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- 24.8.2010: Mauz! Fume!
- 8.8.2010: Der lustige Spam des Internet Marketing Verein (IMV) e.V.
- 24.7.2010: Noch mehr Nepp: Die Deutsche Markenverlängerungs GmbH
- 19.7.2010: Der Nepp nimmt kein Ende
- 30.6.2010: United Breaks Guitars - Beschwerdemanagement 2.0
- 2.6.2010: Wenn das E-Mail-Postfach in Werbemails ertrinkt
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Archiv der Kategorie Marketing
Mauz! Fume!
24.8.2010 von Jörg Haupt.
“Mauz! Fume!” - Was das heißen soll? Keine Ahnung, aber es prangt exakt so geschrieben an einigen Autobahntunneln in Düsseldorf. Und oft, wenn ich in einen Tunnel in Düsseldorf fahre, frage ich mich: “Was soll wohl das Graffiti bedeuten, das dort jemand oben auf die Tunneleinfahrt geschmiert hat?”
“Mauz! Fume!” - Haben Sie, liebe Leser, eine Idee? “Fume” könnte englisch sein und “Rauch” bedeuten. Zu “Mauz” bieten auch die einschlägugen Übersetzungs-Tools keine Vorschläge an. Rauchende Katzen vielleicht? Fragen über Fragen, die sich vermutlich auch schon tausende Autofahrer gestellt haben, wenn sie den Flughafentunnel in Düsseldorf durchquerten. Denn in beiden Fahrtrichtungen steht es dort dick und fett über der Tunneleinfahrt.
Gut, zugegeben: In Richtung Velbert könnte es sein, dass einzelne Autofahrer “Mauz! Fume!” glatt überlesen. Nämlich dann, wenn sie noch damit beschäftigt sind, die Folgen der Radarfalle zu berechnen, in die sie gerade getappt sind. Diese steht nämlich kurz vor dem Flughafentunnel auf der A 44 in beiden Fahrtrichtungen.
Doch zurück zu “Mauz! Fume!”. Wie wir nun also festgestellt haben, erschließt sich der Sinn der Botschaft nicht. Und besonders schön sind die Graffiti auch nicht. Wenn sich die Urheber doch wenigstens dabei Mühe gegeben hätten. Doch so ist es einfach nur eine sinnentleerte Schmiererei. Was bewegt Menschen wohl dazu, etwas völlig Sinnloses in einer halsbrecherischen Aktion über gleich mehrere Tunneleinfahrten der Düsseldorfer Autobahnen zu schmieren? Wenn wenigstens etwas Sinnvolles wie “Rettet die Wale!” dort stehen würde. Aber nein, dort steht “Mauz! Fume!.
Damit haben wir aber unser Augenmerk auf eine Problematik gelenkt, die auch auf die Kummunikation von Unternehmen zutrifft. Liebe Leser, machen Sie sich einmal den Spaß und rufen diverse Webseiten von Unternehmen auf. Wir gehen jede Wette ein: Bei etlichen Webseiten können Sie uns nicht sagen, um was es auf der Webseite eigentlich geht. Vor allem technisch orientierte Unternehmen, z.B. des Werkzeug- und Maschinenbaus haben häufig das Problem, dass jemand, der das Unternehmen nicht kennt gar nicht erkennen kann, welche Leistung das Unternehmen bietet. Überspitzt: Das Unternehmen könnte eigentlich auch direkt “Mauz! Fume!” auf seine Webseite schreiben.
Warum wir das an Webseiten festmachen? Ganz einfach: Diese sind schnell zu recherchieren und zeigen uns oft, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten mit ihrer Positionierung haben. Kommunikation, die nicht auf ihre Zielgruppen ausgerichtet ist, unklare Positionierungen, nicht eindeutig abgegrenzte strategische Geschäftseinheiten - dies alles spiegelt sich häufig in der Kommunikation der Unternehmen wider. Hier liegt dann schnell die Vermutung nahe, dass auch andere Submix-Bereiche des operativen Marketing oder auch die Aufbau- und Ablauf-Organisation nicht optimal aufgestellt sind. Denn die Strategie ist schließlich das Fundament für alles andere.
