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Archiv der Kategorie Spam & Konsorten

Mein Branchenbuch Krefeld - Post von der J. Kerler Verlag GmbH

Gestern hatten wir wieder einmal enen interessanten Brief im Briefkasten. Denn ein Unternehmen namens J.Kerler Verlag GmbH aus Ingolstadt schreibt uns einen Brief, in dessen Kopfzeile dick, fett und gelb hinterlegt “Branchenbuch Krefeld” steht.

Weiter steht da:

Eintragungsantrag

zur Aufnahme in unser regionales Branchenbuch im Internet, bitten wir Sie Ihre Unternehmensdaten zu prüfen und uns den Eintragungsauftrag bis spätestens 30.04.2011 zurück zu senden.

Nun, das werden wir natürlich garantiert nicht machen. Was wir jedoch machen werden ist, uns mit diesem neuerlichen Beispiel für bedingt seriöse Offerten einmal näher zu befassen.

Wieder einmal finden wir hier die klassische Vorgehensweise all derjenigen Fälle vor, die unter dem Begriff Formularbetrug subsumiert werden. Wobei der Begriff “Betrug” eigentlich nicht korrekt ist. Denn in der Regel schließt man tatsächlich einen gültigen Vertrag mit dem jeweiligen Unternehmen ab. In diesem Fall also mit der J. Kerler Verlag GmbH, die einem 99,00 € im Monat für den Eintrag in einem nutzlosen Verzeichnis abluchsen will.

Schauen wir uns das Verzeichnis also einmal genauer an. Die J. Kerler Verlag GmbH betreibt neben einer Startseite mit der Domain www.meinbranchenbuch-deutschland.de diverse weitere Webseiten mit regionalem Bezug, darunter mit der Domain www.meinbranchenbuch-krefeld.de auch auch eine Seite für Krefeld. Diese sieht folgendermaßen aus (Screenshot vom 05.03.2011):

Mein Branchenbuch Krefeld - Screenshot

Nun, dagegen ist grundsätzlich erst einmal nichts einzuwenden. Aber macht es tatsächlich Sinn, sich für 99,00 € monatlich dort einzutragen?

Nun sind wir ja eine Unternehmensberatung in Krefeld. In einer fundierten Datenbank sollten wir also z.B. in der Suchwortkombination “Unternehmensberatung” & “Krefeld”, “Unternehmensberater” & “Krefeld” und “Consulting” & “Krefeld” auffindbar sein. Doch auffindbar sind wir lediglich unter “Consulting” & Krefeld” (Screenshot vom 05.03.2011):

Die Jörg Haupt Management Consulting und ihr Eintrag in “mein-branchenbuch-krefeld.de”

Unter dem Stichwort “Consulting” sind wir also offensichtlich bereits in das Verzeichnis für Krefeld eingetragen. Wozu also die kostenpflichtige Leistung der J. Kerler Verlag GmbH in Anspruch nehmen? In dem freundlichen Schreiben eben dieses Verlags heißt es dazu:

Die Richtigkeit der oben aufgeführten Firmendaten sowie die Aufnahme in das Online Branchenbuch www.meinbranchenbuch-krefeld.de wird zum Grundpreis von jährlich 1.188,00 Euro netto für den Basiseintrag mit Ihrer Unterschrift bestätigt. 

Nun, natürlich haben wir nicht unterschrieben. Denn wir sind ja nicht völlig mit der Muffe gepufft. Demnach haben wir auch kein Geld überwiesen. Dennoch sind wir mit einem Eintrag in diesem Spitzenverzeichnis vertreten. Gut, zugegeben, natürlich fehlt ein Link auf unsere Webseite und das Unternehmen heißt korrekt “Jörg Haupt Management Consulting” und nicht “Management und Consulting Jörg Haupt”. Offensichtlich sind die eingetragenen Daten also auch noch schlampig recherchiert. Aber wir sind ja auch ohne das ominöse neue Krefelder Branchenbuch der J. Kerler Verlag GmbH ganz gut im Internet zu finden.

Überhaupt: Kämen Sie auf die Idee, eine Domain namens “meinbranchenbuch-krefeld.de” aufzusuchen? Längst gibt es doch fundierte Telefon- und Branchenverzeichnisse von 11880 bis telefonbuch.de. Und im Zweifel kann man ja auch immer noch die einschlägigen Suchmaschinen befragen.

