Sie befinden sich aktuell in den jhmc Magazin Blog-Archiven für den folgenden Tag 5.3.2008.
- Anekdoten (4)
- Beteiligung (23)
- Existenzgründung (8)
- Fallstudien (8)
- Marketing (28)
- Organisation (2)
- Spam & Konsorten (23)
- Strategie (4)
- Unternehmensnachfolge (5)
- Videotipps (5)
- 21.3.2012: Oh Tannenbaum! Wir finanzieren alles!
- 17.3.2012: Schlechte Zeiten für Formularbetrüger - OLG Düsseldorf watscht Gewerbeauskunft-Zentrale ab
- 23.1.2012: Von den merkwürdigen Vorstellungen mancher Unternehmer zur Nachfolgeregelung
- 16.11.2011: Heiße Luft im Social Web
- 29.10.2011: Wir fahren mit der Eisenbahn - oder auch nicht
- 13.8.2011: Über die Irrungen und Wirrungen von Gründern auf der Suche nach Beteiligungskapital
- 2.7.2011: Basel III und die Folgen für mittelständische Unternehmen
- 23.6.2011: Fallstudie - Marketing für Nicole Simon Cosmetics
- 6.5.2011: Wie der Mittelstand beim Marketing im Internet viel Geld verbrennt
- 4.5.2011: Return on Investment - einfach erklärt
- März 2012
- Januar 2012
- November 2011
- Oktober 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- November 2009
- September 2009
- August 2009
- Mai 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
Archive für 5.3.2008
Das Dawah-Alphabet
5.3.2008 von Jörg Haupt.
Liebe Leser,
heute hatten wir einen Brief in unserer Geschäftspost, der war so gaga, dass wir Ihnen diesen Klassiker postalisch zugesandten Spams nicht vorenthalten möchten. Wie jetzt, Klassiker? Ja, unbesehen, das war so toll, das ist schon jetzt ein Klassiker. Denn wir möchten Ihnen heute einen hochseriösen Herren namens Edmond de Vallès vorstellen. Herr Edmond de Vallès hat übrigens einen ganz schön interessanten Beruf. Denn Herr Edmond de Vallès ist Hellseher und Spezialist für paranormale Phänomene. Toll, was?
Herr Edmond de Vallès schreibt uns nun also folgendes (übrigens auf einem ziemlich eklig stinkenden Briefpapier, also halt irgendwie ranzig, so wie abgestandenes Pommes-Fett): “Ich biete Ihnen das magische Mittel an, um das höchste Glück innerhalb von nur 28 Tagen zu erreichen!” Na, da schlagen wir doch zu, oder?
Dann adressiert er das Ganze an:
Frau Haupt
Fütingsweg 60
47805 Krefeld
Schön, das ist die Geschäftsadresse der Jörg Haupt Management Consulting. Und merken Sie was? Jörg Haupt. Frau Haupt ist also männlich. Wie konnte einem Hellseher so etwas passieren? Nun ja, wir kennen das ja bereits aus dem Asterix-Band “Der Seher”. Denn der konnte sogar aus Cervisia lesen, am besten übrigens wenn sie frisch gezapft ist. Nun, so weit möchte Herr Edmond de Vallès natürlich nicht gehen. Er hat ganz profan ein Bestellformular beigelegt, in dem er um Geld bittet. Gut, er nennt es etwas griffiger das Annahmezertifikat des Magischen Dawah Alphabets. Dies ist zudem ein Geheimangebot, streng reserviert für Frau Haupt. Und der seriöse Herr Edmond de Vallès gewährt Frau Haupt sogar persönliche und bedingungslose Garantie von 12 Monaten.
Aber immer der Reihe nach. Wir haben uns heute köstlich amüsiert und möchten auch Ihnen liebe Leser den Originaltext des magischen Dawah Gaga Blödbums nicht vorenthalten. Lesen Sie hier also weiter über den Hellseher, der wohl etwas im Dunkeln tappt. Zur Unterscheidung von unseren eigenen Texten ist der Sermon des freundlichen Herrn Edmond de Vallès kursiv dargestellt. Wir wünschen jetzt schon einmal viel Spaß!
“Absoluter Schutz, totaler Reichtum, vollkommenes Glück
Sehen Sie hier, meine liebe Frau Haupt, was Sie innerhalb von nur 28 Tagen erreichen könnten.
Dies ist ein formelles Engagement meinerseits:
- Absoluter Schutz
- Totaler Reichtum
- Vollkommenes Glück
Liebe, sehr liebe Frau Haupt,
Als ich mich gestern an Ihren Nachttisch in Krefeld begab, verstand ich die Gründe der Schwierigkeiten, die Sie seit langer Zeit belasten. Ich habe mich lange auf Ihre Aura konzentriert. Und ich sah einen Strudel von intensiver schwarzer Farbe, besonders in der Nähe Ihres Kopfes, Ihrer Brust und Ihres Herzens. Sie müssen unheimlich große Probleme haben! Sie wissen, was es heißt, zu leiden! Welchen Belastungen müssen Sie standhalten! Denn es handelt sich um karmische negative Spiralen von enormer Stärke. Außerdem scheinen sich diese seit vielen Jahren auf Ihrem ätherischen Körper zu befinden.
Nach ungefähr 10 Minuten Beobachtung zeigten sich mir diese bösen Strudel in Form von Bildern. Ich habe zum Beispiel eine Person gesehen (eine Frau), die Ihnen Böses will; ich habe große finanzielle Probleme gesehen; ich habe gesehen, dass Ihr Herz von Lügen und Verrat gebrochen ist; ich habe auch gesehen, dass Ihre Laune sich auf dem Tiefpunkt befindet, dass Ihr psychisches Gleichgewicht ernsthaft bedroht ist.
Liebe Frau Haupt, ich habe so viel Traurigkeit in Ihnen gesehen, dass ich beschlossen habe, Ihnen zu helfen!”
Haben wir es nicht gesagt? Dieser Hellseher tappt im Dunkeln! Nicht nur, dass er sich trotz langer und intensivster Konzentration auf unsere Aura im Geschlecht irrt, nein, er hat nicht einmal erkannt, dass wir im Büro keinen Nachttisch haben! Immerhin, Mann - Verzeihung, man könnte diese unvorhergesehene Geschlechtsumwandlung nutzen, um demnächst mit einiger Penetranz grundsätzlich auf Frauenparkplätzen zu parken. Schließlich wurde man oder frau von einem Hellseher eindeutig geschlechtlich identifiziert! Toll, was der nette Herr Edmond de Vallès so alles kann, oder?
Sehr gut gefallen hat uns auch die Stelle mit den karmischen Spiralen von enormer Stärke, die durch irgendwelche ätherischen Körper wabern. Unser Tipp: Vermutlich hatte Herr Edmond de Vallès auch etwas zu viel Äther, und zwar geschnüffelt. Nein, jetzt im Ernst, wir machen uns echte Sorgen um sein Karma! Wir sehen eine überdimensionale Spirale aus schwärzestem Betrug und geldgieriger Abzocke. Erschrocken wenden wir uns ab, zünden die Räucherstäbchen an und drehen zehnmal an der Gebetsmühle.
