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Archiv der Kategorie Organisation
Die Nachfolge will geregelt sein
23.8.2009 von Jörg Haupt.
Laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages sind unfassbare 40.000 Unternehmen mit 140.000 Arbeitsplätzen gefährdet, weil die Nachfolgefrage nicht geregelt ist. Dies verwundert, denn hier wird das Lebenswerk vieler Unternehmer ebenso leichtfertig aufs Spiel gesetzt wie die Existenz der Mitarbeiter.
Das Thema der Unternehmensnachfolge wird auch nach unserer Erfahrung von vielen Unternehmern leider nur halbherzig oder viel zu spät wahrgenommen bzw. in die Hand genommen. Das ist schade, denn dadurch lassen sich viele Chancen oftmals nicht nutzen.
Zunächst einmal sollte schon zu Lebzeiten daran gedacht werden, dass einem Unternehmer durchaus auch einmal etwas passieren kann. Zwar beschäftigt sich verständlicherweise niemand gerne mit seinem eigenen Ableben, doch sollte im Rahmen eines Testaments festgelegt sein, wie es mit dem Unternehmen im Fall der Fälle weitergeht.
Doch wir wollen natürlich nicht das schlimmste aller Szenarien annehmen. In den meisten Fällen wird das Thema Unternehmensnachfolge aus Altersgründen relevant. Hier ist zunächst grundsätzlich die Frage zu stellen, ob es Nachfolger in der eigenen Familie gibt oder das Unternehmen verkauft werden soll.
Findet sich ein Nachfolger in der eigenen Familie, so ist der Punkt zu bestimmen, an dem der neue Inhaber bzw. Geschäftsführer auch tatsächlich der Chef ist. In vielen Unternehmen ist dies nicht wirklich geklärt. Vielfach traut die ältere Generation der jüngeren nicht zu, das Unternehmen auch wirklich zu führen und der Junior ist nicht der Chef im eigenen Unternehmen.
Hier muss jedenfalls darauf hingearbeitet werden, dass die ältere Generation auch tatsächlich loslassen kann. Denn nur dann hat das Unternehmen eine echte Chance auf nachhaltigen Erfolg in der Zukunft. Nur wenn der Nachfolger auch bei Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern als der Entscheidungsträger identifiziert wird, kann er das Unternehmen auch tatsächlich leiten.
Wichtig dabei ist: Die Übergabe des Unternehmens muss organisatorisch begleitet werden. Auch müssen beide Generationen erkennen: Die Nachfolger werden es immer anders machen als die Vorgänger. Aber deshalb machen sie es noch lange nicht falsch. Und auch die Vorgänger haben sicherlich das meiste richtig gemacht, denn sonst gäbe es kein Unternehmen, das es zu übernehmen gibt.
Im Rahmen eines Organisationsprojektes können die Abläufe des Unternehmens meist unproblematisch an die Übergabesituation angepasst werden. So ist gewährleistet, dass es nicht zu Konflikten zwischen alter und neuer Generation kommt. Weiter wird so gewährleistet, dass während des Übergabezeitraums sowohl die alten als auch die neuen Entscheidungsträger in allen Abläufen auf dem jeweils aktuellen Stand der Dinge bleiben. Schließlich sollen Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten ja nicht das Gefühl bekommen, dass im betreffenden Unternehmen die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut.
Der andere Fall der Unternehmensnachfolge ist der, in dem das Unternehmen verkauft werden soll. Auch dieses Szenario ist rechtzeitig zu planen, denn erfahrungsgemäß dauert es einige Zeit, bis ein Nachfolger gefunden ist. Dabei können die Nachfolger entweder extern, als auch in den Reihen der eigenen Mitarbeiter zu finden sein.
Wichtig ist auch zu bedenken, dass ein Nachfolger den Kauf des Unternehmens finanzieren muss. Hier spielen auch Fragen wie die Akquise von Eigenkapital durch Business Angels oder Private Equity Häuser eine Rolle. Auch wird der potentielle Erwerber in jedem Falle eine Due Diligence durchführen und einen Businessplan schreiben. Überdies stellt sich ebenso wie im Falle des Nachfolgers aus der eigenen Familie auch bei einem Käufer die Frage nach der organsatorischen Abwicklung des Übergabeprozesses.
Was ebenfalls zu selten bedacht wird: Nur ein Unternehmen, das wirklich gut dasteht, kann auch einen optimalen Preis im Falle des Verkaufs erzielen. Hier empfiehlt es sich, das Unternehmen vor Beginn des Verkaufsprozesses einmal einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Vielfach lassen sich so Fehlerquellen beheben, das Marketing optimieren oder verborgene Umsatzquellen erschließen.
