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Archiv der Kategorie Beteiligung

Return on Investment - einfach erklärt

Betriebswirtschaftliches Vokabular stellt für viele kleine und mittelständische Unternehmer ein Gräuel dar. Mit “denglisch” durchsetztes Fachchinesisch, das einem von Unternehmensberatern, Steuerberatern oder Bankern um die Ohren gehauen wird.

So wie Return on Investment, auch als ROI bzw. Kapitalrendite bezeichnet. Ermittelt wird die Rendite der unternehmerischen Tätigkeit, gemessen am Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. So kann die Effizienz einer Investition im Vergleich zu anderen Investitionen beurteilt werden.

Auf diese Art lässt sich also ein Unternehmen mit einem anderen Unternehmen oder Branchenkennziffern vergleichen. Denn schließlich hat der Unternehmer ja auch sein Kapital in sein Unternehmen investiert.

Die Formel zur Berechnung des Return on Investment lautet: ROI = Gewinn / Gesamtkapital

Im folgenden Video wird der Begriff Return on Investment anschaulich erläutert.

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Program Trading (7) - … und noch einmal!

Bereits an anderer Stelle haben wir einmal vermutet, dass uns das Thema Program Trading immer wieder aufs Neue einholt. Und in der Tat: Heute war es wieder einmal soweit.

Worum geht es? Ganz einfach: Vor einigen Jahren begleiteten wir ein Management Team bei einem großen Management Buy In. Zeitgleich lernten wir auf einer Veranstaltung einige Personen kennen die vorgaben, Kontakte zu diversen Investoren zu haben. Nun ja, zwar haben wir das auch, aber es kann ja nicht schaden, sich weitere Kontakte aufzubauen. So stellten wir ihnen also die Executive Summaries einiger unserer Projekte vor.

Irgendwann rief uns dann einer dieser Herren an und behauptete, dass gerade eine einmalige Investment-Chance bestünde. Man müsse nur schnell handeln. Den damals vorgetragenen Sermon haben wir bereits an anderer Stelle ausführlich beschrieben. Demnach sollte man eine größere Summe auf einem Bankkonto einzahlen. Im Wege des sogenannten Program Trading sollte das Geld dann risikolos und mit ganz tollen Renditen quasi von alleine wachsen.

Es erklärt sich von selber, dass das natürlich kompletter Blödsinn ist. Na ja, zumindest erklärt sich uns das. Denn offensichtlich fallen immer wieder Menschen auf diesen Quatsch herein.

Was wir indes von dem heutigen Anrufer halten sollen, ist uns jedoch nicht so ganz klar. Denn es meldete sich ein freundlicher Herr mit einem leichten ausländischen Akzent auf einer nicht unterdrückten Handy-Nummer. Dieser freundliche Herr sagte, er hätte auf unserer Webseite gelesen, dass wir Program Trading bzw. High Yield Investment Programs anbieten würden.

Wir erwiderten, dass dies nicht sein könne. Vielmehr würden wir davor warnen, da diese wundersamen Geldvermehrungsvehikel kompletter Blödsinn wären. So und nicht anders haben wir es in mehreren Berichten in unserem Magazin beschrieben.

Und wirklich: Risikolose Geldvermehrung zu traumhaften Renditen? Leute denkt einfach einmal nach! Würde es das Program Trading geben, dann wäre Lehman Brothers niemals insolvent geworden. So ähnlich haben wir es auch dem freundlichen Anrufer erklärt: Würde es das Program Trading geben, dann hätten Staaten wie z.B. Griechenland nicht ihre aktuellen Finanzprobleme.

Aber wie so oft wurden wir neugierig: Wir fragten, ob er denn selber gerade 10 Mio. Euro investieren wolle. Diese Summe hatte er uns nämlich in einem Beispiel genannt: “Stimmt es, dass ich 10 Mio. Euro risikolos investieren kann und nach wenigen Wochen 100 Mio. Euro habe?” Man ist fast geneigt, eine Gegenfrage zu stellen: “Stimmt es, dass die Erde eine Scheibe ist und man nach Erreichen des Horizonts in den Höllenschlund fällt?” Aber im Ernst! Wie kann man solch eine Frage stellen?

