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Archiv der Kategorie Spam & Konsorten
Gewerbeauskunft-Zentrale Reloaded
10.4.2011 von Jörg Haupt.
Kann das wirklich wahr sein? Da haben wir doch erst im letzten Beitrag über die Gewerbeauskunft-Zentrale berichtet. Dabei handelt es sich um ein völlig unwichtiges Internet-Verzeichnis, das überteuerte Brancheneinträge anbietet. Das Angebot wird auf offiziell aussehenden Schreiben - ja was? Unterbreitet kann man nämlich nicht sagen. Versteckt trifft es wohl eher. Deshalb werden solche Sachverhalte auch mit dem Stichwort “Formularbetrug” umschrieben.
Wie berichtet hatten wir ein solches Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale erhalten und von dem Ausfüllen und Absenden des unterschriebenen Formulars abgeraten.
Und dann das! Die schicken doch tatsächlich Erinnerungsschreiben! Neulich hatten wir tatsächlich ein weiteres Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale im Briefkasten. Mit Datum vom 29.03.2011 schreibt man uns:
“Schreiben ist Ihnen schon am 04.03.2011 per Post zugesandt worden!“
Ja, tatsächlich. Das war wirklich der Fall. Und wir haben mit dem Schreiben exakt zwei sinnvolle Dinge gemacht: Erstens haben wir einen Magazinbeitrag verfasst in dem wir raten, den Brief der Gewerbeauskunft-Zentrale einfach wegzuscmeißen. Zweitens haben wir danach exakt das getan: Wir haben den Brief weggeschmissen. Schließlich wollen wir ja nicht 478,20 € netto für einen vollkommen sinnlosen Eintrag in einem noch sinnloseren Portal ausgeben.
Doch die Gewerbeauskunft-Zentrale gibt sich so einfach nicht geschlagen. Deshalb haben wir ja nun ein neues Schreiben erhalten. In Fettdruck und mit unterstrichenem Text wird uns ganz so wie im obigen Beispiel die Dringlichkeit des Eintrags unserer Firmendaten bei der Gewerbeauskunft-Zentrale suggeriert.
Es folgt der gleiche Blödsinn wie beim letzten Mal. Das Formular ist in zwei Spalten unterteilt. In der linken Spalte finden sich die Angaben zu unserem Unternehmen. Branche, E-Mail und Internet sind nicht ausgefüllt und mit dem Hinweis versehen:
(muß durch Sie ergänzt werden)
Nein, das muss es sicher nicht. Denn dann müssten wir den Quatsch ja schließlich unterschrieben an die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH zurücksenden. Und das wollen wir ja zwecks Vermeidung völlig überflüssiger Kosten eben gerade nicht.
Immerhin schreibt man uns noch, dass die Rückantwort per Fax bis zum 05.04.2001 gebührenfrei ist und nennt dafür eine 0800-Nummer. Na, solch ein großzügiges Angebot begeistert uns aber nun wirklich. Gebührenfrei ist übrigens auch das Entsorgen des Formulars in unserer “Ablage P”. Und genau da packen wir es nun hin. Wir hatten es eh nur aufbewahrt, um diesen Beitrag hier zu schreiben.
