Wieder einmal haben uns Vorauszahlungsbetrüger angeschrieben. In Kombination mit einem Identitätsdiebstahl und einer Geschichte über herrenlose Millionen versuchen Sie, arglosen Zeitgenossen etwas Geld abzuknöpfen.
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Unter der Überschrift „Geschäftliche Anfrage“ schrieb uns jemand, der im Header der E-Mail unter dem Namen Clemens Kaiser auftrat. Und Clemens Kaiser hatte dann auch direkt zwei E-Mail-Adressen, unter denen er uns anschrieb:
kaiserclemens58@gmail.com / noreply@webfg.net
Und was hat der Herr Clemens Kaiser so geschrieben? Nun ja, erstmal war es doch eher nichtssagend:
Ich bin bei meiner Recherche zu Unternehmen in Ihrer Branche auf Ihre E-Mail-Adresse gestoßen. Gerne möchte ich Ihnen ein neues Projekt vorstellen und würde mich über eine zeitnahe Rückmeldung freuen. Es besteht keinerlei Druck – antworten Sie einfach auf diese E-Mail, falls das Thema für Sie relevant ist.
Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.
Vielen Dank.
Na, das ist ja mal eine tolle Nachricht. Keine Anrede, kein Name unter dem Text. Irgendwie sagte mir mein Bauchgefühl, dass da etwas nicht ganz koscher sein könnte. Denn eigentlich spricht ja nichts dagegen, eine ordentliche Anrede zu wählen, namentlich Ross und Reiter zu nennen und vielleicht sogar noch etwas konkreter zu werden, was dieses angebliche Projekt angeht.
Interessant auch, dass jemand persönlich mit einer Noreply-E-Mail Adresse schreibt. Aber das macht mich ja doch immer etwas neugierig, denn nicht umsonst gibt es die Kategorie Spam & Konsorten hier bei uns im jhmc Magazin. Und da dies nach einer potenziellen Recherche für unser Magazin aussah, habe ich doch – neugierig wie ich nun einmal bin – direkt auch mal geantwortet:
Guten Tag Herr Kaiser,
das kann ich natürlich nur beantworten, wenn ich etwas mehr zu diesem Projekt erfahre.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Haupt
Herr Clemens Kaiser ist natürlich ein fleißiger Spammer und so hat er dann auch direkt geantwortet:
Guten Tag,
vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Zunächst möchte ich mich Ihnen förmlich vorstellen: Mein Name ist Clemens Kaiser, und ich bin derzeit CEO der Deutschen Bank Schweiz. Ich bitte um Entschuldigung, dass ich auf diese Weise in Ihre Privatsphäre eingreife; ohne weitere Umschweife komme ich nun direkt zu den Einzelheiten des Vorschlags, den ich bereits in meiner ersten E-Mail an Sie angedeutet habe.
Ich möchte Sie höflich bitten, den Inhalt dieser E-Mail vertraulich zu behandeln und die Integrität der Informationen zu wahren, die Ihnen durch diese Nachricht zugänglich werden. Ich habe Sie privat kontaktiert, und niemand weiß von dieser Kommunikation; daher habe ich darauf bestanden, dass wir ausschließlich über private E-Mails kommunizieren.
Ich bin der persönliche Finanzverwalter des verstorbenen Ingenieurs Hudson Haupt– eines ausländischen Auftragnehmers von Royal Dutch –, der bei meiner Bank ein Anlagekonto führte. Leider kamen mein Mandant und seine Familie im Sommer 2011 während eines Sabbaticals in Frankreich ums Leben; mögen ihre Seelen in Frieden ruhen. Er verstarb, ohne ein Testament zu hinterlassen. Mehrere Versuche, über seine Botschaft Angehörige ausfindig zu machen, blieben erfolglos.
Darüber hinaus erhielt ich letzte Woche die Aufforderung, als sein ehemaliger Finanzverwalter (aus der Zeit meiner Tätigkeit bei der Deutschen Bank Türkei) die nächsten Angehörigen meines verstorbenen Mandanten zu benennen; andernfalls droht die Übertragung des Kontoguthabens an den Staat (sogenanntes „Escheat“-Verfahren) innerhalb von 14 Tagen. Ich wende mich an Sie mit der Bitte um Unterstützung bei der Rückführung der von meinem verstorbenen Mandanten hinterlassenen Gelder. Dieser Vorgang lässt sich ohne Verstoß gegen türkisches Recht abwickeln, und bei einer Zusammenarbeit ist der Erfolg garantiert. Die Bank wird das Konto an Sie freigeben, da Sie als nächster Angehöriger benannt werden und ich bei der Deutschen Bank International in entsprechender Position tätig bin.