Die Folge: Die Unternehmen lassen Umsatzpotentiale brachliegen oder es entstehen Ihnen vermeidbare Kosten durch Ineffizenzen.
Nehmen wir wieder das Beispiel einer Webseite: Wenn ein potentieller Kunde diese im Internet findet, so besteht durchaus die Chance, dass dies irgendwann einmal umsatzrelevant wird. Wenn jedoch der potentielle Kunde nicht erkennt, worum es überhaupt geht, klickt er schnell wieder weg. Diese Chance der Akquisition ist somit vertan. Vielleicht erkennt der Kunde aber auch, worum es geht. Die Webseite ist aber unstrukturiert und einzelne Unternehmensbereiche und ihre Leistungen werden nicht klar und deutlich dargestellt. Dann verliert der Kunde schnell das Interesse, denn wer möchte sich schon endlos durch irrelevante Informationen klicken?
Hier aber setzt die Strategieberatung an, denn bereits bei der Formulierung des Unternehmenszwecks oder der Frage, was das jeweilige Unternehmen vom Wettbewerb abhebt, tun sich erfahrungsgemäß viele Unternehmer oder Führungskräfte schwer. Um bei dem Beispiel der Webseite zu bleiben: Hier lassen sich die ersten Hinweise ableiten, was man denn auf der Webseite über sein Unternehmen schreiben könnte. Denn selbst Webseiten namhafter und respektabler Unternehmen lesen sich häufig ungefähr so:
“Herzlich willkommen auf unserer Homepage! Wir freuen uns, dass Sie da sind. Schauen Sie sich ruhig in Ruhe um!” Echte Informationen? - Fehlanzeige!
Hier ist gerade im Mittelstand noch viel Potential vorhanden, denn da mittelständische Unternehmen häufig inhabergrführt sind, werden bedauerlicherweise gerade die Möglichkeiten des Internet oft unterschätzt. Und auch die Instrumente des vergleichsweise günstigen viralen Marketing bleiben vielfach ungenutzt.
Doch Marketing ist ja gerade eben nicht nur Kommunikation. Die Beschäftigung mit der Frage, was das Unternehmen denn eigentlich macht und was es besser macht als andere, führt häufig dazu, dass sich auch hinsichtlich Produktpolitik, Preispolitik oder Distributionspolitik ganz neue Wege auftun. Ein triviales Beispiel wäre das Angebot von Produkt-Bundles zur Umgehung eines reinen Preiswettbewerbs.
“Mauz! Fume!” - Und was macht Ihr Unternehmen eigentlich?
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Der lustige Spam des Internet Marketing Verein (IMV) e.V.
8.8.2010 von Jörg Haupt.
Liebe Leser,
heute erreichte uns wieder einmal eine wirklich interessante E-Mail. Interessant war sie deshalb, weil der Spam immerhin persönlich adressiert war. Ein merkwürdiger Verein mit dem Namen “Internet Marketing Verein (IMV) e.V.” schrieb uns:
“Sehr geehrter Herr Haupt,
Wir suchen Sie, Sie suchen uns!
Nun aber hat die Suche ein Ende, wir haben uns gefunden.
ABER finden andere Internetnutzer auch Sie? Ihre Webseite, Ihre Produkte?
Und nehmen Kontakt mit Ihnen auf, rufen Sie an oder kaufen bei Ihnen ein?
Sicherlich noch nicht genug. Wir sorgen dafür dass Sie gefunden werden.
Suchmaschinenoptimierung machts möglich! Durch strukturierte Arbeit an Ihrer Webseite und Erhöhung Ihrer Linkpopularität werden Sie in den Suchmaschinen gefunden.
Wir haben nicht nur Sie gefunden, sondern auch viele Unternehmen, die Ihnen das gefundenwerden vereinfachen möchten. Diese Internet-Marketing-Agenturen, die wir vermitteln, unterstützen Sie mit Rat und Tat.
Geld wollen wir von Ihnen keines, wir sind ein Verein. Der TMV e. V.
Interesse? mich finden Sie wieder unter dieser Email Adresse
nunjawirnennenjakeinenamen@domain-des-spammenden-internet-marketing-verein-e-v.de”
Wow, also wirklich! Geld wollen die von uns nicht. Aber sie vermitteln uns Unternehmen, die doch sicherlich Geld kosten, oder?