Doch schauen wir uns schnell noch die rechte Spalte des Schreibens an. Die ist natürlich viel kleiner gedruckt, damit man die Einzelheiten schneller übersieht. Noch kleiner sind die AGB auf der Rückseite. Aber wir wollen uns ja nun mit der rechten Spalte der Vorderseite beschäftigen. Dort heißt es:
“Gewerbeauskunft-Zentrale.de/Krefeld
Eintragsangebot zur Empfehlung Ihres Betriebes
Sehr geehrte Damen und Herren,
nur vollständige und aktuelle Firmen- und Betriebsdaten gewährleisten unter der Gewerbeauskunft-Zentrale.de eine erfolgreiche Empfehlung Ihres Unternehmens an die Gewerbetreibenden und die Verbraucher. Für den einwandfreien Eintrag Ihres Gewerbebetriebes prüfen Sie bitte die Daten zum Basiseintrag und senden uns diese bei Annahme zwecks Bearbeitung und Vervollständigung bis spätestens 05. April 2011 zurück.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Gewerbeauskunft-Zentrale.de”
Komisch! Und wir haben immer gedacht, mit einem kostenlosen Eintrag bei Qype oder Google Places käme man nicht nur - da kostenlos - billiger davon, sondern würde auch einen Eintrag in wirklich wichtigen Verzeichnissen vornehmen. Doch schauen wir auf den unteren Teil der rechten Spalte des Schreibens der Gewerbeauskunft-Zentrale:
“Leistungsübersicht/Eintragungsdarstellung
Basiseintrag:
Name, Adresse, Telefon, Telefax, Informationstext, E-mail, Internetadresse inklusive Verlinkung auf Ihre Homepage und einem integrierten automatischen Routenplaner. Marketingbeitrag mtl. zzgl. Ust: Eur 39,85. Die Aktualisierung und Berechnung erfolgt einmal pro Jahr.
Bildeintrag:
Alle Leistungen des Basiseintrags zzgl. Foto oder Logo sowie einem erweiterten Infotext. Bitte kein Bild oder Logo mitsenden, diese werden gesondert angefordert. Ab sofort ohne Aufpreis.
Bitte beachten: Ihre Eintragung erfolgt unter Gewerbeauskunft-Zentrale.de innerhalb weniger Arbeitstage nach Rücksendung dieses behörden- und kammerunabhängigen Angebotes. Es besteht bisher keinerlei Geschäftsbeziehung. Durch die Unterzeichnung wird der Basiseintrag für zwei Jahre verbindlich bestellt. Es gelten die umseitig allgemeinen Geschäftsbedingungen, diese sind auch einzusehen unter Gewerbeauskunft-Zentrale.de.”
Der Hammer! Bei monatlich 39,85 € netto zahlt man tatsächlich 478,20 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer für kompletten Blödsinn. Wahnsinn ist auch, dass diese Masche offensichtlich immer wieder funktioniert. Es ist schon erstaunlich festzustellen, dass sich manche Unternehmer sehr schwer tun, für die Grundlagen eines erfolgreichen Marketing ein wenig Geld in die Hand zu nehmen, andererseits bedenkenlos für solch einen Quatsch Geld regelrecht zum Fenster rausschmeißen.
Und dann muss man diese 478,20 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer für kompletten Blödsinn sogar gleich zwei Mal berappen. Denn schließlich bucht man ja verbindlich für zwei Jahre. Und selbstverständlich verlängert sich der ganze Quatsch automatisch um jeweils weitere zwölf Monate, sofern nicht spätestens drei Monate vor Ablauf der jeweiligen Vertragslaufzeit per eingeschriebenem Brief gekündigt wird.
Auch dieser Passus ist ein echter Hammer. Schickt man die Kündigung demnach nicht per Einschreiben, so wirft dieser hochseriöse Anbieter nutzloser Gewerbeeintragungen das Schreiben vermutlich einfach weg.
Wer das Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale nicht einfach wegwirft, ist demnach wirklich selber schuld. Sollte man den Vertrag dennoch abgeschlossen haben, schickt man am besten gleich morgen besagtes Einschreiben mit der Kündigung los. Vorab sollte man das Kündigungsschreiben gleich noch ein zweites Mal per Fax schicken. Denn sonst zahlt man ja weiter treudoof jedes Jahr 478,20 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer für kompletten Blödsinn.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
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Gewerbeauskunft-Zentrale - Die Bauernfänger von der GWE-Wirtschaftsinformations GmbH
10.3.2011 von Jörg Haupt.