Ich bin ein Mann von hoher Integrität; ich werde Sie nicht belügen und erwarte dasselbe von Ihnen. Es geht um einen Betrag von 13.500.000,00 EUR (dreizehn Millionen fünfhunderttausend Euro). Ich schlage vor, dass wir den Erlös aufteilen (jeweils 40 %) und die verbleibenden 20 % unter Ihrer Aufsicht an ein Waisenhaus gehen; ich halte dies für fair.
Sobald ich Ihre Antwort erhalte, werde ich Ihnen alle notwendigen Informationen zu diesem Geschäft zukommen lassen. Ich wende mich an Sie, weil Sie denselben Nachnamen tragen wie mein verstorbener Kunde (Herr. Hudson Haupt). Die Bank konnte keine Angehörigen ausfindig machen, da sich niemand gemeldet hat, um Ansprüche geltend zu machen; zudem wusste niemand von seinem Konto bei meiner Bank. Aus diesem Grund kontaktiere ich Sie: Sie sollen als nächster Angehöriger meines verstorbenen Kunden auftreten. Da das gesamte Vermögen in wenigen Wochen an den Staat übergehen wird, hielt ich es für sinnvoll und für uns beide vorteilhaft, bei diesem Vorhaben zusammenzuarbeiten.
Ich versichere Ihnen, dass die Durchführung dieser Transaktion keinerlei Risiken oder Rechtsverstöße birgt, da ich bereits vor einiger Zeit eine ähnliche Transaktion erfolgreich abgewickelt habe. Bitte behandeln Sie diesen Vorschlag mit äußerster Vertraulichkeit und Dringlichkeit, um einen hundertprozentigen Erfolg zu gewährleisten, und missbrauchen Sie nicht das Vertrauen, das ich Ihnen entgegenbringe.
Meine Position als CEO der Deutschen Bank Schweiz garantiert die erfolgreiche Durchführung dieser Transaktion. Sollten Sie bereit sein, mit mir zusammenzuarbeiten, bitte ich Sie, Ihr Interesse umgehend zu bekunden. Nochmals: Die Angelegenheit ist vertraulich, und seien Sie versichert, dass diese Transaktion für uns beide gewinnbringend sein wird.
Vielen Dank im Voraus, dass Sie diese Gelegenheit in Betracht ziehen.
Mit freundlichen Grüßen
Herr Clemens Kaiser
CEO der Deutschen Bank Schweiz
Privatadresse: (Adressen werden bei uns grundsätzlich unkenntlich gemacht), 8008 Zürich, Schweiz.
Ne, ist klar. Der CEO der Deutschen Bank Schweiz schreibt wahllos Leute an, um ihnen nicht ganz koschere Geschäfte anzubieten. Denn natürlich hat er wahllos drauflos gespammt, denn sonst gäbe es ja eine Anrede in der ersten E-Mail. Vermutlich waren wir wie einige weitere tausend Adressaten in Blind Copy und jetzt wird seitens des werten Herrn Clemens Kaiser jedem geantwortet, der wegen des angeblichen Projektes nachgefragt hat. Denn hier geht es natürlich um nichts anderes als den guten alten Vorauszahlungsbetrug. Und wer diesen Bockmist glaubt, erwartet vermutlich auch, dass der Osterhase tatsächlich bunte Eier legt.
Das geschilderte Szenario ist eine der vielen herzergreifenden Geschichten, mit denen Vorauszahlungsbetrüger versuchen, unvorsichtige Zeitgenossen zur Zahlung angeblicher Transaktionsgebühren, Notargebühren oder anderer Gebühren zu veranlassen. Zahlt das Opfer, ist der Betrug vollzogen und die Betrüger tauchen unter.
