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Spam & KonsortenUnternehmensbeteiligungUnternehmensnachfolge

Die spammende „Unternehmensberatung“

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind ein dynamisches und stark wachsendes M&A-Beratungshaus. Unsere Kernkompetenz liegt in der Vermittlung von Unternehmen, die eine Nachfolgeregelung oder Beteiligung suchen.“

Nein, das ist nicht zufällig ein Werbebrief der Jörg Haupt Management Consulting. Wir verfassen solche Briefe nämlich nicht. Das kam heute als unverlangt zugesandte E-Mail. Gemeinhin sind solch unverlangt übermittelte E-Mails als „Spam“ bekannt. Doch geben wir den „Kollegen“ eine Chance und schauen wir einfach mal, was sie weiter so schreiben.

„Unserer Brokerabteilung liegen derzeit Anfragen von potentiellen Kaufinteressenten und Investoren für Unternehmen Ihrer Branche sowie Ihrer Region vor. Diesbezüglich sind wir auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden.“

Nun ja, aufmerksam geworden ist vermutlich eher eine Adressdatenbank, die einfach alle ihr bekannten E-Mail-Adressen ausgespuckt hat. Jedenfalls haben die qualifizierten „Kollegen“ dabei glatt übersehen, dass Sie ein Wettbewerbsunternehmen angeschrieben haben.

Und damit haben sich die lieben Kollegen glatt disqualifiziert. Investoren für die Branche Unternehmensberatung – wir halten uns mit Kommentaren mal vornehm zurück. Weiter spammen die „Kollegen“:

„Sollten Sie den Verkauf Ihres Unternehmens planen oder eine Beteiligung suchen, bitten wir um kurze Nachricht per E-Mail oder Telefon.“

Nein danke, lieber nicht. Übrigens, Ihr Rechercheexperten: Werft mal einen Blick in unseren Unternehmensmarkt. Merkt Ihr was?

Wir denken, dass es sich bei den spammenden „Kollegen“ um Abzocker handelt, die gegen eine saftige Gebühr Unternehmen auf ihrer Webseite als zum Verkauf stehend oder eine Beteiligung suchend präsentieren. Vermutlich ist es dann Glücksache, ob es tatsächlich zu einer Transaktion kommt oder auch nicht. Per Spam jedenfalls macht die Suche nach einem geeigneten Target nicht wirklich einen seriösen Eindruck.

Toll auch die Betreff-Zeile: „Anfrage / Bitte nachrichtlich an die Geschäftsleitung!“ Oh ja, das muss eine wirklich wichtige E-Mail sein. Doch schauen wir noch ein wenig auf den weiteren Text dieser sagenhaften E-Mail. Dort heißt es marktschreierisch fett gedruckt:

„Wird ein Verkauf oder eine Beteiligung angestrebt?“
Welche(n) Verkaufspreis/Beteiligungssumme möchten Sie erzielen?
Grund für Ihr Vorhaben?
Bis wann wollen Sie Ihr Vorhaben umgesetzt haben?“

Na, da sind doch schon (fast) alle relevanten Eckdaten erhoben, oder? Gut auch zu wissen, dass die „Kollegen“ ankündigen, sich nach unserer Rückmeldung unverbindlich mit uns in Verbindung zu setzen.

Gerade haben wir bezüglich des Namens der „Kollegen“ einmal die große Suchmaschine mit dem G befragt: Die werten Herren „Kollegen“ bieten ihre Leistungen wohl sehr intensiv per E-Mail an. So sieht es jedenfalls die Auswertung der Treffer bei Google. Es handelt sich also offenbar um richtig fleißige Spammer. Und wir vermuten jetzt einfach mal, dass die Leistung dieser Spammer ungefähr so seriös ist wie die Art der Akquise.

In diesem Sinne noch ein fröhliches Spammen, liebe „Kolllegen“!

Bildnachweis: Lizenzfreies Bild aus der Datenbank Free PhotosBank

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