Heute hatten wir wieder einmal einen Brief in unserem Briefkasten, über den es sich zu berichten lohnt. Der Brief steckte in einem Umschlag aus Recycling-Papier und trug den Stempel: “Gewerbeauskunft-Zentrale.de”. Schon beim Entnehmen des Briefes aus dem Briefkasten dachten wir uns also: “Ah, Neues von der Front der Formularbetrüger!” Und genau so war es dann auch.
Dieses Mal schreibt also die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH mit Sitz auf der Hauptstraße 34 in 40597 Düsseldorf. Angeboten wird ein Eintrag in das garantiert sinnlose und auch nutzlose Register der Gewerbeauskunft-Zentrale.
Was sollen wir sagen? Langsam wird es echt langweilig mit all den Formularbetrugs-Spammern. Immerhin scheint sich diese Bauernfängerei ja doch zu lohnen. Denn es finden sich ja immer mehr Trittbrettfahrer, die im Fahrwasser ähnlich seriöser Angebote versuchen, ehrlich arbeitende Menschen mit Ihrem Schund über den Tisch zu ziehen.
Der Brief der GWE-Wirtschaftsinformations GmbH ist wie der Umschlag aus Recycling-Papier und soll damit wohl ein amtliches Schreiben vortäuschen. Oben auf diesem Briefpost-Spam steht dick und fett:
Gewerbeauskunft-Zentrale
- Erfassung gewerblicher Einträge -
Na, das klingt ja schonmal richtig wichtig, oder? Nicht ganz so fett ist übrigens der Passus “Eintragsangebot zur Empfehlung Ihres Betriebes” hervorgehoben. Und man muss den Text schon aufmerksam studieren um die Stelle zu finden, an der dem Leser offenbart wird, dass diese sinnlose Leistung 39,85 € monatlich zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer kostet. Praktischerweise wird dieser Betrag nur einmal im Jahr berechnet, so dass für den Eintrag in der nutzlosen Gewerbeauskunft-Zentrale satte 478,20 € netto auf einen Schlag zu berappen sind.
Dafür bekommt der über den Tisch gezogene Unternehmer einen Basiseintrag auf diesem blödsinnigen Verzeichnis verpasst. Dieser enthält: Name, Adresse, Telefon, Telefax, Informationstext, E-Mail, Internetadresse “inklusive Verlinkung auf Ihre Homepage” und einen integrierten automatischen Routenplaner.
Wahnsinn! Das gibt es bei Qype oder natürlich Google Places umsonst. Und da Qype und Google definitiv bekannter sind als die Gewerbeauskunft-Zentrale dürfte nun jedem noch zweifelnden Leser klar sein, dass der Eintrag in der Gewerbeauskunft-Zentrale ein echter Griff ins Klo ist.
Dummerweise schließt man jedoch zunächst einmal einen Vertrag mit den Bauernfängern und bestellt den nutzlosen Basiseintrag im Verzeichnis Gewerbeauskunft-Zentrale.de für zwei Jahre. Sofern man nicht rechtzeitig kündigt, verlängert sich dieser Blödsinn natürlich noch automatisch.
Ja, was soll man da noch sagen? Wer darauf hereinfällt ist wie immer selber schuld. Merkwürdig ist jedoch, dass sich offenbar immer wieder Menschen finden, die solch ins Haus flatterndes Altpapier ohne jede weitere Prüfung unterschreiben.
Hier könnten viele Unternehmen nach unserer Auffassung richtig viel Geld sparen. Denn das geradezu inflationäre Auftreten des Formularbetrug-Spams zeigt doch, dass dies ein richtig gutes Geschäft sein muss. Bedenkt man, dass dieser Mist sogar per Briefpost verschickt wird (was ja nun wirklich mehr kostet als per E-Mail verbreiteter Spam) und bedenkt man weiter, dass die Versandkosten durch die Beiträge über den Tisch gezogener Menschen gedeckt werden müssen, bevor man damit in die Gewinnzone fährt so ahnt man, was für ein Geschäft dieser Schwindel sein muss.
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Mein Branchenbuch Krefeld - Post von der J. Kerler Verlag GmbH
5.3.2011 von Jörg Haupt.