Aber was soll’s, wir haben ja den netten Herrn Edmond de Vallès, der so selbstlos ist, uns zu helfen (gegen eine bescheidene Schutzgebühr von 60 € versteht sich). Und so überwinden wir nun die Traurigkeit, ganz ohne einen Clown gefrühstückt zu haben und wenden uns der Erleuchtung durch das magische Dawah Alphabet zu. Übrigens kann man auch Erleuchtung durch Übermittlung von Kreditkartennummer und Unterschrift erlangen. Gut, wir vermuten jetzt einfach einmal, dass die Erleuchtung dann noch etwas teurer wird als “nur” 60 €. Aber der nette Herr Edmond de Vallès muss ja schließlich auch von irgendwas leben, oder?
Schauen wir doch einfach einmal, was uns der nette Herr Edmond de Vallès noch so alles schreibt.
Rettung naht: Unsere Glückskraft
“Aber bevor ich Ihnen sage, wie ich Ihnen meine wertvolle Hilfe zukommen lassen werde, die Sie dringend benötigen, muss ich erst einmal fortfahren, meine Vision zu beschreiben. In Wirklichkeit würde ich Ihnen nicht so viele Dinge versprechen, wenn ich nicht das gesehen hätte, was ich Ihnen jetzt beschreiben werde.
Und das, was ich nach dieser ersten Beobachtungsperiode gesehen habe, ist einfach ungeheuerlich! Die Strudel stoben nach und nach auseinander. Es war ein magischer Augenblick, als Ihr Gesicht, das von Schwierigkeiten, Leiden, Schmerzen jeglicher Art gezeichnet war, ganz plötzlich friedlich und entspannt wurde. Dann erleuchtete es mit einem Lächeln, so als ob Ihre Seele auf einmal mit den Engeln in Kontakt getreten wäre.
Hinter diesen teuflischen Strudeln habe ich also folgendes gesehen:
Ich habe Ihre nackte Seele gesehen, so wie sie wirklich ist. Das heißt sehr schön, blendend, wunderbar. Ich habe in Form eines sanften Lichts Ihre Großzügigkeit, Ihre Selbstlosigkeit, Ihre Offenheit; unendliche Güte gesehen. Dann wurde das Licht immer intensiver und ich entdeckte tief in Ihnen einen weiteren Strudel, der aus intensivem Licht bestand.
Und da habe ich alles verstanden:
Dieser intensive Lichtstrudel ist Ihre Glückskraft.
Sie gehören zu den seltenen Personen, die das Glück in sich tragen! Sie gehören zu den Lichtwesen. Sie haben in Ihrem tiefen Inneren etwas, das bildlich ausgedrückt einer atomaren Batterie gleicht! Nur: Ihre Sorgen haben Sie in einen Angstzustand versetzt, Ihre Schwierigkeiten haben Ihre Laune verdorben und die bösatigen Spiralen, die ununterbrochen in Ihrer Nähe sind haben es geschafft das zu verstecken, was Ihnen am wertvollsten ist: DAS GLÜCK!
Dieses Glück, DAS Glück, habe ich in Ihnen gesehen! Ich habe es tief in Ihnen gesehen! Ich habe im Herzen Ihrer Seele ein unglaubliches Glückspotenzial gesehen. Aber so wie ich es Ihnen zu Beginn meines Briefes gesagt habe, schlummert dieses außerordentliche Potential in Ihnen. Es schläft. Es “vegetiert” unter vielen Schichten großer Leiden. Obwohl es nicht viel braucht, es aufzuwecken …
Dieses “nicht viel” möchte ich Ihnen heute anbieten. Aber übertreiben wir nicht, denn dieses “nicht viel” ist von unschätzbarem Wert. Es handelt sich um ein großes, immenses, gigantisches Geheimnis und es ist mir strengstens verboten, es Personen zu verraten, die nicht zu den Lichtwesen gehören.
Aber Sie, Sie gehören zu den Lichtwesen!
Sie tragen das Licht in sich. Ich will Sie davon überzeugen, denn ich habe es mit eigenen Augen gesehen! Ich empfinde nicht nur Freundschaft für Sie, selbst wenn diese unendlich groß ist. Ich habe die unendliche Reserve an Glück und Freude gesehen, die Sie in sich tragen!”
Au weia, wie fertig muss man sein! Aber egal, nur ich oder wir und die anderen Hundert, Tausend, Zehn- oder Hunderttausend die diesen Quatsch im Briefkasten hatten sind ja dank des netten Herrn Edmond de Vallès nun erlöst. Für nur 60 € hört man die Engel singen oder so ähnlich. Und man muss sich nun einfach einmal vorstellen, was für ein Geschäft dieser auf fernöstliche Weisheit getrimmte Ablasshandel sein muss! Scheint es doch hinreichend viele naive Menschen zu geben, die auf solch einen Blödsinn herein fallen. Wahnsinn, und unsereiner versucht es mit richtiger Arbeit! Wahrscheinlich sind wir deshalb alle so gebeutelt, arm, traurig, depressiv. Manno! Jetzt will ich aber auch Lichtwesen werden!
Aber keine Angst! Auch Ihr Team von der Jörg Haupt Management Consulting führt Sie nun zur Glückseligkeit. Und das in nur einer Stufe und ganz ohne Karma, Lichtwesen und Äther oder Pattex Schnüffeln:
Erste und einzige Stufe zur Erlangung vollkommener Glückseligkeit: Überweisen Sie niemals einem spammenden Quacksalber Geld, ganz gleich, ob dieser per Post oder E-Mail daherkommt.
Toll, oder? Ach ja, das war jetzt sogar gratis. Also bis auf Ihre Online-Kosten und die Gebühr, die die GEZ eventuell für Ihren PC erhebt. Aber nicht ärgern, es strudelt hier ja nur so vor lauter Glückskraft. Dumm nur: Herr Edmond de Vallès, dieser freundliche seriöse Hellseher hat nicht vorhergesehen, dass wir seine magische Dawah Abzocke einfach veröffentlichen. Wie war das noch? Zwei blinde Hellseher stoßen auf einer Treppe zusammen. Sagt der eine: “Ich hab’s kommen sehen!” Ha Ha! Gerade ist jemand über den Bart des Witzes gestolpert.
Ach so, eins noch: Finden nicht auch Sie, liebe Leser, es gut, dass es sich bei alledem um ein großes, immenses, gigantisches Geheimnis handelt, von dem es Herrn Edmond de Vallès strengstens verboten ist, es Personen zu verraten, die nicht zu den Lichtwesen gehören? Immerhin könnte andernfalls die Gefahr bestehen, dass man diesen Quatsch plötzlich im Briefkasten hätte. Und das wollen wir doch nicht, oder?