Übrigens: Es gibt tatsächlich einen Herrn Clemens Kaiser und er ist auch tatsächlich CEO der Deutschen Bank Schweiz. Nur wird der echte CEO der Deutschen Bank Schweiz, dessen Name hier von den Vorauszahlungsbetrügern im Sinne des Identitätsdiebstahls benutzt wird, sicherlich nicht wild durch die Gegend spammen und seinen guten Namen für windige Geschäfte missbrauchen. Wir erleben in diesem E-Mail-Verkehr somit bereits zwei kriminelle Handlungen: Erstens einen knallharten Identitätsdiebstahl und zweitens den Versuch der Anbahnung eines Vorauszahlungsbetrugs.
Ansonsten steht auch schon ziemlich viel Bullshit in der Mail: Der angebliche Herr Kaiser hat also „darauf bestanden, dass wir ausschließlich über private E-Mails kommunizieren“. Nein, hat er nicht. Er schreibt das nur einfach mal so. Dann appelliert er an mein Ehrgefühl: „Ich bin ein Mann von hoher Integrität; ich werde Sie nicht belügen und erwarte dasselbe von Ihnen.“ Dennoch zögert der „Mann von hoher Integrität“ keine Sekunde, mir diesen unseriösen Vorschlag zu unterbreiten.
Ich beschloss also, zu antworten, um zu sehen, wie die Vorauszahlungsbetrüger weiter konkret vorzugehen gedenken:
Guten Abend Herr Kaiser,
das klingt interessant. Was wären denn die nächsten Schritte?
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Haupt
Wieder ließ die Antwort nicht lange auf sich warten:
Hallo Jörg Haupt,
ich habe Ihnen unten den Text für das Antragsformular beigefügt, mit dem Sie sich an die Bank wenden können, um die Auszahlung der Gelder des verstorbenen Ingenieurs Hudson zu veranlassen. Sobald Ihr Antrag an mich weitergeleitet wird, werde ich meinen Teil dazu beitragen: Ich werde Sie als nächsten Angehörigen für das Konto Ihres verstorbenen Verwandten (Ingenieur Hudson Haupt) bestätigen. Bitte denken Sie daran: Sobald das Geld an Sie überwiesen wurde, soll die Aufteilung wie vereinbart im Verhältnis 40 % zu 40 % erfolgen; die verbleibenden 20 % sind für humanitäre Zwecke unter Ihrer Aufsicht bestimmt, um Gottes Segen zu erlangen.
Unten finden Sie den Text für den Antrag an die türkische Niederlassung der Deutschen Bank; ich rate Ihnen, sich umgehend mit der Bank in Verbindung zu setzen, um Ihren rechtmäßigen Anspruch auf die Gelder geltend zu machen.
Erwähnen Sie mich bitte nicht in Ihren E-Mails oder im Antrag, da dies die Transaktion massiv gefährden und dazu führen könnte, dass ich meinen Arbeitsplatz verliere und mich unangenehmen Fragen stellen muss. Die Weitergabe solch vertraulicher Informationen verstößt gegen unsere Bankrichtlinien; ich hoffe, Sie verstehen meine Bedenken.
Wir müssen präzise und umsichtig vorgehen, damit dieses Vorhaben gelingt. Ich lege großen Wert auf Integrität und würde weder meinen guten Ruf noch Ihren aufs Spiel setzen; ich habe den Ablauf so geplant, dass alles reibungslos funktioniert – Sie müssen sich also keine Sorgen machen.
Kontaktieren Sie die Kontoabteilung der Deutschen Bank unter der unten angegebenen E-Mail-Adresse. Nachfolgend finden Sie einen Mustertext für Ihre E-Mail, mit der Sie die Bank über Ihren Antrag auf schnellstmögliche Auszahlung der Gelder informieren können.
(KONTOABTEILUNG FÜR ERBSCHAFTSANSPRÜCHE) – Details siehe unten:
BANKNAME: Deutsche Bank Türkei.
KONTAKT-E-MAIL: accountoffice@deutshebak.com
ANSPRECHPARTNER: Mr. Demir Ali
Große Geldtransfers werden sowohl im In- als auch im Ausland überprüft, doch Sie müssen sich deswegen keine Sorgen machen, da meine Bank das empfangende Institut über die Einzelheiten der Gelder informieren wird. Sobald der Prozess abgeschlossen ist, gehen die Gelder rechtlich in Ihren Besitz über; dieses Zertifikat (Nachweis über die Mittel) ist dabei von großer Bedeutung, da es eine einfache und sichere Übertragung gewährleistet. Das Zertifikat wird im direkten Bankenverkehr verifiziert und dient als Nachweis für die Herkunft und Verfügbarkeit der Gelder.