Doch zurück zu unserer Frage an den freundlichen Herrn, ob er denn selber gerade 10 Mio. Euro investieren wolle. Er erklärte uns, dass er dies nicht wolle. Stattdessen sei er “Financial Broker” und wolle sich bei uns informieren.

Na ja, also entweder ist dieser “Financial Broker” vollkommen mit der Muffe gepufft oder aber nicht echt, will heißen: Vielleicht hatten wir in Wahrheit einen Ermittler gegen die einschlägige Program-Trading-Mafia am Telefon. Oder aber es war ein Program-Trading-Mafiosi, dem unsere Berichterstattung dazu ebenso auf den Zeiger geht wie vermutlich manch anderen Zeitgenossen unsere Berichterstattung zu anderen allerlei merkwürdigen Angeboten, die einem Unternehmer im Laufe seiner Karriere so begegnen. Kein Problem, liebe Program Trader, Formularbetrüger und sonstigen Spammer: Wir machen das immer wieder gerne. ;)

Derweil wundern wir uns, dass dieses auch High Yield Investment Programs genannte Program Trading immer noch Leute hinter dem Ofen hervorlockt. Fatal, wenn Gier den Verstand aushebelt.

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Über die merkwürdigen Vorstellungen mancher Gründer zur Suche nach Beteiligungskapital

Manchmal muss man sich wirklich wundern. Denn manche Gründer haben offenbar sehr merkwürdige Vorstellungen, wenn es um die Akquise von Beteiligungskapital geht. Immerhin: Trotz der seinerzeit losgetretenen unsachlichen Heuschreckendebatte suchen jede Menge Gründer Investoren für ihre Geschäftsideen.

Nun ist es natürlich so, dass niemand mit dem Geld wild um sich wirft. Es gibt demnach einige formelle Anforderungen auf dem Weg zu einer erfolgreichen Beteiligung. Eine davon: Man benötigt einen fundierten Businessplan. Nun werden Sie, liebe Leser, vielleicht sagen: “Aber das ist doch logisch und deshalb gar nicht der Rede wert.” Doch weit gefehlt, wie das folgende Beispiel zeigt.

Ende 2010 wurde uns eine Geschäftsidee - ja, was? Vorgestellt kann man das eigentlich gar nicht nennen. Denn wir erhielten ein zehnseitiges pdf-Dokument, in dem sich der Gründer vor allem selbst beweihräucherte. Die ersten drei Seiten dieses sagenhaften Dokuments gingen für ein Deckblatt und ein Inhaltsverzeichnis drauf. Auf Seite vier folgte dann ein Vorwort, in dem es wortwörtlich hieß:

“Bei meinen Ausführungen werde ich die Welt und mich mit einem gewissen - nämlich dem mir eigenen - Humor betrachten, um Ihnen auch ein wenig Unterhaltung zu bieten. An einigen Stellen mag der Eindruck entstehen, dass ich ein selbstverliebtes Arschloch bin und mich ständig selbst beweihräuchere. Dieser Eindruck ist natürlich richtig.”

Hallo? Geht’s noch? Das kann doch wohl nicht ernst gemeint sein? Da sucht jemand Investoren und parodiert schlechte Comedy! Nicht zu fassen, oder?

Bezüglich der Darstellung seiner Geschäftsidee hatte sich der werte Herr indes weniger Mühe gegeben. Nach mehreren Seiten mit viel Worten und wenig Inhalt kam er auf Seite neun seines zehnseitigen Pamphlets nicht auf den Punkt sondern in die Nähe des Punktes: Er plane eine spezielle Internetplattform. Weiter hieß es:

“Zudem ist die Idee neu und stellt keine Konkurrenz zu bestehenden Plattformen dar. Anders ausgedrückt: Es ist eine Marktlücke!”

Wow! Selten haben wir gesehen, dass eine Geschäftsidee und eine Marktanalyse so detailliert auf den Punkt gebracht wurden. Weiter wollte er aber auch nicht ins Detail gehen. In einer E-Mail schrieb er uns dazu:

“Sehr geehrter Herr Haupt,

Sie erhalten einen kurzen Abriss meiner Idee als Anlage. Sie werden Verständnis dafür haben, dass ich sowohl die Idee an sich nicht preisgeben als auch keine detaillierten Zahlen nennen kann.