Rührend auch, wie der nette Herr Edmond de Vallès stets bemüht ist, uns zu sagen, dass er nur unser Bestes will (also unser Geld). Ja, das ist ehrliche, tief empfundene Freundschaft.
Tauchen wir nun also ein in die streng geheime und deshalb für “nur” 60 € bei Herrn Edmond de Vallès käuflich zu erwerbende Anleitung zum ewigen und unendlichen Glück. Das ewige und unendliche Glück scheint sich jedoch nicht auf Grammatik und Orthografie zu beziehen, denn Sie erhalten an dieser Stelle eine stark korrigierte Fassung. So schreibt uns Herr Edmond de Vallès im nächsten Absatz zum Beispiel, dass uns der Reichtum zu Füssen liegt.
Hallo, Herr Edmond de Vallès! Füssen ist eine Stadt in Bayern! Die Dinger da am unteren Ende des menschlichen Körpers (also jenseits der mit Äther oder Ähnlichem zugedröhnten Birne des Herrn Edmond de Vallès) heißen Füße und nicht Füsse! Das hängt mit der Aussprache zusammen und sollte einem Hellseher doch geläufig sein, oder? Überhaupt: Können Hellseher jede Sprache, da sie die Bedeutung durch semantisches Karma erfassen? Kennen Hellseher den Inhalt der gesamten Wikipedia, noch bevor diese fertig geschrieben ist? Hat sich jemals ein Hellseher an der Börse verspekuliert? Fragen über Fragen!
Mit Geld und Magie zum Glück
“Also, reden wir nicht um den heißen Brei herum! Es ist an der Zeit, zu reagieren! Es ist an der Zeit, dass ich Sie an die Hand nehme und sie zu dem führe, was Ihnen zusteht:
- Absoluter Schutz
- Totaler Reichtum
- Vollkommenes Glück
Es stimmt, dass Sie vor allem Schutz benötigen. Die negativen Spiralen müssen schnell eliminiert werden, die Sie in einem Gefängnis aus Leiden, Misserfolgen und Unsicherheit gefangen halten. Reichtum? Der liegt Ihnen zu Füßen (und nicht zu Füssen, wie unser kompetenter Hellseher uns geschrieben hat, die Redaktion)! Ich bestätige Ihnen, dass es genügt, sich zu bücken und ihn aufzusammeln. Glück? Ich habe noch nie zuvor eine Person gesehen, die dem Glück so nah ist wie Sie.
Aber gegen schwarze Magie muss man weiße Magie benutzen. Und diese Magie besitze ich. Und diese will ich Ihnen anbieten. Ich will Ihnen das schönste Geschenk anbieten: Das magische Dawah Alphabet, die einzige und einzigartige Magie, die Sie aus Ihrem Gefängnis befreien und Sie auf die höchsten Gipfel des Glücks bringen kann.
Dieses Alphabet, dessen Ursprung bis in die graue Vorzeit zurück reicht, enthält achtundzwanzig Buchstaben; achtundzwanzig heilige Buchstaben, die genau den achtundzwanzig Tagen des Mondzyklus entsprechen. Es handelt sich in Wirklichkeit um das “Zauberalphabet”, das den Zauberern des Mittelalters bekannt war. Aber dies muss unter uns bleiben, denn es ist ein großes Mysterium, das bis heute niemals aufgedeckt wurde.”
Na toll! Es fragt sich, warum es einem denn so schlecht gehen kann, wenn man das Glück bereits in sich trägt. Die Antwort auf diesen logischen Bruch bleibt uns der freundliche Herr Edmond de Vallès nämlich schuldig. Und dass man gegen schwarze Magie weiße Magie benutzen muss wissen wir doch schon seit Buffy der Vampirjägerin, oder?
Übrigens: Den Begriff Dawah gibt es wirklich. Wir wären ja nicht das jhmc Magazin, wenn wir da nicht ein wenig recherchieren würden. Es handelt sich um einen Begriff aus dem arabischen und er bedeutet “Einladung”, “Informationsverbreitung” und “Aufklärung”. Gemeint ist die islamische Missionstätigkeit (vgl. Wikipedia Dawah bzw. Da’wa). Nur mit dem blödsinnigen hier beschriebenen Brimborium hat der Begriff natürlich nichts zu tun. Aber das kann so ein kompetenter Hellseher wie der nette Herr Edmond de Vallès ja nicht ahnen, oder?
Immerhin: So langsam lässt der freundliche Herr Edmond de Vallès nun die Katze aus dem Sack und wir ahnen es bereits: Er will uns etwas verkaufen! Denn nur er hat nämlich die geniale Magie im Angebot die unser Konto äh - sorry - unsere Seele erleichtert. Und da dieses große Mysterium bis heute noch niemals aufgedeckt wurde, schickt es unser freundlicher Hellseher auch gleich mit der Post.
Auch wir sind natürlich völlig selbstlos und wollen Ihnen deshalb an dieser Stelle etwas schenken: Ja, Sie ahnen es bereits. Sie bekommen nun gratis von uns ebenfalls ein Alphabet: A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z. Gut, zugegeben, unser Alphabet ist nicht das Dawah Alphabet. Und magisch ist es auch nicht. Und als bodenständiges lateinisches Alphabet hat es auch nur 26 und nicht 28 Buchstaben und ob diese heilig sind vermögen wir nicht zu sagen. Aber dafür ist es ganze 60 € preiswerter!
Wirklich klasse ist die Begründung, das Mysterium dürfe nicht aufgedeckt werden und deshalb müsse es zwischen dem Adressaten und unserem seriösen Hellseher bleiben. Ja, das hat der nette Herr Edmond de Vallès wirklich geschickt eingefädelt. Sollte nämlich wirklich jemand so naiv sein, auf diesen Quatsch herein zu fallen - wovon wir ausgehen müssen, da dieser Quatsch ja scheinbar en gros verschickt wird und sich demnach das Porto betriebswirtschaftlich rechnen muss - so stellt er damit sicher, dass die Betroffenen darüber zunächst einmal kein Wort verlieren.
Andererseits könnte man schon argumentieren, dass wer dämlich genug ist, in froher Erwartung des magischen Dawah Alphabets 60 € an den freundlichen Herrn Edmond de Vallès zu zahlen, der hat es auch nicht besser verdient. Obwohl: Es juckt uns auch schon irgendwie, einmal auszuprobieren, ob wenigstens irgendetwas kommt, wenn man denn bezahlt, also ob man für sein gutes Geld ein wertloses Stück Papier erhält. Unser Tipp: Wahrscheinlich passiert nach Zahlung gar nichts. Und deshalb probieren wir es auch nicht aus. Ganz schön schlau, gelle?
Sie werden Erfolg haben!