Nun ja, über den Traffic auf unseren Webseiten haben wir ja bereits des öfteren berichtet. Und seit dem letzten Bericht haben wir den Traffic auf unseren Webseiten nochmals steigern können. Im Übrigen beraten wir Unternehmen hinsichtlich ihres Marketing. Und da dazu nun einmal auch die Kommunikationspolitik gehört, kennen wir uns natürlich ein wenig mit dem Thema aus.
Die folgende Grafik zeigt jedenfalls die Entwicklung des Traffic auf unseren Webseiten seit wir im Januar 2008 beschlossen haben, diesen mit überwiegend viralen Instrumenten ein wenig zu beflügeln.
Weiter muss man konstatieren, dass dieser ominöse Internet Marketing Verein selber offensichtlich nicht optimal aufgestellt ist. Denn zum einen liefert die Suche nach diesen Spitzen-Suchmaschinen-Optimierern in den einschlägigen Suchmaschinen keineswegs deren Webseite, sondern lauter Berichte, die deren E-Mails als Spam brandmarken. Offensichtlich also ist die Webseite dieses witzigen Vereins nicht für die Suchmaschinen optimiert.
Zudem muss man sich doch fragen lassen, ob gutes Internet Marketing tatsächlich mit Spam einhergehen kann. Die Antwort liegt auf der Hand und lautet ganz klar: Nein! Der Internet Marketing Verein sollte jedenfalls wissen, dass unverlangt übermittelter Werbe-Datenmüll die meisten Empfänger einfach nur unglaublich nervt und deshalb überwiegend in deren virtuellen Papierkorb landet, wo solch elektronischer Abfall auch zweifelsfrei hingehört.
Außerdem scheint die Marketing-Kompetenz eines Vereins fraglich, der nicht einmal recherchiert, dass
- die Jörg Haupt Management Consulting selber Mandanten hinsichtlich des Marketing berät und
- auch noch mit Syncomplex Teil einer Agentur-Kooperation ist, die selbstverständlich ebenfalls im Bereich des Internet Marketing unterwegs ist.
Offensichtlich also kann von diesen Marketing-Experten nicht einmal eine saubere Recherche und somit eine passgenaue Zielgruppenansprache erwartet werden. Komplexere Dinge wie gar ein Database-Marketing dürfen wir demnach schon gar nicht erwarten.
Und auch mit der Rechtschreibung hat der Internet Marketing Verein offensichtlich so seine Schwierigkeiten. Denn die Fehler im obigen Text haben wir einfach exakt so übernommen, wie wir sie von unseren freundlichen Spammern erhalten haben. Inklusive der falschen Bezeichnung “TMV e. V.”. Ja, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die schreiben ihre eigene Vereinsbezeichnung in ihrer Spam-Mail auch noch falsch. Wahrlich, bei solcher Expertise muss man deren Leistungen einfach buchen.
Halten wir also fest:
- Das Internet-Marketing des Internet Marketing Verein (IMV) e.V. beschränkt sich offensichtlich auf das Versenden von Spam-Mails.
- Der Internet-Auftritt des Internet Marketing Verein (IMV) e.V. ist derart suchmaschinenoptimiert, dass die Suchmaschinen ihn nicht unter den relevanten Treffern auflisten.
- Anstelle fundierter Recherchen und der Identifikation relevanter Zielgruppen findet ein wahlloses Anschreiben aller Unternehmen an, die sich nicht schnell genug ducken können - und dieser Spam ist auch noch mit Fehlern bis zum Anschlag gespickt.
Das kann jetzt nicht wirklich überzeugen, oder? Andererseits zeigt der Spam jedoch, dass die Generierung von Traffic für die eigene Webseite ein riesiges Thema ist. Denn im Internet gibt es Millionen Webseiten, die um die Gunst der User buhlen. Gerade viele kleine und mittelständische, aber selbst viele große Unternehmen bleiben jedoch signifikant hinter den Möglichkeiten zurück, die ihnen das Internet heute bietet.