Wir sind beide lange genug im Geschäft, um die Gründe dafür zu kennen.”

Auch zu den Modalitäten der Beteiligung hatte der werte Herr sehr interessante Vorstellungen. Zwar schilderte er in seinem sagenhaften Pamphlet nirgendwo, wieviel Kapital er eigentlich einzuwerben gedenkt. Auch erfährt der Leser nichts über unbedeutende Kleinigkeiten wie z.B. Kostenstrukturen oder gar ein Erlösmodell. Zum Marketing erfährt man, dass ein Kinofilm gedreht werden soll. Dieser wird “low-budget”, ohne dass man jedoch erfährt, wie “low” das Budget denn genau ist. Und nun glauben Sie bloß nicht, dass der Gründer was zum Inhalt verraten hätte.

Doch zurück zur Frage der Finanzierung und den Modalitäten der Beteiligung. Zu den Kosten des Films heißt es:

“Für das Projekt sind zunächst Darsteller erfoderlich. Diese werden mir im wahrsten Sinne des Wortes kostenlos die Bude einrennen, da bin ich sicher. Für den Dreh selbst werden keinerlei Kosten entstehen, weil das zum Konzept gehört.”

Aha. Weiter erfährt man, dass die Programmierung der Internetplattform Geld kostet. Wer hätte das gedacht?

Außerdem scheint der Gründer die Mehrheit an seinem Unternehmen behalten zu wollen und ein Exit der Kapitalgeber kann erst erfolgen, wenn die geplante und nicht näher definierte Internetplattform über einen entsprechenden Zulauf und Erfolg verfügt. Erst dann könne das Potential seiner Idee auch für Dritte voll erkannt werden, schreibt der Gründer. Weiter schreibt er dazu:

“Daher ist auch ein Ausstieg erst zu diesem Zeitpunkt möglich. Ein früherer Ausstieg könnte im Übrigen dazu führen, dass irgendein Eierkopf die Idee vergeigt.”

Nein, eingebildet ist dieser Gründer gar nicht. Größenwahnsinnig trifft es vermutlich eher. Wir fragen uns indes, ob er das wirklich ernst meint mit seiner Geschäftsidee. Denn irgendwie mutet das Ganze doch an, also wolle ein Kabarettist einmal herausfinden, mit welchen durchgeknallten Ideen man immer noch hinreichend viele Wahnsinnige finden kann, die einem aufgrund inhaltsleeren Geschwafels noch Geld überweisen.

Interessanterweise ist dies kein Einzelfall, wenngleich die Vorstellung dieses “Geschäftsmodells” in ihrer Durchgeknalltheit schon eine gewisse Einmaligkeit aufweist. Immerhin trägt solcherlei Comedy natürlich schon zu unserer Erheiterung bei, wobei man jedoch bedenken sollte, dass natürlich für die Kontaktaufnahme und auch die Sichtung eingereichter Unterlagen Zeit beansprucht wird, dies demnach Geld kostet. Hier stellt sich dann doch die Frage, was sich solche Zeitdiebe von derartigen Aktionen eigentlich versprechen.

Ernst gemeinten Projekten und den dahinter stehenden Gründern stehen wir dagegen natürlich gerne jederzeit als Sparringpartner zur Verfügung. Gerne geben wir diesbezüglich Auskunft zu unseren Referenzen.

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Ohne Daten im Datenraum

Im Rahmen eines MBI-Projektes stand eine Due-Diligence-Prüfung an. Wir vertraten die Käuferseite und hatten Zugang zum Datenraum beantragt, da unsere Mandanten nach der Analyse des vom die Verkäuferseite vertretenden M&A-Beraters erstellten Information Memorandum weiterhin an einem Kauf des Unternehmens interessiert waren.

Gemeinsam mit einem weiteren, auf Bilanzen und Steuern spezialisierten Berater sowie einem Vertreter eines interessierten Investors meldeten wir also einen Termin im Datenraum an. Dieser war nicht elektronisch, sondern physisch in den Räumen einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei eingerichtet worden.