Warum aber scheinen immer wieder Menschen auf derartige Angebote anzuspringen? Nun entweder meinen Sie, dass es sich um ein Schreiben eines der großen Telefonbuchverlage handelt. Zwar wird im Kleingedruckten darauf hingewiesen, dass dies nicht der Fall ist. Insofern kann man da eigentlich auch kein Mitleid mit denjenigen haben, die darauf hereingefallen sind.

Oder aber sie meinen, Ihrem Unternehmen etwas Gutes zu tun und buchen den Eintrag in dem guten Glauben, das Marketing Ihres Unternehmens damit zu beflügeln. Damit kommen wir aber einem weiteren Phänomen auf die Spur: Manche Leute tun sich hinsichtlich des Marketing mit sauberer Grundlagenarbeit unheimlich schwer, um dann später unendliches Geld für völlig sinnlose Aktionen auszugeben. Dabei könnten Unternehmen an dieser Stelle durch sinnvollen Einsatz ihrer knappen Ressourcen viel Geld sparen und denoch die Effizienz ihrer Kommunikation deutlich steigern.

Es bleibt also das, was man gemeinhin ein “Geschmäckle” nennt. Denn natürlich sind die Farben, mit denen das Branchenbuch der J. Kerler Verlag GmbH auftritt, nicht ganz zufällig gewählt. Natürlich erinnert der gelbe Balken mit dem Hinweis “Branchenbuch” an die bekannten Gelben Seiten. Übrigens: Dort sind wir z.B. sowohl im Hauptportal der Gelben Seiten als auch in deren B2B-Marktplatz selbstverständlich auch unter der Suchwortkombination “Unternehmensberatung” und “Krefeld” zu finden. Und das sogar ganz ohne ein ominöses Angebot, das uns 1.188,00 € netto im Jahr kostet. Aber das ist es wohl, was eine fundierte Datenbank eines seriösen Unternehmens vom Angebot eines Spammers unterscheidet.

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Die Formularbetrüger sind wieder unterwegs

Die Formularbetrüger sind wieder unterwegs. Oder sollten wir sagen: Immer noch? Nun ja, vermutlich werden die Formularbetrüger mit ihrem Nepp so lange weitermachen, wie sie immer wieder Opfer für ihren Nepp finden.

Diese Woche haben uns gleich drei (!) alte Bekannte angeschrieben: Zunächst ging ein Schreiben des nutzlosen Ausstellerverzeichnisses Expo-Guide ein. Gestern folgte dann, ebenfalls auf dem Postweg, ein Schreiben des hochseriösen Unternehmens Deutsche Markenverlängerungs AG. Ja, und heute hatten wir dann zu allem Überfluss noch eine E-Mail des Absenders Gelbes Branchenbuch in unserem Spamfach.

Nun ja, grundsätzlich gibt es darüber eigentlich nichts Neues zu berichten. Dieser Schund enthält lauter Angebote zu definitiv nicht benötigten Leistungen. Und da diese Angebote regelmäßig wie amtliche Schreiben aufgemacht sind, fallen manche Menschen eben darauf herein.

So halten manche Leute den Brief des nutzlosen Ausstellerverzeichnisses Expo-Guide offensichtlich für ein Schreiben eines Messeveranstalters. Sie buchen die angebotene “Leistung” im guten Glauben, damit ihren Messeauftritt zu unterstützen. Doch Fehlanzeige: Nicht umsonst warnen diverse Messeveranstalter davor, das Formular des Expo-Guide ausgefüllt an das dahinter stehende Unternehmen zurück zu senden. Denn man erteilt einem unseriösen Anbieter einen teuren Auftrag für eine völlig nutzlose Dienstleistung.

Ähnlich verhält es sich mit der Deutschen Markenverlängerungs AG, vor der das Deutsche Patent- und Markenamt auf seiner Webseite ausdrücklich warnt. Gut, zugegeben, in unserem Artikel zu diesem superseriösen Anbieter hieß das Unternehmen noch Deutsche Markenverlängerungs GmbH. Ohne weitere Prüfung gehen wir jedoch davon aus, dass diese Bauernfänger jetzt halt einfach nur anders firmieren. Auch die Adresse hat sich geändert, denn man sitzt jetzt auf der Wittestraße 30 K in 13509 Berlin.

Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Man schreibt uns: “Die Registrierung ihrer Marke ist 10 Jahre gültig und kann um weitere 10 Jahre verlängert werden. Um ihr Markenrecht zu erneuern, sollten Sie dieses Schreiben an uns zurücksenden.” Doch halt: Genau das sollte man auf keinen Fall machen. Denn dann erteilt man diesen Knalltüten ja einen Auftrag für eine nutzlose Dienstleistung. Immerhin: Für Rückfragen geben diese Granaten sogar ihre E-Mail-Adresse und Telefon- sowie Fax-Nummer an. Und da dieses Spitzenunternehmen uns postalisch zuspammt, geben wir den E-Mail Spammern ebenfalls eine Chance: Man erreicht die Deutsche Markenverlängerungs AG per E-Mail unter verlaengerung@markenverlaengerung.de

Da somit aufgrund des netten Schreibens der hochseriösen Deutsche Markenverlängerungs AG auch deren Domain feststeht, haben wir doch einfach mal Denic befragt. Nach deren Angaben sitzt die Deutsche Markenverlängerungs AG auf dem Kurfürstendamm 21 im 00000 Berlin. Super seriös, das Ganze, oder? Und nein, die Webseite eines solchen unseriösen Spammers rufen wir lieber gar nicht erst auf, denn wer weiß schon, was einen auf der Webseite eines Betrügers wirklich erwartet. Bekanntlich ist eine gewisse Vorsicht immer noch der beste Virenschutz.

Wir erwarten jedenfalls auf der Webseite eines solchen Unternehmens im günstigsten Falle Werbung für deren nutzlose Dienstleistung. Im ungünstigsten Falle könnte uns Malware erwarten, wobei diese Gedankenspiele auch einiges über Strategie und die daraus folgende Positionierung eines Unternehmens aussagen. Denn wer davon lebt, andere Menschen über’s Ohr zu hauen, dem trauen wir doch glatt weitere Machenschaften in den Grauzonen der Legalität zu.

Die Spam-Mail des Absenders Gelbes Branchenbuch ist da natürlich auch nicht viel besser. Die schicken sogar ein Formular im Format pdf mit, das man doch bitte per Fax retournieren soll. Wir empfehlen dagegen, den Anhang dieser Spam-Mail lieber gar nicht erst zu öffnen. Denn auch hier gilt unsere strategische Grundsatzüberlegung: Wer uns schon eine E-Mail in der Absicht schickt, uns zu bescheissen, von dem erwarten wir doch förmlich, dass sich im Anhang der E-Mail Malware verbirgt.

So, kommen wir nun zu einer echten Management-Empfehlung - schließlich ist die Jörg Haupt Management Consulting ja eine Unternehmensberatung: Vermeiden Sie unnötige Kosten, indem sie sie Briefe wie den von der Deutschen Markenverlängerungs GmbH oder AG oder wie auch immer die Firmierung in Zukunft lauten wird oder des nutzlosen Ausstellerverzeichnisses Expo-Guide einfach wegwerfen. Weitere Kosten können Sie sparen, indem Sie z.B. Spam-Mails wie die des Absenders Gelbes Branchenbuch einfach löschen. Alleine durch Ignorieren des Schreibens der Deutschen Markenverlängerungs AG haben wir nämlich 1.560,00 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer eingespart. Soviel wollten diese Abzocker nämlich für ihre nutzlose Dienstleistung haben. ;)

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Marketing mit Erfolg - aber doch bitte nicht mit Spam-Mails!

Neulich bekamen wir wieder einmal eine E-Mail von einem uns nicht bekannten Absender. Dieser versprach uns Marketing mit Erfolg. Nun ja, da ist er bei uns mit seinem Spam ja genau richtig. Denn schließlich ist die Jörg Haupt Management Consulting eine Unternehmensberatung für Strategie, Marketing und Organisation. Und da sind wir ja dann besonders gespannt, was uns ein Spammer denn so anbietet.

Zunächst einmal möchten wir feststellen, dass zum Marketing mit Erfolg sicherlich mehr gehört als lediglich eine Webseite gleichen Namens. Weiter möchten wir dem erfolgreichen Marketing-Experten den Tipp geben, dass eine Spam-Mail mit der Anrede “Sehr geehrte Damen und Herren” schonmal aufgrund der fehlenden persönlichen Ansprache nicht geeignet ist, Vertrauen in die Kompetenz des Anbieters aufzubauen. Dies umso mehr, als seine eigene Webseite nicht einmal eine Description enthält, mithin also bereits Defizite in der angebotenen Leistung der Suchmaschinenoptimierung aufweist.