Die Deutsche Bank stellt Ihnen dieses Zertifikat auf Anfrage aus. Bitte stellen Sie den Antrag jedoch noch nicht jetzt; ich werde Ihnen mitteilen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, und Ihnen erläutern, wie das Zertifikat verwendet wird. Sie können mir jederzeit Fragen stellen und sich mit dem untenstehenden Textentwurf an die auszahlende Bank wenden.
Bitte beachten Sie, dass Eile geboten ist, da der Stichtag für den Verfall der Ansprüche (Escheat-Datum) immer näher rückt. Handeln Sie daher zügig und halten Sie mich über den Fortschritt auf Ihrer Seite auf dem Laufenden.
Hinweis:
Nachfolgend finden Sie einen E-Mail-Entwurf, den Sie an die Bank senden können:
Sehr geehrter Herr Demir Ali,
ich wende mich an Sie bezüglich eines Erbanspruchs in Höhe von 13.500.000,00 EUR (dreizehn Millionen fünfhunderttausend Euro). Ich bin der nächste Angehörige des verstorbenen Ingenieurs Hudson Haupt. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir nähere Einzelheiten zu dieser Transaktion mitteilen und erläutern könnten, wie die Gelder möglichst umgehend an mich ausgezahlt werden können.
Ich freue mich auf Ihre baldige Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen
Herr Clemens Kaiser
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Schweiz
Privatadresse: (Adressen werden bei uns grundsätzlich unkenntlich gemacht) 177a, 8008 Zürich, Schweiz.
In der nunmehr zitierten E-Mail erkennen wir übrigens ein weiteres Indiz für einen versuchten Vorauszahlungsbetrug. Es wird zeitlicher Druck aufgebaut: „Bitte beachten Sie, dass Eile geboten ist, da der Stichtag für den Verfall der Ansprüche (Escheat-Datum) immer näher rückt. Handeln Sie daher zügig und halten Sie mich über den Fortschritt auf Ihrer Seite auf dem Laufenden.“ Ja, immer hübsch schnell, damit die Opfer der Vorauszahlungsbetrüger nicht wirklich viel Zeit zum Nachdenken haben und auch gar nicht erst auf die Idee kommen, dazu einmal eine unabhängige Meinung einzuholen oder zu einschlägigen E-Mails im Internet zu recherchieren.
Spannend ist auch die E-Mail-Adresse des angeblichen Kollegen bei der Deutschen Bank in der Türkei. accountoffice@deutshebak.com. Weiß der etwa nicht, wie man Deutsche Bank schreibt? Nun, vermutlich weiß er es sehr wohl. Aber was wir hier sehen, nennt man Typo-Squatting, also eine Falschschreibung. Dies geschieht mit dem Ziel, unachtsamen Zeitgenossen eine Falle zu stellen. Durch Weglassen oder Verdrehen von Buchstaben soll hier vorgegaukelt werden, dass es sich tatsächlich um eine E-Mail-Adresse der Deutschen Bank handelt.
Für mich bedeutet das gleichzeitig, dass ich die weitere Recherche und damit auch den weiteren E-Mail-Verkehr an dieser Stelle stoppe. Denn Typo-Squatting birgt über den hier versuchten Vorauszahlungsbetrug noch eine ganz andere Gefahr. Meist wird es mit Typo-Squatting-Webseiten in Verbindung gebracht. Und Typo-Squatting-Webseiten sind leider eine unterschätzte Gefahr im Internet. Worum geht es also beim Typo-Squatting genau?
Das Internet ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Wir nutzen es zum Einkaufen, zur Kommunikation, für Bankgeschäfte und zur Informationssuche. Dabei geben wir häufig Internetadressen direkt in die Adresszeile unseres Browsers ein. Doch was passiert, wenn wir uns bei einer Adresse vertippen oder eine Webseite aufrufen, deren Name einer bekannten Internetseite täuschend ähnlich sieht? Genau dieses Problem nutzen sogenannte Typo-Squatting-Webseiten aus. Sie stellen eine Gefahr für die Sicherheit und den Datenschutz der Internetnutzer dar.