Viele Webseiten von Unternehmen sind in der Tat nicht für die Suchmaschinen optimiert. Vielfach machen Webseiten auch respektabler Unternehmen gar den Eindruck, als wäre ihre Erstellung die Gefälligkeit des Enkels des besten Freundes des Firmeninhabers gewesen. Dabei verkennen die Unternehmen, dass die Bedeutung ihres Auftritts im Internet bereits seit Jahren kontinuierlich steigt. Während viele Unternehmer noch sehr viel Geld in riesige Anzeigen in Telefonbüchern investieren, suchen ihre potentiellen Kunden die gewünschte Dienstleistung längst größtenteils im Internet.
Hier wird also leider immer noch sehr viel Potential verschenkt. Auch ist es erstaunlich, wie viele Unternehmen uns auf ihren Webseiten zwar verraten, dass sie wirklich spitze sind und erstklassige Leistungen erbringen. Nur leider erfährt man häufig nicht einmal, worin sie denn so gut sind. Ebenso verzichten immer noch viele Unternehmen auf die Nutzung viraler Instrumente des Social Web. Hier gibt es also noch jede Menge Potential zur Optimierung des Marketing im Internet.
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United Breaks Guitars - Beschwerdemanagement 2.0
30.6.2010 von Jörg Haupt.
Im Geschäftsleben kann immer auch mal etwas schief gehen. Das ist an und für sich vielleicht manchmal etwas ärgerlich, grundsätzlich jedoch zu verkraften. Denn wo Menschen arbeiten, da werden zwangsläufig auch manchmal Fehler gemacht.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch, solche Fehler kulant und großzügig im Sinne des Kunden zu beheben. Denn (fast) jeder hat sicherlich Verständnis dafür, dass auch ab und an eben einmal nicht alles glatt läuft. Niemand jedoch hat Verständnis, wenn ein Unternehmen bei einem Garantiefall nicht einteten will oder sich auf “Dienst nach Vorschrift” zurückzieht.
In unseren Augen ist dies sehr kontraproduktiv für ein Unternehmen, denn hier werden zwar vordergründig einige Kosten gespart. Der Imageschaden ist jedoch umso größer. Zudem konterkarriert ein solches Verhalten sämtliche Anstrengungen eines Unternehmens, ein positives Image aufzubauen und potentielle Kunden zum Kauf seiner Produkte oder Dienstleistungen zu bewegen.
Jeder Kunde wird begeistert berichten, dass zwar zunächst etwas schiefgelaufen ist, man sich daraufhin jedoch ein Bein ausgerissen hat, um ihn dennoch zufrieden zu stellen. Ganz anders verhält es sich aber, wenn ein Unternehmen ein Problem verursacht, dann jedoch nicht dafür einstehen möchte.
In einem solchen Fall hat ein Kunde mehrere Möglichkeiten. Unter anderem kann er seinen Anwalt bemühen und vor Gericht ziehen. Oder aber er nutzt die Tatsache, dass das moderne Mitmach-Internet ihm eine enorme Reichweite verschafft. Wenn der entsprechende Kunde des Unternehmens dann auch noch selber eine Leistung anbietet, nutzt er die Möglichkeiten der modernen Web 2.0 Kommunikation gleich doppelt.
Wie das geht macht uns der Country-Musiker Dave Carroll vor: Auf einem Flug mit United Airlines wurde seine Gitarre beschädigt. Doch anstatt für den Schaden aufzukommen, stellte United Airlines sich quer. Dave Carroll wehrte sich auf seine ganz eigene Art: Er schrieb einen Song und berichtete über den Vorfall in seinem Blog. Zum Song produzierte er ein lustiges Video, dass er bei YouTube einstellte.
Dave Carroll hat so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Denn natürlich hat United Airlines ihm daraufhin den Schaden ersetzt. Aber er konnte durch die Aktion auch seinen Bekanntheitsgrad steigern. In diesem Sinne viel Spaß mit dem Video.
Wir sehen hier also nicht nur ein Beispiel für ein völlig fehlgeleitetes Beschwerdemanagement und einen dadurch verursachten Imageschaden. Vielmehr sehen wir hier auch ein interessantes Beispiel für eine virale Marketing-Kampagne.
Virale Kampagnen verbreiten Werbebotschaften durch gezielte Nutzung von Social Web Plattformen im Internet. Gute Kampagnen erzielen mit einem äußerst geringen Marketing-Budget eine erhebliche Reichweite und können somit ein wichtiger Baustein in der Kommunikation des Unternehmens sein.