Im Vorfeld erhielten wir eine Zusammenstellung dessen, was wir im Datenraum vorfinden würden. Nun, diese Aufstellung war an sich nicht ungewöhnlich, denn sie enthielt die zu erwartenden Angaben: Demnach sollten uns unter anderem Bilanzen, Informationen zu Kunden- und Lieferantenstruktur, zu Pensionsverpflichtungen usw. vorgelegt werden.

Am vereinbarten Tag erschienen wir dann alle in der Düsseldorfer Anwaltskanzlei. Als wir den Datenraum betraten stockte uns fast der Atem: Zwei riesige Aktenschränke standen dort, vollgestopft mit Ordnern. Neben dem einen Aktenschrank stand noch ein Tisch mit weiteren fünf Ordnern, die offensichtlich nicht mehr in die Aktenschränke gepasst hatten.

Na, das sah ja nach richtig viel Arbeit aus! Ob wir das wohl an einem Tag schaffen konnten? Doch seltsam: In den beiden Aktenschränken waren lediglich Angaben zu Markenrechten. So konnten wir z.B. sehen, welche teils nicht mehr vom Target verwendeten Marken zu welcher Zeit in Timbuktu angemeldet worden waren. Interessant immerhin: Selbst völlig irrelevantes Zeugs konnte markenhistorisch bis in die Anfänge des Unternehmens verfolgt werden. Und das in etlichen Ländern, obwohl das Unternehmen fast ausschließlich in Deutschland aktiv ist.

Zu den restlichen, vorher angekündigten Informationen war dagegen nicht wirklich viel vorhanden. Doch halt! Sie erinnern sich vielleicht, liebe Leser. Richtig: Neben dem einen Aktenschrank befand sich ja noch ein Tisch mit fünf Aktenordnern. Und richtig: Da waren die Informationen, die wir suchten. Oder sollen wir sagen: Hier hätten sie sein müssen?

Wir schlugen die berühmten fünf Aktenordner auf und stellten fest, dass die angekündigten Informationen weitestgehend auch hier nicht vorhanden waren. Die angekündigten Bilanzen? Fehlanzeige. Informationen zu Kunden und Lieferanten? Allgemeines Gewäsch. Fazit: Ein teurer Tag mit Kunden, Beratern und einem Investorenvertreter völlig für die Katz!

Wir erteilten dem Vertreter des M&A-Beraters den Segen von Kloster Kamp (für die Nicht-Niederrheiner: Es setzte ein Donnerwetter). Schließlich erhielten wir die geforderten Informationen Tage später per PDF-Dokument via E-Mail übermittelt. Der Sinn und Zweck des Datenraums wurde so ad absurdum geführt.

Überhaupt ging der Vertreter des Beraters der Verkäuferseite teils sehr unsensibel vor. So war beispielsweise das zum Verkauf stehende Unternehmen bzw. das betreffende M&A-Projekt auch befreundeten Beratern bekannt. Unter anderem hatte der Berater des Verkäufers einen wilden Bieterwettbewerb für das Target vorgetäuscht. So ist dann ein wirklich interessierter Käufer aus dem Prozess ausgestiegen.

Überhaupt kam der Berater des Verkäufers zunächst daher, als handele es sich bei dem zum Verkauf stehenden Unternehmen um eine Perle der deutschen Industriekultur. In Wahrheit handelte es sich jedoch um einen Sanierungsfall. Und beim letzten Venture Capital Stammtisch in Düsseldorf berichtete uns ein Investorenvertreter von einem weiteren, ähnlichen Fall. Auch dort war das Information Memorandum des betreffenden Targets vor allem eins: Hochstapelei.

Wir vertreten jedoch die Meinung, dass ein solches Vorgehen wenig zielführend ist. Ganz gleich also, ob wir nun in einem Projekt die Käufer- oder Verkäuferseite vertreten: Wir ziehen es vor, die Stärken, aber auch die Schwächen des Unternehmens beim Namen zu nennen. Denn so geht niemand von falschen Voraussetzungen aus. Die Chancen auf einen Abschluss im Sinne unserer Auftraggeber sind jedenfalls höher, als wenn man - um beim zitierten Beispiel zu bleiben - eine Perle der deutschen Industriekultur verspricht, aber mit einem Sanierungsfall ums Eck kommt.

Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook

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