Der Begriff Typo-Squatting setzt sich aus dem englischen Wort „typo“ für Tippfehler und „squatting“ für das Besetzen zusammen. Dabei registrieren Kriminelle oder andere Betreiber Internetdomains, deren Schreibweise bekannten Webseiten ähnelt. Ein Beispiel wäre eine Adresse wie „gooogle.com“ statt „google.com“. Auch der Austausch einzelner Buchstaben, das Vertauschen von Zeichen oder die Verwendung zusätzlicher Wörter können dazu führen, dass eine gefälschte Webseite mit einer echten verwechselt wird. Das Ziel besteht häufig darin, möglichst viele Besucher auf die eigene Seite zu locken.
Die Absichten hinter solchen Webseiten können sehr unterschiedlich sein. Manche Betreiber möchten durch Werbung Einnahmen erzielen, indem sie Nutzer auf eine Seite mit zahlreichen Werbeanzeigen weiterleiten. Andere verfolgen jedoch betrügerische Ziele. Besonders gefährlich sind Webseiten, die das Aussehen bekannter Online-Shops, Banken oder sozialer Netzwerke nachahmen. Sie versuchen, Besucher zur Eingabe persönlicher Daten, von Passwörtern oder Kreditkarteninformationen zu bewegen. Diese Form des Betrugs wird als Phishing bezeichnet. Gelangen sensible Daten in die Hände von Kriminellen, können diese beispielsweise für Identitätsdiebstahl, unberechtigte Zahlungen oder weitere Betrugsversuche missbraucht werden. Darüber hinaus können manche Seiten versuchen, schädliche Software auf den Geräten ihrer Besucher zu installieren.
Ein wesentlicher Grund für den Erfolg von Typo-Squatting ist die Unaufmerksamkeit der Nutzer. Im Alltag werden Internetadressen oft schnell eingegeben, ohne jedes Zeichen genau zu überprüfen. Gleichzeitig sind viele Menschen daran gewöhnt, bekannten Webseiten zu vertrauen. Kriminelle nutzen dieses Vertrauen gezielt aus, indem sie bekannte Logos, Farben und Gestaltungselemente kopieren. Dadurch wirkt die gefälschte Seite auf den ersten Blick seriös. Auch eine verschlüsselte Verbindung, erkennbar am Kürzel „https“, bietet allein keine Garantie dafür, dass eine Webseite vertrauenswürdig ist.
Um sich vor Typo-Squatting zu schützen, sollten Internetnutzer einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen beachten. Besonders wichtig ist es, die Schreibweise von Internetadressen sorgfältig zu kontrollieren. Bei häufig genutzten Webseiten empfiehlt es sich, Lesezeichen im Browser anzulegen oder offizielle Apps zu verwenden. Links in unerwarteten E-Mails oder Nachrichten sollten kritisch geprüft werden, insbesondere wenn zur Eingabe von Zugangsdaten oder zur Zahlung aufgefordert wird. Zusätzlich können aktuelle Browser, Sicherheitsprogramme und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung das Risiko verringern. Wer auf einer verdächtigen Webseite bereits persönliche Daten eingegeben hat, sollte umgehend die betroffenen Passwörter ändern und bei finanziellen Daten seine Bank informieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Typo-Squatting-Webseiten eine vergleichsweise einfache, aber wirkungsvolle Methode darstellen, um Internetnutzer zu täuschen. Sie nutzen menschliche Fehler und das Vertrauen in bekannte Marken aus, um Aufmerksamkeit, Geld oder sensible Informationen zu gewinnen. Da sich gefälschte Internetseiten häufig nur durch kleine Unterschiede in der Adresse von echten Webseiten unterscheiden, ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Ein bewusster Umgang mit Internetadressen und ein grundlegendes Verständnis für digitale Gefahren können entscheidend dazu beitragen, sich vor solchen Angriffen zu schützen. Letztlich ist die eigene Aufmerksamkeit ein wichtiger Bestandteil der Internetsicherheit.
Und zu guter Letzt ist das genau der Grund dafür, dass wir diesem angeblichen Herrn Kaiser überhaupt geantwortet haben. Weil wir hoffen, mit unseren Beiträgen zu Spam, Vorauszahlungsbetrug, Identitätsdiebstahl oder Typo-Squatting dazu beizutragen, den Betrügern das Leben schwerer zu machen und vielleicht auch den einen oder anderen Betrugsfall zu verhindern.
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