Denn ein gutes Unternehmen verkauft sich leichter und wird auch immer einen höheren Vrkaufspreis erzielen. So erhält der veräußernde Unternehmer auch eine angemessene Honorierung für sein Lebenswerk.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter
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Fallstudie - Ablauforganisation in Handwerksbetrieben
18.8.2008 von Jörg Haupt.
“Herr Haupt, Sie haben recht gehabt!” - Das hört man doch immer wieder gern. Doch der Reihe nach: Hier geht es um Reorganisation im Mittelstand. In diesem Beitrag wollen wir Ansätze für Optimierungspotentiale in der Ablauforganisation von Handwerksunternehmen betrachten.
Im letzten Jahr wurden wir von einem unserer Netzwerkpartner empfohlen: Ein Handwerksbetrieb wies Probleme in seiner Kostenstruktur auf. Außerdem gab es Defizite in der Unternehmenskommunikation.
Zunächst einmal gab es gute Nachrichten: Das Projekt konnte gefördert werden, auch wenn es in den dazu auszufüllenden Fragebögen einige recht merkwürdige Formulierungen gab. Aber da sind wir ja flexibel. Nach einigen Monaten Wartezeit kam das OK: Die Förderung war bewilligt worden und das Projekt konnte losgehen.
Ein Bereich des Projektes umfasste Fragestellungen des Marketing. Auch kleine Unternehmen können hier trotz bescheidener Budgets Großes erreichen. Pflichtübung dabei: Diverse Hinweise zur kostenlosen Kommunikation, z.B. zu kostenlosen Pressemitteilungen oder aber auch Webverzeichnissen oder Web 2.0 Portalen wie QYPE.
Auch stießen wir auf eine Merkwürdigkeit: Das Unternehmen hatte sehr früh in eine eigene Webseite investiert. Bereits zu Anfangszeiten des Internet hatte man sich eine Domain gesichert. Laut Denic gehörte die Domain jedoch dem damaligen Webdesigner.
Dies ist offenbar in der Zeit, als die ersten Webseiten ins Netz gestellt worden häufig verbreitet gewesen, birgt jedoch ein Risiko: Offiziell ist nämlich das Unternehmen, dessen Domain beim Webdesigner liegt, gar nicht der Eigentümer der Domain. Sollte der Webdesigner demnach schließen, in die Insolvenz gehen oder sonstwie Probleme bekommen kann es passieren, dass einem Unternehmen urplötzlich die Webseite abhanden kommt. Unser Tipp: Prüfen Sie doch direkt einmal, ob Ihre Domain Ihnen tatsächlich gehört.
Der zweite - und auch größere - Themenkomplex war die Ablauforganisation des Unternehmens. Im Wege eines Workshops erhoben wir die Aufbauorganisation sowie die wichtigsten Abläufe des Unternehmens. Weiter nahmen wir in den Interviews Verbesserungsvorschläge auf. Diese Daten wurden in einer Präsentation anschaulich aufbereitet.
Wichtigste Botschaft: Den einen großen Kostentreiber gab es im Unternehmen nicht. Vielmehr waren es viele kleine Teilschritte, die an verschiedenen Stellen zu suboptimalen Abläufen führten. Typisch dabei für ein Handwerksunternehmen: Die aus der Industrie hinreichend bekannten Make-or-Buy-Entscheidungen fallen häufig zugunsten des “Make”, aber zu Lasten der Kosten aus. Gemäß dem Selbstverständnis des Handwerks wird häufig selber produziert statt billiger eingekauft.
Ein weiterer Knackpunkt: Das Unternehmen besaß im Verhältnis zur Auftragslage und zur Anzahl der Mitarbeiter zu viele Kraftfahrzeuge. Diese Erkenntnis musste jedoch erst reifen, doch vor einigen Wochen konstatierte der damalige Auftraggeber: “Herr Haupt, Sie hatten recht!”
Er hatte selbst einmal beobachtet, dass eines seiner KFZ, ein LKW, eine äußerst geringe Laufleistung hatte. Also wurde dies einmal nachgehalten: In drei Wochen kam man gerade mal auf 50 Kilometer. Also wurde der LKW verkauft und dafür ein Preis von 13.000 Euro erzielt. Damit hatte sich das Projekt mit der Jörg Haupt Management Consulting endgültig amortisiert. Denn natürlich konnten seit Beendigung des Projektes weitere Kosteneinsparungen realisiert werden. Und die laufenden Kosten des LKW gibt es überdies auch nicht mehr.
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