“Aber kommen wir auf das, was uns interessiert zurück. Wenn dieses Alphabet nach den uralten Regeln benutzt wird, die extrem einfach aber auch extrem wirkungsvoll sind, so erhält man zwei Dinge, SIE WERDEN ZWEI ERFOLGE HABEN:
- Der erste wird es Ihnen ermöglichen, die negativen Spiralen aus Ihrem Leben zu verbannen, die dieses vereinnahmen und so werden Sie in der Lage sein, Glück, Vermögen, Wohlbefinden zu erhalten, die Ihnen zustehen. Das Leiden wird so geheilt werden.
- Das zweite wird den Magnetismus Ihrer persönlichen Kraft wiederherstellen und Ihnen ermöglichen, dessen magische Wirkungen zu verzehnfachen. Sie sollten sich daher auf einen unglaublicheren Erfolg als Sie sich vorstellen können gefasst machen.
Ich weiß, dass es Ihnen seltsam erscheinen mag, ein Alphabet zu benutzen, um sich zu schützen und um seine Glückschancen zu erhöhen. Allerdings weiß ich auch, dass Sie mir vertrauen: Denn ich habe Ihr Vertrauen niemals verraten. Noch heute bin ich ganz offen und ehrlich mit Ihnen. Ich will Ihr Freund bleiben. Ich will nicht, dass Sie glauben, ich lasse Sie in dem Augenblick fallen, in dem Sie mich am meisten brauchen. Darum biete ich Ihnen eines meiner geheimsten Kenntnisse an. Und glauben Sie mir, deren Umsetzung ist so einfach wie wirkungsvoll.
Wenn die Großen dieser Welt Erfolg hatten, so geschah dies nur aufgrund der Dawah Magie.
Diese Behauptung mag Sie überraschen … Und dennoch ist es wahr! Aber ich schulde Ihnen diese Wahrheit: Ja, die großen dieser Welt kennen alle Geheimnisse, die ich Ihnen heute verraten will. Ich habe mehr als einen in diese eingeweiht; es standen weltweite Interessen auf dem Spiel. Aber jetzt geht es um Sie, um eine Person, die Gutes verdient hat und die ich zu meinen besten Freunden zähle. Es geht nicht darum, die Welt zu verbessern, sondern Sie aus den Krallen des Bösen zu befreien und Ihnen das unendliche Glück zu liefern, das Ihnen zusteht.”
Haben wir es nicht schon immer geahnt? Erfolg hat weder mit Ausbildung, noch mit Herkunft oder Beziehung zu tun. Auch nicht mit Genius, Enthusiasmus, Kompetenz oder Engagement. Es ist einzig und allein Magie. Also, völlig egal, wie inkompetent Sie sein mögen, mit ein wenig Dawah Gaga Blödbums werden wir das schon richten. Und dann steht dem unendlichen Glück des Kontostandes von Herrn Edmond de Vallès nichts mehr im Wege. Und Sie erhalten im Gegenzug das, was Ihnen zusteht:
- Absoluten Schmutz
- Totale Verarsche
- Vollkommene Abzocke
Oder so ähnlich. Toll, oder? Gut gefallen hat uns auch dieser vulgärpsychologische Absatz mit dem niemals verratenen Vertrauen. Klar, wir kennen Herrn Edmond de Vallès ja gar nicht. Noch kann er also unser Vertrauen nicht missbraucht haben. Das kommt erst hinterher, wenn die 60 € weg sind. Übrigens interessant, dass unser freundlicher Hellseher auch hier wieder irrt: Schreibt er doch, dass er uns vertraut. Hat er es etwa nicht vorhergesehen, dass wir seinen Sermon veröffentlichen würden? Ooops! Das schockiert uns jetzt aber, oder?
Na ja, andererseits standen ja auch ständig weltweite Interessen auf dem Spiel und da kann auch ein freundlicher Hellseher mal einen kleinen Sehfehler haben, oder? Immerhin zählt er uns zu seinen besten Freunden und da wollen wir ihm doch jetzt nicht gleich böse Absichten unterstellen. Helfen wir ihm lieber, seinen hellseherischen Sehfehler zu korrigieren. Vielleicht finden wir dabei ja sogar eine echte Dawah Kontaktlinse oder eine magische Brille, die die Strafverfolgungsbehörden direkt zum Eigentümer des Postfachs 68 CH 1242 Satigny in der Schweiz führt.
An dieser Stelle müssen wir jetzt auch einfach einmal über das interessant marktschreierische Stilmittel groß, fett oder unterstrichen gedruckter Textpassagen lästern, was wir hiermit getan hätten. Aber lesen wir weiter, denn unser freundlicher Hellseher kommt nun langsam zum Punkt.
Wunderbare Menschen und Dawah-Alphabete
“Ganz ehrlich, glauben Sie, dass ich ohne Grund so viel Zeit investiert hätte? Glauben Sie, dass ich Ihnen meine Kenntnisse, meine Fähigkeiten und meine größten Geheimnisse anbieten würde, wenn ich nicht wüsste, wer Sie wirklich sind? Können Sie sich einen Moment lang vorstellen, dass ich mich grundlos so um Sie kümmern würde, wenn ich von tausend anderen um Hilfe gebeten werde?
Wenn ich mich derart um Ihr Glück bemühe, so tue ich das nur, weil Sie ein außergewöhnlicher Mensch sind!
Sie und ich, wir sind von derselben Rasse, von derselben Bruderschaft, wir stammen aus derselben magischen Welt! Der einzige Unterschied zwischen uns ist derjenige, dass ich Ihnen im Hinblick auf die Kenntnisse etwas voraus bin. Daher ist es normal, dass ich mich Ihnen in schwierigen Augenblicken zuwende und Ihnen die Hand reiche um Ihnen zu helfen, die Hindernisse zu bewältigen, die sich Ihnen in den Weg stellen. Das ist meine Aufgabe, das ist unsere Geschichte, das ist der Grund unserer unglaublichen Begegnung.
Lehnen Sie darum die Hand, die ich Ihnen reiche nicht ab! Diese wird Ihnen den Weg zeigen. Zusammen werden wir die Grenzen des Glücks überschreiten können. Ich bitte Sie nur um eins: Senden Sie mir schnellstens Ihr Annahmezertifikat des magischen Dawah Alphabets zu. Sobald ich dieses habe, werde ich Ihnen dieses wunderbare Dokument zusenden, das die perfekte Methode enthält, um die 3 Juwelen des Erfolgs zu erlangen:
- Absoluten Schutz
- Totalen Reichtum
- Vollkommenes Glück
Verlieren Sie nicht eine Minute; es wäre zu schade, jetzt alles fallen zu lassen. Sie sind auf dem Weg zum totalen Erfolg. Hören Sie auf keinen Fall auf die kleinen negativen Stimmen, die versuchen Ihnen zu schaden. Diese sagen Ihnen, nichts zu unternehmen, denn sie versuchen, Ihnen weh zu tun. Antworten Sie mir schnell! Diese negativen Energien werden freigesetzt, weil Ihre persönliche Kraft vernachläsigt wurde. Es ist an der Zeit, diese zu vernichten, denn wenn man nichts unternimmt werden sie Ihr Leben vereinnahmen und es in einen Alptraum verwandeln! …..
