das wird leider häufig vergessen. Dabei gibt es auch in den Bereichen Produktpolitik, Preispolitik oder Distributionspolitik viele Handlungsoptionen, die helfen, Umsätze zu steigern oder Kosten einzusparen. Und wer Umsätze steigert und Kosten einspart, wird letztlich seine Eigenkapitalquote stärken.
Organisation
Kommen wir noch mal zu einer oben zitierten Aussage zurück: “Die Personalkosten sind zu hoch!”
Doch was kann man hier machen? Steigert man die Umsätze, ist das vielleicht ohnehin schon gut ausgelastete Personal noch mehr ausgelastet mit der Folge weiter steigender Personalkosten durch Neueinstellungen oder Überstunden. Was also tun?
Nun, die Erfahrung zeigt, dass eine Betrachtung der Organisation von außen vielfach kleine Wunder bewirken kann. Denn auch bei grundsätzlich definierten Abläufen steckt der Teufel häufig im Detail. Die Folge: Vermeidbare Mehrarbeit führt zu Kostenfallen. Viele kleine zusätzliche und vermeidbare Kosten schaukeln sich zu einer bedeutenden Summe auf, die das Unternehmen unnötig belasten. Dazu ein Beispiel aus einem unserer im letzten Jahr bearbeiteten Projekte:
Das von uns beratene Unternehmen betätigt sich im Bereich Großhandel. Vielfach werden dabei Flüssigkeiten von großen Gebinden in kleinere Gebinde umgefüllt. Da ein verbindlicher Produktionsplan fehlte, erfolgte die Umfüllung häufig ad hoc nach Auftragseingang.
Die Folge: Anstatt einmal “durchzuproduzieren”, wurden kleinere Mengen für die jeweiligen Aufträge produziert. Demnach entstand Mehrarbeit für die Vergabe und Verwaltung von Chargennummern, Arbeitsvorbereitung, Säubern der Produktionsanlagen usw.
Und keine Frage: Es macht einen Unterschied, ob ich einen Behälter nur einmal mit dem Gabelstapler in die Produktion fahre und dafür eine Viertelstunde benötige, oder ob ich diesen Vorgang bei gleicher Produktionsmenge acht oder zehn Mal ausführe. Es macht einen Unterschied, ob ich die Abfüllanlage nur einmal eine Stunde lang reinigen muss, oder ob ich bei gleicher Produktionsmenge diesen Arbeitsgang zehn Mal wiederhole. Es zeigte sich: Bei gleicher Produktionsmenge konnten erhebliche Arbeitszeiteinsparungen und damit Kosteneinsparungen realisiert werden.
Förderung möglich
Das Gute für die Unternehmen: Nicht nur bezüglich Basel III, auch für das eigene Unternehmen sind solche Maßnahmen bares Geld wert. Denn wer am Ende des Tages mehr verdient, lebt sichtlich entspannter.
Ebenfalls gut für den Mittelstand: Die oben beschriebenen Maßnahmen sind meist förderfähig. So werden z.B. im Rahmen der Potentialberatung bis zu 50% der Beratungskosten staatlich gefördert. Hält man sich weiter vor Augen, dass diese Maßnahmen meist mittelfristig zur Steigerung des Umsatzes und zur Senkung der Kosten beitragen, so rechnet sich eine derartige Maßnahme quasi von selbst.
Laufender Austausch mit der Bank
Auch der Austausch mit der Bank ist vielfach eine Achillesferse des Mittelstands. Meist wird nur die monatliche BWA übermittelt und - oft mit einiger Verspätung - der Jahresabschluss. Hier stehen sich viele Unternehmer leider selbst etwas im Wege, und das nicht nur vor dem Hintergrund von Basel III.
Grundsätzlich gilt, dass ein fundierter Austausch mit der Bank häufig viele Türen öffnet, die andernfalls verschlossen bleiben. So haben wir schon mehrfach erlebt, dass offene Gespräche kleine Wunder bewirkt haben. In mehreren Projekten wurden Kreditlinien sehr unbürokratisch erheblich ausgeweitet, da der Bank eine Perspektive aufgezeigt wurde. Hier kann eine kontinuierliche Unterstützung des Unternehmens durch erfahrene Fachleute eine große Hilfe sein.