Ohnehin sind Spammer allgemein nicht gerne gelitten. Und wenn dem Marketing-mit-Erfolg-Experten nicht mehr einfällt als das wahllose Anspammen diverser Unternehmen, so kann es mit der Kompetenz ja wohl nicht allzu weit her sein. Auch ist zu beachten, dass der freundliche Herr mit seiner Spam-Mail einen Rechtsstreit provoziert. Intelligente Spammer sitzen deshalb ja auch überwiegend in Drittländern, in denen das EU-Recht nicht durchgreift.

Nicht so jedoch unser Experte mit der Marketing-mit-Erfolg-Domain. Der hat tatsächlich eine de-Domain, damit ihn die Anwälte der angespammten Unternehmen auch ganz leicht finden. Doch schauen wir mal, was unser Experte denn so schreibt:

“Sehr geehrte Damen und Herren,

heutzutage suchen über 85% der Internetnutzer (BVDW), Dienstleister und Produkte hauptsächlich über Suchmaschinen.

Auch werden über Suchmaschinen Preise verglichen, Informationen und Daten gesucht und vor jedem Kauf im Internet wird noch einmal sprichwörtlich “gegoogelt”. Da Google derzeit Europaweit Marktführer im Bereich der Suchmaschinen ist, spielt es daher eine sehr wichtige Rolle dort eine gute Platzierung zu besitzen.”

Nun ja, das ist erst einmal nichts Neues. Dass der Urheber dieser Botschaft jedoch ein Spammer ist, der einige Mindestelemente des Suchmaschinenmarketing auf seiner Webseite unterlässt und darüber hinaus in den paar oben zitierten Sätzen auch noch zwei Kommafehler und einen Rechtschreibfehler einbaut, ist dagegen geradezu grotesk. Dem Marketing-Experten sei überdies gesagt, dass Marketing mehr bedeutet als bei Google ganz oben in den Suchergebnissen zu erscheinen. Denn Marketing bedeutet marktorientierte Unternehmensführung. Auch hier versagt der spammende Marketing-Experte, denn Spam ist niemals marktorientiert. ;)

Doch weiter:

“Die schönste Webseite bringt Ihnen nichts wenn Sie mit den für Sie relevanten Begriffen bei Google, Yahoo, BING & Co. nicht top platziert sind. Um eine Top Platzierung zu erreichen bedarf es einer professionellen Suchmaschinen- Optimierung Ihrer Webseite. Die Vorteile einer Suchmaschinenoptimierung sind:

  • Gezielte Neukundengewinnung
  • Erleichtert Ihre Kundenbetreuung mittel- und langfristig und verbessert Ihre Auftragslage durch die Zielgruppenansprache
  • Die Online-Präsenz Ihres Unternehmens wird durch optimale Erreichbarkeit auf den ersten Ergebnisseiten der Suchmaschinen gefördert
  • Ihr Unternehmen erreicht einen klaren und entscheidenden Vorsprung gegenüber Ihren Wettbewerbern durch die optimale Auffindbarkeit in den Suchmaschinen
  • Sie stärken das Image und Ihre Marke, indem Sie sich langfristig dort platzieren, wo Ihre Produkte und Dienstleistungen gesucht werden: auf den vorderen Plätzen in den beliebtesten Suchmaschinen des World Wide Web.”

Ne, ist klar. Es folgt die Aufforderung, den spammenden und Schreibfehler verbreitenden Marketing-mit-Erfolg-Experten zu kontaktieren. Der Oberknaller ist ein eingefügter Link, mit dem man sich aus seinem Spam-Verteiler wieder austragen kann. “Sie möchten keine weiteren Nachrichten erhalten?”, heißt es da. Hallo! Wir wollten den Spam von vorneherein nicht!

Und genau da liegt unser Kritikpunkt. Denn Marketing mit Erfolg ist dann doch etwas mehr als eine gleichlautende Domain und die Platzierung an der obersten Stelle von Suchergebnissen in Google. Marketing mit Erfolg ist mehr als eine Spam-Mail, die - da unverlangt übermittelt - sogar juristisch sanktioniert werden kann. Übrigens ist die Webseite des Marketing-Experten mangels Impressum (Stand 03.02.2011) ein gefundenes Fressen für alle Abmahnanwälte.