Demnach ist die Aktion von Dave Carrol also auch ein Beispiel für eine gelungene virale Kampagne. Immerhin hat das Video bereits über 8,7 Mio. Aufrufe gehabt, seit es bei YouTube eingestellt wurde.
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Wenn das E-Mail-Postfach in Werbemails ertrinkt
2.6.2010 von Jörg Haupt.
Als Unternehmensberatung für Strategie, Marketing und Organisation haben wr quasi eine angeborene Neugier, wenn es darum geht zu ergründen, was wohl hinter dem ein oder anderen ominösen Angebot steckt. So war es auch, als wir ein Gewinnspiel entdeckten, das von sich behauptete, täglich eine Million Euro auszuspielen. Als “Gegenleistung” erklärte man sich bereit, gelegentliche Newsletter der mit diesem Gewinnspiel werbenden Unternehmen zu empfangen.
Nein, keine Angst, wir sind nicht völlig wahnsinnig. Für solcherlei Spielchen besitzen wir eine Art Junk-Mail-Adresse, über die wir keine ernstzunehmenden E-Mails erwarten. Aber immerhin können wir darüber kontrollieren, was “gelegentliche Newsletter” tatsächlich bedeuten. In diesem Falle waren es kürzlich über 600 Werbemails in gerade einmal 15 Tagen.
Das Faszinierende daran ist, welche E-Mail-Flut solch eine Einverständniserklärung hervorruft. Wobei es danach offensichtlich unmöglich ist, jemals wieder aus diesem E-Mail-Verteiler herauszukommen. Denn es sind immer neue Absender dabei, obwohl die dazugehörige E-Mail-Adresse nirgendwo öffentlich hinterlegt ist. Die Methoden dieser Newsletter-Versender gleichen mithin denjenigen der Spammer. Einziger Unterschied: Man wird im Spam eben sogar namentlich angesprochen.
Toll ist, dass man wirklich wahllos alles erhält. Egal ob nun Damen- oder Herrenmode, der Wechsel der Versicherung, Reiseangebote oder Partnersuche: Man wird gnadenlos zugeschüttet. Gut, wir rufen diesen Datenmüll alle paar Tage ab und löschen ihn einfach komplett. Das kostet nicht wirklich Zeit und Geld. Was uns dabei eher interessiert ist das Thema Werbewirkung.
Und ganau hier sehen wir das eigentliche Problem solcher Massenmails. Denn der Großteil der Empfänger wird voraussichtlich nach einiger Zeit genervt Vermeidungsstrategien entwickeln. So werden sie sich z.B. einfach eine neue E-Mail-Adresse zulegen oder im E-Mail-Programm die jeweiligen Absender blockieren.
Nun kann man natürlich argumentieren, dass es aufgrund der geringen Kosten des massenhaften E-Mail-Versands nicht darauf ankäme. Andererseits stellt sich uns immer die Frage, ob es wirklich der Reputation der eigenen Marke zuträglich ist, wenn Verbraucher derart mit Werbebotschaften bombardiert werden. Zwar verwenden viele dieser E-Mail-Versender offensichtlich Partnerprogramme, so dass sich der Versand dieser E-Mails der Kontrolle der jeweils beworbenen Markenartikler entzieht. Ob dies immer im Sinne der jeweiligen Markenartikler ist sei demnach dahingestellt. Das Umfeld und die Seriosität der entsprechenden Massenmails sind faktisch nicht zu kontrollieren.
Hinzu kommt, dass viele Verbraucher gar nicht wissen, wie das System der Partnerprogramme funktioniert. Sie erhalten demnach nach ihrem Verständnis eine E-Mail von einem Markenartikler bzw. von einer von diesem Markenartikler beauftragten Agentur. Da diese E-Mails jedoch gleichsam wie Spam versendet werden und entsprechend häufig eingehen, werden die Empfänger der Werbeflut entsprechend genervt reagieren.
Gut, wenn der Markenartikler Glück hat, wird die Werbebotschaft nicht einmal mehr wahrgenommen. Denn dann wird nur noch blind weggeklickt. Insofern erscheint es fraglich, ob es wirklich die geeignete Strategie ist, der Problematik des Information Overload entgegenzuwirken, indem man die Konsumenten mit noch mehr Werbung zuschüttet.