Gestern hatten wir wieder einmal enen interessanten Brief im Briefkasten. Denn ein Unternehmen namens J.Kerler Verlag GmbH aus Ingolstadt schreibt uns einen Brief, in dessen Kopfzeile dick, fett und gelb hinterlegt “Branchenbuch Krefeld” steht.
Weiter steht da:
Eintragungsantrag
zur Aufnahme in unser regionales Branchenbuch im Internet, bitten wir Sie Ihre Unternehmensdaten zu prüfen und uns den Eintragungsauftrag bis spätestens 30.04.2011 zurück zu senden.
Nun, das werden wir natürlich garantiert nicht machen. Was wir jedoch machen werden ist, uns mit diesem neuerlichen Beispiel für bedingt seriöse Offerten einmal näher zu befassen.
Wieder einmal finden wir hier die klassische Vorgehensweise all derjenigen Fälle vor, die unter dem Begriff Formularbetrug subsumiert werden. Wobei der Begriff “Betrug” eigentlich nicht korrekt ist. Denn in der Regel schließt man tatsächlich einen gültigen Vertrag mit dem jeweiligen Unternehmen ab. In diesem Fall also mit der J. Kerler Verlag GmbH, die einem 99,00 € im Monat für den Eintrag in einem nutzlosen Verzeichnis abluchsen will.
Schauen wir uns das Verzeichnis also einmal genauer an. Die J. Kerler Verlag GmbH betreibt neben einer Startseite mit der Domain www.meinbranchenbuch-deutschland.de diverse weitere Webseiten mit regionalem Bezug, darunter mit der Domain www.meinbranchenbuch-krefeld.de auch auch eine Seite für Krefeld. Diese sieht folgendermaßen aus (Screenshot vom 05.03.2011):

Nun, dagegen ist grundsätzlich erst einmal nichts einzuwenden. Aber macht es tatsächlich Sinn, sich für 99,00 € monatlich dort einzutragen?
Nun sind wir ja eine Unternehmensberatung in Krefeld. In einer fundierten Datenbank sollten wir also z.B. in der Suchwortkombination “Unternehmensberatung” & “Krefeld”, “Unternehmensberater” & “Krefeld” und “Consulting” & “Krefeld” auffindbar sein. Doch auffindbar sind wir lediglich unter “Consulting” & Krefeld” (Screenshot vom 05.03.2011):

Unter dem Stichwort “Consulting” sind wir also offensichtlich bereits in das Verzeichnis für Krefeld eingetragen. Wozu also die kostenpflichtige Leistung der J. Kerler Verlag GmbH in Anspruch nehmen? In dem freundlichen Schreiben eben dieses Verlags heißt es dazu:
Die Richtigkeit der oben aufgeführten Firmendaten sowie die Aufnahme in das Online Branchenbuch www.meinbranchenbuch-krefeld.de wird zum Grundpreis von jährlich 1.188,00 Euro netto für den Basiseintrag mit Ihrer Unterschrift bestätigt.
Nun, natürlich haben wir nicht unterschrieben. Denn wir sind ja nicht völlig mit der Muffe gepufft. Demnach haben wir auch kein Geld überwiesen. Dennoch sind wir mit einem Eintrag in diesem Spitzenverzeichnis vertreten. Gut, zugegeben, natürlich fehlt ein Link auf unsere Webseite und das Unternehmen heißt korrekt “Jörg Haupt Management Consulting” und nicht “Management und Consulting Jörg Haupt”. Offensichtlich sind die eingetragenen Daten also auch noch schlampig recherchiert. Aber wir sind ja auch ohne das ominöse neue Krefelder Branchenbuch der J. Kerler Verlag GmbH ganz gut im Internet zu finden.
Überhaupt: Kämen Sie auf die Idee, eine Domain namens “meinbranchenbuch-krefeld.de” aufzusuchen? Längst gibt es doch fundierte Telefon- und Branchenverzeichnisse von 11880 bis telefonbuch.de. Und im Zweifel kann man ja auch immer noch die einschlägigen Suchmaschinen befragen.