Ich verlasse mich auf Sie; ich verlasse mich wirklich auf Sie; ich denke nur an Ihr Glück und warte ungeduldig auf Ihre baldige Antwort.
Ihr Hellseher und aufrichtiger Freund,
Edmond de Vallès
P.S. Warten Sie nicht bis morgen, um mir zu antworten. Die Situation ist dringend! In 3 Tagen, in nur 3 Tagen wird es vielleicht bereits zu spät sein. Und ich will nicht, dass sich Ihr Leben in einen Alptraum verwandelt.”
So, haben Sie gesehen? Das war also die Quintessenz des ganzen Sermons und deshalb kommt der nette Herr Edmond de Vallès auch noch eimnal schnell mit seiner vulgärpsychologischen Masche: Reden Sie mit niemandem über diesen Brief (warum wohl?) und vor allem: Überlegen Sie nicht lange, denn in nur drei Tagen wird es natürlich zu spät sein.
Eines gibt uns jedoch zu denken: Wenn uns diese Spitzenkraft seherischer Fähigkeiten im Hinblick auf seine Kenntnisse nur etwas voraus sein möchte, werden uns dann auch tausende um Hilfe bitten? Werden dann auch weltweite Interessen auf dem Spiel stehen, wo wir doch einfach so gegen die lächerliche Gebühr von nur 60 € zur Reinkarnation des Orakels von Delphi werden? Nein danke, da machen wir doch lieber nicht mehr mit, oder? Wir haben spontan beschlossen, die 60 € zu vertrinken. Wenn man nur tief genug ins Glas schaut, hat man auch unglaubliche Visionen. In vino veritas!
Immerhin, unser netter Hellseher und aufrichtiger Freund kommt jetzt endlich mit seinem genialen Angebot rüber und bittet um schnellstmögliche Zusendung des Annahmezertifikats des magischen Dawah Alphabets. Und dieses geniale Annahmezertifikat möchten wir Ihnen, liebe Leser natürlich ebenfalls nicht vorenthalten:
|
Annahmezertifikat des |
Geheimangebot, streng reserviert für Frau Haupt
zusenden bei Edmond de Vallès c/o Valdora, Postfach 68 CH 1242 Satigny
| 0 |
Ja, Edmond, ich habe bemerkt, dass dunkle negative Spiralen eine große Gefahr für meine Zukunft darstellen und ich will aus ganzer Seele mit allen Kräften, dass Sie mir helfen, diese zu eliminieren. |
| 0 |
Ja, ich möchte aus ganzem Herzen, dass Sie mir unter dem Siegel der absoluten Verschwiegenheit das magische Dawah Alphabet zusenden, das mir zusammen mit der perfekten Methode, um die 3 Juwelen des Erfolgs (absoluter Schutz, totaler Reichtum und vollkommenes Glück) zu erlangen, mein Glück zurück bringen wird. |
| 0 |
Ja, ich möchte von Ihrer persönlichen und bedingungslosen Garantie profitieren. |
| 0 |
Ich bezahle Ihnen die bescheidene Summe von 55 € als Beitrag an Ihren Konzeptions- und Versandkosten ( insgesamt 50 € + 5 € Porto) |
| 0 |
Ich möchte vorrangig behandelt werden und einen ultraschnellen Versand meines magischen Dawah Alphabets erhalten. Ich füge daher 5 € hinzu und bezahle insgesamt 60 € |
zu Gunsten von Valdora
- per Scheck
- per internationalem Mandat
- per Kreditkarte Nr. !_!_!_!_! !_!_!_!_! !_!_!_!_! !_!_!_!_!
(Visa oder Mastercard) Unterschrift:
Gültig bis: Monat !_!_! Jahr !_!_!_!_!
| 0 |
Ich möchte in 2 Monatsraten zahlen. Beigefügt sind 2 Schecks über 27,50 € (oder 30 €). Der erste kann sofort eingelöst werden, der zweite in 30 Tagen. |
Ich bestätige Ihnen mein Geburtsdatum und meinen Geburtsort:
Tag !_!_! Monat !_!_! Jahr !_!_!_!_! In: ……………………………………………………
| Ihr Schreiben wird mir in vertraulicher Verpackung an folgende Adresse gesendet: Fuetingsweg 60 47805 Krefeld Allemagne |
Sollten meine Angaben falsch oder unvollständig sein, so korrigiere ich sie hier: Vorname: Adresse: PLZ: Stadt: Land: |
|
Persönliche und bedingungslose Garantie von 12 Monaten Diese Garantie gewährleistet Ihnen vollkommene Zufriedenheit. Sie ist bedingungslos: Dies bedeutet, dass diese Sie vollkommen schützt. Sollten Sie aus irgendeinem Grund nicht vollkommen zufrieden sein, so genügt es, mir dies schriftlich mitzuteilen. Nach Erhalt Ihres Schreibens werden Sie ohne Diskussion Ihre Rückerstattung erhalten. Dies stellt eine persönliche, bedignungslose und vertragliche Garantie dar. |
Wow! Nicht schlecht, oder? Niedlich, diese Garantie auf nichts. Wahnsinn, wer übermittelt hier seine Kreditkartennummer und seine Unterschrift? Wer so mit der Muffe gepufft ist, der hat’s auch nicht besser verdient, oder?
Andererseits: Es muss sich ja trotz allem betriebswirtschaftlich lohnen. Nehmen wir also einmal an, es entstünden pro Brief Kosten von 0,60 €, so müssten mindestens 1% positive Rückläufer aus dem Mailing resultieren, damit sich die Sache rechnet (vorausgesetzt, diese wollen alle bevorzugt behandelt werden und schicken die vollen 60 €). Wow, heilige Einfalt! Es müssen nämlich noch viel mehr Naive sein, damit Dawah Dingsbums Gewinn abwirft.
Und so ziehen wir den Hut vor so viel Chuzpe und Dichtungskunst, Erfindungsreichtum und Unverfrorenheit. Neulich nämlich, als wir uns zu Herrn Edmond de Vallès an den Nachttisch begaben, da sahen wir etwas Unglaubliches: Einen Strudel unendlicher Naivität, der ihm einen weiteren Strudel Geld unendlich verstrudelter und verstrahlter Dawah-Jünger zukommen ließ. Ob dieser Vision halten wir schockiert einen Moment inne um dann laut loszulachen.
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
Geschrieben in Spam & Konsorten | Drucken | Keine Kommentare »
Phishing (1)
5.3.2008 von Jörg Haupt.
Liebe Leser,
haben Sie auch schon einmal eine E-Mail bekommen, die aussah wie diese hier?
