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Fallstudien

Warum alles selbst bezahlen?

Sicher, der Titel dieses Artikels klingt provozierend. Und sicherlich möchten wir Sie auch nicht zur Zechprellerei motivieren. Vielmehr möchten wir uns heute einem nicht ganz unwichtigen Thema zuwenden: Der Beratungsförderung.

Vielfach schrecken gerade kleine und mittelständische Unternehmen vor Beratung zurück: Oft wird diese als teuer empfunden. Dabei gibt es in der Regel Zuschüsse für Beratungsinhalte in unterschiedlichen Phasen Ihres Unternehmens: Bei der Gründung, in Wachstumsphasen, aber auch wenn Ihr Unternehmen sich in Schwierigkeiten befindet.

So werden die Kosten für eine Beratung schnell überschaubar. Die Motivation dahinter ist ganz einfach: Der Staat möchte Ihr Unternehmen als Steuerzahler und als Anbieter von Arbeitsplätzen erhalten.

Beispielhaft sei in Nordrhein-Westfalen die sogenannte Potentialberatung erwähnt. Häufig findet man auch die Schreibweise „Potenzialberatung“ – die öffentliche Hand ist sich hinsichtlich der Schreibweise offensichtlich selbst nicht sicher. Böse Zungen könnten vermuten, dass der Teufel der letzten Rechtschreibreform also doch im Detail steckt.

Zweck der Förderung im Rahmen der Potentialberatung in NRW ist die Unterstützung von Unternehmen und Beschäftigten, die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens zu sichern und auszubauen. Dazu sollen Stärken und Schwächen erkannt sowie Maßnahmen eingeleitet werden, die Schwächen zu beheben und Erfolgspotentiale weiterzuentwickeln.

Im Rahmen der Potentialberatung werden also Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens analysiert sowie Risiken, Chancen und der Qualifizierungsbedarf ermittelt. Weiter werden Handlungsziele ermittelt und Maßnahmen zur Verbesserung der Geschäftsprozesse sowie erste Umsetzungsschritte eingeleitet.

Beratungsthemen wie strategisches Management, Marketing oder Organisation sind somit förderungswürdige Inhalte. Denn nicht nur bei der Schreibweise der Potentialberatung, sondern auch in vielen Unternehmen steckt der Teufel im Detail. So führt beispielsweise eine Analyse betrieblicher Abläufe regelmäßig zu Kosteneinsparungspotentialen, die nicht nur die Beratungskosten wieder einspielen, sondern zumindest langfristig die Ertragskraft Ihres Unternehmens nachhaltig verbessern.

Auch das Thema Marketing wird in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen eher stiefmütterlich behandelt. Zu sehr wird es oft mit großen Unternehmen oder Fernsehwerbung assoziiert. Dabei gibt es viele sehr effiziente Methoden, auf Ihr Unternehmen und seine Leistungen aufmerksam zu machen. Zudem wird oft vergessen, dass Marketing eben gerade nicht nur Werbung ist, sondern marktorientierte Unternehmensführung.

Natürlich werden nicht alle Beratungsinhalte im Rahmen der Potentialberatung gefördert. So gibt es beispielsweise für Existenzgründungen wiederum eigene Förderprogramme. Nicht durch die Potentialberatung gefördert werden zudem Maßnahmen, die einen Personalabbau anstreben sowie allgemeine Rechts-, Versicherungs- oder Steuerberatungen, Architekten- und Ingenieurleistungen oder aber auch Konkursabwehr oder Beschäftigungstransferberatung.

Ein Beispiel für ein im Rahmen der Potentialberatung gefördertes Projekt finden Sie dagegen in unserer Fallstudie zur Marketing- und Organisationsberatung in einem Handwerksunternehmen. Hier konnten wir nicht nur Kosteneinsparungspotentiale in der  Ablauforganisation aufdecken. Auch für das Marketing des Unternehmens konnten wir wertvolle Hinweise geben.

Das Bonbon für das Unternehmen: Nach Ablauf des Projektes bekam es 50% der Beratungskosten rückerstattet. Denn im Rahmen der Potentialberatung werden bis zu 50% der für die Beratertage entstandenen Kosten erstattet, wobei die Förderung jedoch auf maximal 500 Euro pro Beratungstag beschränkt ist. Die Auszahlung der Förderung erfolgt nach Projektablauf, vollständiger Zahlung des Honorars und Prüfung des Verwendungsnachweises.

In Betrieben mit bis zu 250 Beschäftigten werden zwischen ein und maximal 15 Beratertage gefördert. Voraussetzung dabei: Ihr Unternehmen muss mindestens einen sozialversicherungspflichtigten Beschäftigten haben und mindestens seit fünf Jahren existieren.

Natürlich gibt es noch jede Menge weiterer Förderprogramme für Unternehmen. Wir wollen diese jedoch nicht weiter vertiefen, sondern anhand des obigen Beispiels aufzeigen, dass der Staat durchaus auch kleinen und mittelständischen Unternehmen hilft, Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Leider jedoch nehmen viele Unternehmen diese große Chance aus Unkenntnis nicht wahr.

Bitte beachten Sie, dass sich die Rahmenbedingungen von Förderprogrammen ändern können. Dieser Artikel kann deshalb lediglich als Informationsbasis dienen. In jedem Fall sollten Sie zunächst ein persönliches Gespräch vereinbaren.

Bildnachweis: Lizenzfreies Bild aus der Datenbank Free PhotosBank

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