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Fallstudie - Marketing für Nicole Simon Cosmetics
23.6.2011 von Jörg Haupt.
Bereits seit einigen Jahren beraten wir die Unternehmerfamilie Simon hinsichtlich strategischer und operativer Fragestellungen rund um ihre Unternehmen Nail Contact und Beauty & Nail Resort Hoyer / Simon.
Zunächst erfolgte eine Beratungseinheit, in der vor dem Hintergrund der angestrebten Wachstumsziele alle Chancen und Risiken analysiert und ein umfangreicher Maßnahmenkatalog abgeleitet wurden. Erfreulich für das Unternehmen: Eine derartige Beratung ist im Rahmen der sogenannten Potentialberatung förderfähig. So konnte die Hälfte des Beratungshonorars durch Fördergelder abgedeckt werden.
Erfreulich für uns: Nach der ersten Beratungseinheit ging das Projekt nahtlos weiter. Diese weiteren Beratungsinhalte waren zwar nicht mehr förderfähig, begleiteten das Unternehmen jedoch in der weiteren Entwicklung und halfen, es nachhaltig am Markt zu positionieren.
Bereits während der ersten Beratungseinheit ergab sich die Möglichkeit, eine Immobilie günstig zu erwerben, die zu einem Flagship-Store umgebaut werden sollte. Denn mittlerweile platzte man am alten Standort aus allen Nähten. Wir begleiteten die Entwicklung des Businessplans und unterstützten das Unternehmen bei den Finanzierungsverhandlungen mit der Bank.
Im Februar 2010 erfolgte dann die Eröffnung am neuen Standort auf der Dahlener Heide 3 in Mönchengladbach: Auf 1.000 Quadratmetern befinden sich nun Verwaltung, Produktion und Versand der Gele, ein Flagship-Store für Nagelgele und anderes Zubehör rund um Nageldesign, ein Nageldesign-Schulungszentrum sowie das Beauty & Nail Resort Hoyer / Simon.
Für das Beauty & Nail Resort, in dem sich die Kundinnen kosmetisch verwöhnen lassen können, entwickelten wir im Folgenden ein Konzept für den Internet-Auftritt, der dann über Kooperationspartner realisiert wurde. Im Bereich Nageldesign werden natürlich ausschließlich Gele der Nail-Contact-Marke Nicole Simon Cosmetics verwendet.
Mit Nicole Simon Cosmetics steht nun die Gründerin des Unternehmens, Frau Nicole Simon, für die eigene Marke. Hier standen die Emotionalität sowie die Internationalisierungsfähigkeit im Vordergund. Eine der führenden deutschen Nageldesignerinnen entwickelt mit eigenen Chemikern ihre eigenen Nageldesign-Gele aufgrund ihrer Erfahrungen am Front-Desk - will heißen: Auf den Nägeln ihrer Kundinnen.
Zur weiteren Stützung des Markenaufbaus wurde nun das Nicole Simon Magazin ins Leben gerufen. Durch Kombination eines Blogs rund um die Nicole Simon Cosmetics Markenwelt mit den Social Web Klassikern Facebook und Twitter soll jetzt der virale Markenaufbau vorangetrieben werden.
Die Themen sind vielfältig und orientieren sich an den Prdukten und Dienstleistungen sowie sonstigen Aktivitäten des Unternehmens. Aktuell steht das Sommerfest anlässlich der Frauen-Fußball-WM im Mittelpunkt der Kampagne. Schließlich befindet sich einer der Austragungsorte - das Stadion von Borussia Mönchengladbach - in Sichtweite des Unternehmensstandorts an der Dahlener Heide in Mönchengladbach.
Die ersten Erfolge geben uns recht: Das virale Marketing funktioniert - wieder einmal, denn wir haben ein derartiges Konzept schließlich nicht zum ersten Mal entwickelt und begleitet. Dank unserer Unterstützung konnte unser Mandant wichtige strategische Ziele erreichen. Auch das wird auf dem Nicole Simon Sommerfest natürlich ausgiebig gefeiert.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
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