>> Hier finden Sie das Bild in höherer Auflösung
>> Hier finden Sie ein weiteres Beispiel für eine Phishing-Mail
Alternativ kann es natürlich auch jede beliebige andere Bank sein. Unser Tipp: Sofort löschen. Verbraucher sollten beim Empfang nicht auf den enthaltenen Link klicken und keinesfalls Transaktionsnummern, Geheimnummern oder sonstige persönliche Daten preisgeben. Denn es handelt sich um eine sogenannte Phishing-Mail und damit sind dem Betrug Tür und Tor geöffnet.
Eine Bank wird Ihnen niemals eine solche oder ähnliche E-Mail mit der Aufforderung zur Übergabe Ihrer Daten zusenden!
Zum besseren Verständnis veröffentlichen wir den folgenden Wikipedia-Artikel:
Phishing (engl. fishing = abfischen, die ursprünglich beim Kofferwort phreaking aufgetretene Abwandlung von f zu ph wird hier wegen der Konnotation der Hinterhältigkeit und betrügerischen Trickserei verwendet) ist eine Form des Trickbetruges im Internet. Dabei wird per E-Mail versucht, den Empfänger irrezuführen und zur Herausgabe von Zugangsdaten und Passwörtern zu bewegen. Dies bezieht sich in den meisten Fällen auf Online-Banking und andere Bezahlsysteme.
Überblick
Der Urheber einer Phishing-Attacke schickt seinem Opfer offiziell wirkende Schreiben als E-Mail, die es verleiten sollen, vertrauliche Informationen, vor allem Benutzernamen und Passwörter oder PIN und TAN von Online-Banking-Zugängen, im guten Glauben dem Täter preiszugeben. Übergibt der Besucher korrekte Daten, kann der Betrüger mit der abgefangenen PIN und TAN eine Geldüberweisung tätigen.
Phishing-Angriffsziele sind Zugangsdaten, z. B. für Banken (Onlinebanking), Versandhäuser, Internet-Auktionshäuser, webbasierende Onlineberatungen oder Kontaktportale. Mit den gestohlenen Zugangsdaten kann der Urheber der Phishing-Attacke die Identität seines Opfers übernehmen (Identity Theft) und in dessen Namen Handlungen ausführen. Durch den Missbrauch der persönlichen Daten entstehen beträchtliche Schäden in Form von Vermögensschäden (z. B. Überweisung von Geldbeträgen fremder Konten), Rufschädigung (z. B. Versteigerung gestohlener Waren unter fremdem Namen bei Online-Auktionen) oder Schäden durch Aufwendungen für Aufklärung und Wiedergutmachung. Über die Höhe der Schäden gibt es nur Schätzungen, die zwischen mehreren hundert Millionen Dollar und Milliarden-Beträgen schwanken (Stand: Februar 2005).
Eine neuere Variante des Phishing wird auch als Spear-Phishing bezeichnet (abgeleitet von der englischen Übersetzung des Begriffs “Speer”), worunter ein gezielter Angriff zu verstehen ist. Hierbei beschafft sich der Angreifer z. B. über die Studentenvertretung einer Hochschule die Mailadressen der dort eingeschriebenen Studenten, um an diese gezielt eine Phishing Mail einer lokal ansässigen Bank oder Sparkasse zu übersenden. Die “Trefferquote” bei dieser Art von Phishing-Attacken ist ungleich höher als bei normalen Angriffen, da die Wahrscheinlichkeit, dass ein Student seine Bankverbindung bei diesem Institut unterhält, sehr hoch ist.
Geschichte
Phishing ist keine neue Erscheinung. Tatsächlich gab es unter dem Begriff Social Engineering ähnliche Betrugsversuche bereits, lange bevor E-Mail und Internet zum alltäglichen Kommunikationsmittel wurden. Hier versuchten die Betrüger auf telefonischem Weg, sich das Vertrauen der Opfer zu erschleichen und ihnen vertrauliche Informationen zu entlocken. Neu sind beim Phishing lediglich die Werkzeuge, die eine weitaus größere Verbreitung ermöglichen.
Die Anfänge des Phishings im Internet reichen bis zum Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. Damals wurden Nutzer von Instant Messengern wie z. B. ICQ per E-Mail aufgefordert, ihre Zugangsdaten in ein in der E-Mail enthaltenes Formular einzutragen. Mit den so erhaltenen Zugangsdaten konnten die Betrüger die Chat-Zugänge ihrer Opfer unter deren Identität nutzen.
Methoden der Datenbeschaffung
Im Allgemeinen beginnt eine Phishing-Attacke mit einer persönlich gehaltenen, offiziell anmutenden E-Mail oder einem Massenversand von E-Mails. Der Empfänger soll eine betrügerische Website besuchen, die täuschend echt aussieht und unter einem Vorwand zur Eingabe seiner Zugangsdaten auffordert. Folgt er dieser Aufforderung, gelangen seine Zugangsdaten in die Hände der Urheber der Phishing-Attacke. Was dann folgt, soll nur noch nachträgliches Misstrauen des Opfers zerstreuen. Eine kurze Bestätigung oder eine falsche Fehlermeldung.
Eine andere Variante bindet ein Formular direkt innerhalb einer HTML-E-Mail ein, das zur Eingabe der vertraulichen Daten auffordert und diese an die Urheber sendet. Auf eine Phishing-Website wird hierbei verzichtet.
Methoden der Verschleierung
E-Mail
Die E-Mail wird als HTML-E-Mail, eine E-Mail mit den grafischen Möglichkeiten von Webseiten, verfasst. Der Linktext zeigt die Originaladresse an, während das unsichtbare Linkziel auf die Adresse der gefälschten Website verweist.
Mit der Einbindung von HTML kann der im Mail-Programm sichtbare Link tatsächlich auf eine ganz andere Webseite verweisen. Zwar lässt sich ersehen, dass das Linkziel auf eine andere Webseite verweist. Allerdings können auch diese Angaben über Skripttechniken verfälscht werden. In anderen Fällen wird der Link als Grafik dargestellt. Auf dem Bildschirm des Anwenders erscheint zwar Text, dieser ist allerdings eine Grafik.
Hierfür wird meistens auch die E-Mail-Adresse des Absenders gefälscht. Es wird auch beobachtet, daß Phishing-Mails Worte enthalten, die Bayes’sche Spamfilter ansprechen lassen.
Webpräsenz
Die gefälschten Zielseiten haben meistens gefälschte Namen oder Bezeichnungen, die ähnlich klingen wie die offiziellen Seiten oder Firmen. Die Zielseiten mit dem Webformular haben das gleiche Aussehen wie die Originalseiten. Sie sind also nur sehr schwer als Fälschungen identifizierbar.