Wir empfehlen dem Experten demnach noch ein wenig Nachhilfe im Fach Marketing. Dann führt Marketing sogar zum Erfolg. ;)

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Und das passiert, wenn man die Domain des Spammers googelt:

Screenshot: Google Ergebnisse zu “Marketing mit Erfolg”

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Formularbetrug: Nationales Markenregister AG

Liebe Leser,

kennen Sie schon das Unternehmen Nationales Markenregister AG, Leopoldstraße 244 in 80807 München? Dann aufgepasst: Es handelt sich um ein Unternehmen, das dem sogenannten Formularbetrug zuzuordnen ist. Wie schon die Deutsche Markenverlängerungs GmbH verschickt dieses hochseriöse Unternehmen offiziell aussehende Formulare, in denen es mitteilt, dass der Schutz einer Marke bald ausläuft.

Auch der Sermon auf dem Formular ist fast wortgleich mit dem Blödsinn, den die ebenso unseriöse Deutsche Markenverlängerungs GmbH durch die Gegend schickt. So heißt es dort: “Die Registrierung Ihrer Marke ist 10 Jahre gültig und kann um weitere 10 Jahre verlängert werden. Um Ihr Markenrecht zu erneuern, können Sie dieses Dokument unterschrieben an uns zurücksenden.”

Ja, in der Tat. Das könnte man. Und genau damit rechnet die nationales Markenregister AG offensichtlich. Unsere Empfehlung lautet jedoch, dieses super-seriöse Dokument einfach in die nächste Altpapiertonne zu entsorgen. Denn was da von Seiten der Nationales Markenregister AG so auf hochoffiziell getrimmt daherkommt, ist nur Nepp und Bauernfängerei. Und warum sollte man solch einem Bauernfänger 1.590 € “Verlängerungsgebühr” zahlen, wenn doch der gleiche Service direkt beim Deutschen Patent- und Markenamt viel günstiger zu haben ist?

Nicht umsonst warnt das Deutsche Patent- und Markenamt auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite vor lauter merkwürdigen Markenverlängerungsdiensten und völlig unwichtigen nichtamtlichen Registern. Diese Register und Verlängerungsdienste sind nämlich unseriös, unwichtig und auch nicht vom Deutschen Patent- und Markenamt oder einer anderen Behörde beauftragt. Vielmehr gaukeln sie mit der Materie weniger vertrauten Entscheidern vor, dass es sich um offizielle Stellen handelt, die für die jeweilige Marke irgendwie von Bedeutung sein könnten. Dazu werden offiziell aussehende Schreiben verschickt, deren Zweck es ist, die Adressaten über’s Ohr zu hauen.

Denn entweder verkaufen sie wie im vorliegenden Fall der Nationales Markenregister AG eine Dienstleistung, die man bei Kenntnis der Sachlage niemals in Anspruch nehmen würde. Oder aber sie bieten die Eintragung in nutzlosen und vermutlich nicht einmal existierenden Verzeichnissen an.

Doch zurück zum Warnhinweis des Deutschen Patent- und Markenamtes: Selbstverständlich findet man in der dortigen Auflistung nicht nur die in diesem Artikel zitierte Nationales Markenregister AG, sondern auch die uns schon wohlbekannte Deutsche Markenverlängerungs GmbH und auch die Matic Verlagsgesellschaft sowie weitere Formularbetrüger.

Wir können in diesem Zusammenhang nur erneut feststellen, dass es doch wirklich merkwürdig ist, dass Unternehmer und Entscheider manche kleine Ausgabe lieber einmal zuviel als zuwenig abwägen, andererseits offenbar ungeprüft und ohne Rücksprache mit Fachleuten solcherlei Bockmist unterschreiben. Das Problem ist nämlich, dass man trotz der sicherlich unseriösen Intention der Formularbetrüger einen gültigen Vertrag schließt. Zieht man also vor Gericht, muss man die nutzlose Leistung i.d.R. auch noch tatsächlich bezahlen.

Dass sich Formularbetrug für die Urheber lohnt erkennt man derweil daran, dass man immer wieder mit derartigen Schreiben konfrontiert wird. Immerhin investieren die Formularbetrüger nicht nur in das Porto ihres per Briefpost versandten Spams. Nein, großzügig wie sie nunmal sind, heißt es auf dem beigefügten Antwort-Kuvert: “Porto zahlt Empfänger”. Kein Problem, der Absender zahlt ja die nutzlose Dienstleistung. Was für ein Nepp!

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