Was aber tun, um sich trotz der zunehmenden Vielfalt von Anbietern dennoch prägnant im Markt zu präsentieren? Nun, hier gibt es durchaus Ansätze, den Spieß quasi herumzudrehen und Verbraucher für Ihr Unternehmen zu interessieren. Denn Hand auf’s Herz: Ein penetrantes “Kauf mich! Kauf mich!” ist letztlich nur noch nervtötend und einfallslos.
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Twitter automatisch
13.4.2010 von Jörg Haupt.
Per E-Mail bekamen wir kürzlich die Nachricht: Auf unserem Twitter-Profil haben wir einen neuen Follower. Nun ist das ja an und für sich gar nicht mal schlecht. Denn wie sich mittlerweile immer weiter herumspricht, kann Twitter durchaus eine interessante und überdies kostenlose Möglichkeit sein, ein wenig Werbung in eigener Sache zu betreiben.
Auch das ist zunächst einmal durchaus positiv zu sehen, denn der Ansatz von Twitter, anderen Menschen zu erzählen, was man denn gerade macht, kann ja auch aus Unternehmenssicht interessant sein. Immerhin kann ein Unternehmen ja durchaus auch für andere Internet-Nutzer interessante Informationen bereitstellen oder aber Nachrichtenredaktionen können auf diese Art kurz und knapp über aktuelle Themen informieren. Der Link auf den entsprechenden Beitrag auf der eigenen Webseite gehört entsprechend dazu.
Allerdings haben wir bei der Überprüfung unseres neuen Followers entdeckt, dass er Werbung für ein Tool macht, das auf den automatischen Aufbau von Followern aus ist. Was ist demnach davon zu halten? Nun, nach unserer Meinung: Nichts! Klar, bei Verwendung solcher Tools erhöht man automatisch rapide die Zahl seiner Follower. Aber es ist auch die Frage zu stellen, ob diese automatischen Follower den Nachrichten auch tatsächlich folgen. Vermutlich eher nicht und die kommunizierte Botschaft kommt somit gar nicht bei einem interessierten Empfänger an.
Die Befürworter dieser Technik gehen zwar davon aus, dass die Kosten solcher Software gering wären und somit die Arbeitszeit kompensieren, die man zum Aufbau echter Follower benötigt. Zudem würde, so die Argumentation, das Ranking bei Twitter extrem gesteigert. Solche Argumentation erinnert jedoch stark an die Diskussionen um den gezielten Linkaufbau, mit dem versucht wurde, den Google PageRank zu beeinflussen.
Erfahrungsgemäß rufen alle Versuche der künstlichen (also meist technischen) Beeinflussung von Suchmaschinenergebnissen oder Netzwerken des Social Web über kurz oder lang Abwehrreaktionen hervor. So achtet z.B. Twitter bereits darauf, dass ab einer bestimmten Anzahl derjenigen Profile, denen man selber folgt, ein gewisses Verhältnis zu denjenigen Profilen bestehen muss, die auch bereit sind, dem jeweiligen Urheber zu folgen. Anders ausgedrückt: Folgen mir nur einige weniger Nutzer und ich folge gleich mehreren hundert, spricht einiges dafür, dass ich mittels Spamming im Ranking nach vorne kommen möchte. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Strategie von einem dauerhaften Erfolg gekrönt ist, erscheint uns begrenzt. Nach unserer Einschätzung wird vielmehr Twitter seine Überwachungsmechanismen ausbauen und die klassischen Suchmaschinen werden solche Profile ebenfalls zurückstufen.
Wie immer zeigt sich, dass solche Tricks niemals wirklichen Erfolg im Rahmen der Unternehmens-Kommunikation bringen können. Denn Hand aufs Herz: Auch Sie sind doch vermutlich eher an richtigen Inhalten interessiert und nicht an einer Sammlung von Werbelinks, die lieblos zusammengehauen und danach automatisiert an möglichst viele virtuelle und anonyme Follower posaunt werden. Erfahrungsgemäß stehen Menschen eben doch auf echte Inhalte, die auch von Menschen gemacht werden.
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