Warum aber scheinen immer wieder Menschen auf derartige Angebote anzuspringen? Nun entweder meinen Sie, dass es sich um ein Schreiben eines der großen Telefonbuchverlage handelt. Zwar wird im Kleingedruckten darauf hingewiesen, dass dies nicht der Fall ist. Insofern kann man da eigentlich auch kein Mitleid mit denjenigen haben, die darauf hereingefallen sind.
Oder aber sie meinen, Ihrem Unternehmen etwas Gutes zu tun und buchen den Eintrag in dem guten Glauben, das Marketing Ihres Unternehmens damit zu beflügeln. Damit kommen wir aber einem weiteren Phänomen auf die Spur: Manche Leute tun sich hinsichtlich des Marketing mit sauberer Grundlagenarbeit unheimlich schwer, um dann später unendliches Geld für völlig sinnlose Aktionen auszugeben. Dabei könnten Unternehmen an dieser Stelle durch sinnvollen Einsatz ihrer knappen Ressourcen viel Geld sparen und denoch die Effizienz ihrer Kommunikation deutlich steigern.
Es bleibt also das, was man gemeinhin ein “Geschmäckle” nennt. Denn natürlich sind die Farben, mit denen das Branchenbuch der J. Kerler Verlag GmbH auftritt, nicht ganz zufällig gewählt. Natürlich erinnert der gelbe Balken mit dem Hinweis “Branchenbuch” an die bekannten Gelben Seiten. Übrigens: Dort sind wir z.B. sowohl im Hauptportal der Gelben Seiten als auch in deren B2B-Marktplatz selbstverständlich auch unter der Suchwortkombination “Unternehmensberatung” und “Krefeld” zu finden. Und das sogar ganz ohne ein ominöses Angebot, das uns 1.188,00 € netto im Jahr kostet. Aber das ist es wohl, was eine fundierte Datenbank eines seriösen Unternehmens vom Angebot eines Spammers unterscheidet.
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Die Formularbetrüger sind wieder unterwegs
18.2.2011 von Jörg Haupt.
Die Formularbetrüger sind wieder unterwegs. Oder sollten wir sagen: Immer noch? Nun ja, vermutlich werden die Formularbetrüger mit ihrem Nepp so lange weitermachen, wie sie immer wieder Opfer für ihren Nepp finden.
Diese Woche haben uns gleich drei (!) alte Bekannte angeschrieben: Zunächst ging ein Schreiben des nutzlosen Ausstellerverzeichnisses Expo-Guide ein. Gestern folgte dann, ebenfalls auf dem Postweg, ein Schreiben des hochseriösen Unternehmens Deutsche Markenverlängerungs AG. Ja, und heute hatten wir dann zu allem Überfluss noch eine E-Mail des Absenders Gelbes Branchenbuch in unserem Spamfach.
Nun ja, grundsätzlich gibt es darüber eigentlich nichts Neues zu berichten. Dieser Schund enthält lauter Angebote zu definitiv nicht benötigten Leistungen. Und da diese Angebote regelmäßig wie amtliche Schreiben aufgemacht sind, fallen manche Menschen eben darauf herein.
So halten manche Leute den Brief des nutzlosen Ausstellerverzeichnisses Expo-Guide offensichtlich für ein Schreiben eines Messeveranstalters. Sie buchen die angebotene “Leistung” im guten Glauben, damit ihren Messeauftritt zu unterstützen. Doch Fehlanzeige: Nicht umsonst warnen diverse Messeveranstalter davor, das Formular des Expo-Guide ausgefüllt an das dahinter stehende Unternehmen zurück zu senden. Denn man erteilt einem unseriösen Anbieter einen teuren Auftrag für eine völlig nutzlose Dienstleistung.