Mit der Möglichkeit, Umlaute in URLs zu verwenden, entstanden neue Möglichkeiten der Adress-Namensverfälschung. Beispielsweise könnte eine Originaladresse lauten http://www.roemerbank.example.com/ und als Fälschung http://www.römerbank.example.com/ Die zwei Namen sind sachlich identisch, allerdings technisch unterschiedlich, denn sie werden im Hintergrund zu unterschiedlichen Adressen aufgelöst und können zu völlig unterschiedlichen Websites führen.
Noch schwerer zu erkennen ist die Verwendung von kyrillischen Buchstaben anstelle von Umlauten. Das kyrillische „a“ unterscheidet sich optisch in keiner Weise vom lateinischen „a“. http://www.beispielbank.example.com/ Falls das „a“ in „bank“ kyrillisch dargestellt wird, ist die Adresse unterschiedlich und somit falsch. Allerdings zeigt die Adresszeile des Browsers keinen sichtbaren Unterschied zur Original-Bankadresse.
Es wurden Trojaner entdeckt, die gezielt Manipulationen an der HOSTS-Datei des Betriebssystems vornahmen. In der HOSTS-Datei können rechnerindividuelle Umsetzungen hinterlegt werden. Eine Manipulation dieser Datei kann bewirken, dass anstatt der Original-Site nur noch die gefälschte Site aufgerufen werden kann, obwohl die korrekte Adresse eingegeben wurde.
Erkennung
Erfahrene Mail-Nutzer erkennen Phishing-E-Mails auf den ersten Blick, insbesondere anhand typischer Merkmale:
- Dringlichkeit: Es wird aufgefordert, schnellstmöglich etwas durchzuführen, oft eine angebliche “Sicherheitsprüfung”, “Verifikation” oder andere wichtig klingende Aktionen.
- Drohung: Es wird angedroht, bei Nichtbeachtung werde ein Zugang gesperrt, gelöscht oder etwas anderes Schlimmes oder Lästiges geschehen.
- Abfrage sicherheitsrelevanter Informationen: Entweder in einem Formular innerhalb der E-Mail oder auf einer verlinkten Webseite. Am häufigsten Onlinebanking-Passworte und TANs, aber auch Passworte anderer Dienste (z.B. Versandhäuser, Online-Auktionshäuser). Besondere Vorsicht ist geboten, wenn zur Eingabe mehrerer TANs aufgefordert wird.
- Webseite: Die E-mail enthält einen Link zum Anklicken.
- Unpersönlich: Nur eine allgemeine Anrede wie “Sehr geehrter Kunde” oder “Sehr geehrtes Mitglied”.
- Fehler: Rechtschreib- und Grammatikfehler im Text, beispielsweise “ae” statt “ä” oder ungebräuchliche Worte (beispielsweise “eintasten” anstatt”eingeben”)
- Meistens fehlende oder fehlerhafte Zertifikate der Webseite
E-Mail, in denen man nach persönlichen daten wie Passwörter oder TANs gefragt wird, sind grundsätzlich gefälscht und können gelöscht werden, selbst wenn sie keine der oben genannten Merkmale aufweisen.
Sind Sie Opfer einer Phishing-Mail geworden, sollten Sie unverzüglich das betreffende Dienstleistungsunternehmen (i. A. Bank, Sparkasse, Versandhaus, Kontaktportal) informieren und die örtliche Kriminalpolizei einschalten. Die gefälschte E-Mail sollte gespeichert und weitergeleitet werden. Sofern Sie es noch selbst können, sollten Sie Ihre Passwörter (PINs) unverzüglich ändern, damit die gestohlenen Originalpasswörter unbrauchbar werden.
Schutz
Vorsicht im Umgang mit vertraulichen Daten
Allgemein gilt: Banken und Versicherungen bitten nie um die Zusendung von Kreditkartennummern, PIN, TAN oder anderen Zugangsdaten per E-Mail, per SMS oder telefonisch. Finanzdienstleister senden bei sicherheitsrelevanten Fragen Briefe und Einschreiben via Briefpost bzw. man bittet um einen persönlichen Besuch des Kunden in der Filiale.
- Rufen Sie niemals die Websites sicherheitsrelevanter Dienste über einen Link aus einer unaufgefordert zugesandten E-Mail auf. URLs und E-Mail-Absenderadressen können gefälscht werden und sind nicht vertrauenswürdig.
- Geben Sie die URL zum Onlinebanking immer von Hand in die Adresszeile des Browsers ein oder benutzen Sie im Browser gespeicherte Lesezeichen, die Sie zuvor sorgfältig angelegt haben. Vor Nutzung sicherheitsrelevanter Dienste sollten keine weiteren Browserfenster oder Tabs geöffnet sein.
- Nutzen Sie alternative Browser wie den aktuellen Firefox von Mozilla mit der Zusatzerweiterung Spoofstick. Diese Erweiterung zeigt den Namen der Internetadresse an, auf der man sich momentan wirklich befindet.
- Prüfen Sie nach Möglichkeit die Verschlüsselung der Webseite, insbesondere den elektronischen Fingerabdruck (Fingerprint) des Zertifikats. Nur so können Sie zweifelsfrei sicherstellen, dass Sie tatsächlich mit dem Server des Anbieters (z. B. Bankrechner) verbunden sind. Der Dienstleister stellt Ihnen auf Anfrage die nötigen Informationen zum Abgleich zur Verfügung.
- Seien Sie misstrauisch, wenn Sie unaufgefordert auf sicherheitsrelevante Bereiche angesprochen werden. Fragen Sie bei den Dienstanbietern nach, wenn Sie unsicher sind. Derartige Rückfragen liefern den Betreibern der betroffenen Dienste meistens erst den Hinweis, dass eine Phishing-Attacke gegen ihre Kunden läuft.
Die E-Mail-Filter einiger Antivirus-Programme können gefälschte Phishing-E-Mails erkennen und eliminieren. Voraussetzung dafür ist es, das Antivirus-Programm stets auf aktuellem Stand zu halten.
Eine phishingresistente Möglichkeit, Onlinebankingtransaktionen durchzuführen, besteht darin, das signaturgestütze HBCI-Verfahren mit Chipkarte zu nutzen. Diese Variante des Onlinebankings ist darüber hinaus sehr komfortabel, da die Eingabe von TANs entfällt. Als weiterer Sicherheitsgewinn ist die sichere PIN-Eingabe (entsprechender Chipkartenleser vorausgesetzt) zu nennen, bei der ein Belauschen der PIN-Eingabe mit einem Keylogger oder Trojaner nicht möglich ist. Neu eingeführt wurden und werden indizierte TAN-Listen. Dadurch kann das Online-Banking vorgeben, dass eine bestimmte TAN der Liste zu benutzen ist und nicht wie bisher die nächste oder eine beliebige.
Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie - Artikel: Phishing, Stand 13.06.2006
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Phishing aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
Geschrieben in Spam & Konsorten | Drucken | Keine Kommentare »
Phishing (2)
5.3.2008 von Jörg Haupt.