Ähnlich verhält es sich mit der Deutschen Markenverlängerungs AG, vor der das Deutsche Patent- und Markenamt auf seiner Webseite ausdrücklich warnt. Gut, zugegeben, in unserem Artikel zu diesem superseriösen Anbieter hieß das Unternehmen noch Deutsche Markenverlängerungs GmbH. Ohne weitere Prüfung gehen wir jedoch davon aus, dass diese Bauernfänger jetzt halt einfach nur anders firmieren. Auch die Adresse hat sich geändert, denn man sitzt jetzt auf der Wittestraße 30 K in 13509 Berlin.
Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Man schreibt uns: “Die Registrierung ihrer Marke ist 10 Jahre gültig und kann um weitere 10 Jahre verlängert werden. Um ihr Markenrecht zu erneuern, sollten Sie dieses Schreiben an uns zurücksenden.” Doch halt: Genau das sollte man auf keinen Fall machen. Denn dann erteilt man diesen Knalltüten ja einen Auftrag für eine nutzlose Dienstleistung. Immerhin: Für Rückfragen geben diese Granaten sogar ihre E-Mail-Adresse und Telefon- sowie Fax-Nummer an. Und da dieses Spitzenunternehmen uns postalisch zuspammt, geben wir den E-Mail Spammern ebenfalls eine Chance: Man erreicht die Deutsche Markenverlängerungs AG per E-Mail unter verlaengerung@markenverlaengerung.de
Da somit aufgrund des netten Schreibens der hochseriösen Deutsche Markenverlängerungs AG auch deren Domain feststeht, haben wir doch einfach mal Denic befragt. Nach deren Angaben sitzt die Deutsche Markenverlängerungs AG auf dem Kurfürstendamm 21 im 00000 Berlin. Super seriös, das Ganze, oder? Und nein, die Webseite eines solchen unseriösen Spammers rufen wir lieber gar nicht erst auf, denn wer weiß schon, was einen auf der Webseite eines Betrügers wirklich erwartet. Bekanntlich ist eine gewisse Vorsicht immer noch der beste Virenschutz.
Wir erwarten jedenfalls auf der Webseite eines solchen Unternehmens im günstigsten Falle Werbung für deren nutzlose Dienstleistung. Im ungünstigsten Falle könnte uns Malware erwarten, wobei diese Gedankenspiele auch einiges über Strategie und die daraus folgende Positionierung eines Unternehmens aussagen. Denn wer davon lebt, andere Menschen über’s Ohr zu hauen, dem trauen wir doch glatt weitere Machenschaften in den Grauzonen der Legalität zu.
Die Spam-Mail des Absenders Gelbes Branchenbuch ist da natürlich auch nicht viel besser. Die schicken sogar ein Formular im Format pdf mit, das man doch bitte per Fax retournieren soll. Wir empfehlen dagegen, den Anhang dieser Spam-Mail lieber gar nicht erst zu öffnen. Denn auch hier gilt unsere strategische Grundsatzüberlegung: Wer uns schon eine E-Mail in der Absicht schickt, uns zu bescheissen, von dem erwarten wir doch förmlich, dass sich im Anhang der E-Mail Malware verbirgt.
So, kommen wir nun zu einer echten Management-Empfehlung - schließlich ist die Jörg Haupt Management Consulting ja eine Unternehmensberatung: Vermeiden Sie unnötige Kosten, indem sie sie Briefe wie den von der Deutschen Markenverlängerungs GmbH oder AG oder wie auch immer die Firmierung in Zukunft lauten wird oder des nutzlosen Ausstellerverzeichnisses Expo-Guide einfach wegwerfen. Weitere Kosten können Sie sparen, indem Sie z.B. Spam-Mails wie die des Absenders Gelbes Branchenbuch einfach löschen. Alleine durch Ignorieren des Schreibens der Deutschen Markenverlängerungs AG haben wir nämlich 1.560,00 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer eingespart. Soviel wollten diese Abzocker nämlich für ihre nutzlose Dienstleistung haben.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
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