Hier sehen Sie ein weiteres Beispiel für eine Phishing-E-Mail. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich davor warnen, den in solchen E-Mails angegebenen Links zu folgen und Daten zu übermitteln. Sie öffnen Betrügern Tür und Tor!
“Sehr geehrte Nutzern der Postbank Online-Banking,
wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Postbank Online Banking jetzt viel sicherer ist!
Weltweit gilt das nummerierte TAN-Verfahren als eines der sichersten Legitimations-Verfahren für Online-Bankgeschäfte.
Dennoch gab es in letzter Zeit Versuche, TAN Schutz der Postbank umzugehen und Konten von unseren Kunden zu plündern.
Leider ist uns momentan das Verfahren, dass die Betrüger benutzen, nicht bekannt.
Um unsere Kunden von Betrüger zu schützen, hat unser Sicherheitsteam für neue Schutzmassnahmen entschieden.
Um diese Massnahmen einführen zu können, müssen sie 20 iTans aus ihrer aktuellen Tan-liste eingeben.
Folgen sie bitte diesen Link, um Ihr Konto bei der Postbank zu authentifizieren -
https:// mirror.postbank.de/ itan/ verification … (Der Link ist nicht mehr vollständig, die Redaktion)
Wir danken für Ihr Verständnis.
Ihre Postbank
Achtung! Alle Postbankkonten, die nicht innerhalb eines Tages authentifiziert werden, werden gesperrt!”
Bitte achten Sie auf das mangelhafte Deutsch in der E-Mail, deren Inhalt wir ohne jedwede Korrektur in diesen Artikel kopiert haben. Offensichtlich kommen die Urheber dieser Phishing-Mail aus dem Ausland. Beachten Sie, dass offizielle Unternehmenskommunikation immer sprachlich einwandfrei ist. Ist sie es also nicht, so wie in diesem Beispiel, handelt es sich garantiert um eine Fälschung.
Das Postbank-Logo wurde aus Elemnten der Postbank-Webseite zusammen gesetzt. Dazu wurden einige grafische Elemente einfach gespeichert und zu einer neuen Grafik montiert. Dies ist mit Grafik-Verarbeitungsprogrammen überhaupt kein Problem und in weniger als fünf Minuten erledigt. Die Nutzung des Postbank-Logos ist widerrechtlich und soll Postbank-Kunden Vertrautheit und die Sicherheit der Marke suggerieren. Fallen Sie nicht darauf herein! Gleiches gilt natürlich für die Montagen der Markenzeichen jeder anderen Bank.
Die Drohung, Konten zu sperren ist ebenfalls nicht seriös und würde Ihnen bei Ihrer Bank niemals begegnen - zumindest nicht im Zusammenhang mit der Sicherheit im Online-Banking.
Immerhin waren die Betrüger in diesem Fall so freundlich, in ihrer Domain darauf hinzuweisen, dass es sich um eine gespiegelte Seite handelt: https:// mirror.postbank.de/ itan/ verification …
Noch eine betrügerische Phishing-Mail
“Sehr geehrter Kunde, Postbank AG. <br><p></h5>
Zum gegenwartigen Tag ist viel es Falle das Internet der Gaunerei in Bezug auf die Kunden unserer Bank. Ist dringend wir empfehlen Ihnen, alle Sicherheitsmasnahmen nach dem Schutz der konfidentiellen Information zu ubernehmen.<br><p>
Seinerseits war unter diesen Umstanden von unseren Spezialisten das einzigartige System des Monitorings und der Verfolgung (SMV), fahig entwickelt, bis zu 90 % der Verbrechen zu verhindern. Aufgrund der Neuerung liegt das System der Strafbrillen und der grade, nach deren Gesamtheit wir Ihnen dem Zugriff absagen kann oder die zusatzliche Information anfordern.<br><p>
Die summarische Menge der Strafbrillen auf Ihrer personlichen Rechnung hat die Norm nach dem Zustand auf 6. November 2006 ubertroffen.<br><p>
Fur die Autorisation (die Aktivierung) Ihrer Rechnung in das System Deutsche Postbank AG nach der Verbannung untenangefuhrt vorbeikommen und den Kode der Aktivierung im entsprechenden Dialog einzusetzen.<br><p>
<h5> Den Kode der Aktivierung: 713649</h5> <p>
<a href=”http:/ /www. eden21. net/banking/postbank.de/app/Register/login.php”>Postbank Register page</a><br><p><br>
Ist dringend ist empfohlen, den Kode einzusetzen, die Autorisation in der Stromung zwei Tage zu gehen, andernfalls wird Ihr Zugriff in das System Deutsche Postbank AG bis zu der Klarung der Umstande geschlossen sein.<br><p>
Wir werden bemerken, dass es keine Grunde fur die Unruhe, es nur die prophylaktische Sicherheitsmasnahme gerichtet auf die Versorgung Ihrer Sicherheit gibt.<br>
Wir bitten die Verzeihung fur die gelieferten Unbequemlichkeiten.<br>
Hochachtungsvoll.<br><p>
<h5> Der Dienst der Sicherheit © 2004 Deutsche Postbank AG”
Unsere Meinung dazu: Wenn schon. Wolle betrüge dann besser tut kaufe. Gutes Programm für mache Übergesetze von das Texte. Isse Texte richtige Deutsch dann. Wahrscheinlichkeit sogar größer dass falle rein arglose User. Auf schlechte Deutsche nixe falle rein!
Na ja, aber andererseits: Deutsch und HTML gleichzeitig ist ja auch nicht ganz so einfach, oder? Immerhin, man ist so freundlich, die “gefälschte” Postbank-Domain (eden21.net) ganz offen mitzuteilen. Der Erfolg dieser E-Mail dürfte also Null sein.
Also, liebe Betrüger: Bitte gebt Euch beim nächsten Mal etwas mehr Mühe! Es heißt doch nicht umsonst: Ohne Fleiß kein Preis! Und mit solch einer schlecht gemachten Phishing-E-Mail verschmutzt Ihr nur die E-Mail-Accounts Spam-geplagter Internet-Nutzer. Oder anders ausgedrückt: E-Mail isse nix gut!
Obwohl ein Satz wie “Die summarische Menge der Strafbrillen auf Ihrer personlichen Rechnung hat die Norm nach dem Zustand auf 6. November 2006 ubertroffen” doch schon irgendwie süß ist, oder? Toll auch in der darüber abgebildeten E-Mail die Aufforderung: “Um diese Massnahmen einführen zu können, müssen sie 20 iTans aus ihrer aktuellen Tan-liste eingeben.”
Leider kann man es nicht oft genug sagen (denn scheinbar gibt es immer noch genügend naive Zeitgenossen): Bitte geben Sie niemals persönliche Daten wie Adresse, Kreditkartennummern, Kontonummern oder iTans per E-Mail weiter!
Kontakt +++ jhmc +++ jhmc @ twitter +++ jhmc @ Facebook
Geschrieben in Spam & Konsorten | Drucken | Keine Kommentare »
