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Archive für 28.2.2008

Rip Deals - Ein Erfahrungsbericht

Sehr geehrter Herr Schmitz-Maier-Schulze,

suchen Sie immer noch nach einem Investor? Dann habe ich gute Nachrichten für Sie! - Mit diesem Text wurde einer unserer Kunden per E-Mail kontaktiert. Eine Finanzierung von 350 Mio. € war natürlich überhaupt kein Problem und kontaktiert wurde unser Kunde über den Privatsekretär eines jüdischen Multimillionärs. Nun sollte der Kunde nur noch nach Turin kommen…

Das Schema ist dabei ganz einfach: Kurz vor dem Abflug wird man gebeten, eine größere Summe Bargeld mitzubringen. Diese soll dann mit erheblichen Gewinn in eine andere Währung umgetauscht werden. Meist geht es dabei um Falschgeld oder Schwarzgeld. Die Staatsanwaltschaft spricht in solchen Fällen von sogenannten Rip-Deals bzw. Geldwechselbetrug.

Und so funktioniert das Ganze: Die Betrüger suchen sich Opfer, die entweder einen Investor suchen oder etwas meist sehr werthaltiges wie Boote, Immobilien oder Schmuck zu verkaufen haben. Unter fadenscheinigen Ausreden wird man dann ins Ausland gelockt und - wie oben bereits beschrieben - aufgefordert, eine größere Summe Bargeld mitzubringen. Dieses wird dann im günstigsten Falle gegen Schwarzgeld getauscht (Vorsicht, auch hier machen Sie sich strafbar!). In der Regel handelt es sich jedoch um Falschgeld. Dies ist übrigens auch der Grund, weshalb diese Geschäfte gerne in Italien getätigt werden: Dort ist es nämlich legal, täuschend echt aussehende Banknoten zu drucken, sofern sie mit der Aufschrift “Faksimile” bedruckt sind.

Das Opfer wird also ins Ausland (in der Regel Norditalien) gelockt. Dann wird das Opfer betrogen, indem sein echtes Geld in Falschgeld, zum Beispiel Euro gegen Schweizer Franken, getauscht wird. Als Motivation werden für das Opfer sehr günstige Tauschverhältnisse angeboten. Mitunter werden sogar kleinere Transaktionen mit echtem Geld durchgeführt, um Vertrauen zu gewinnen. Meist sind jedoch nur oben einige echte Geldscheine aufgelegt, darunter befindet sich dann bündelweise wertloses Papier.

Es mag verwundern, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich auf solch dubiose Tauschgeschäfte einlassen. Hier ist scheinbar die Gier größer als der Verstand. Und man sollte nicht glauben, es im Ernstfall mit den Betrügern aufnehmen zu können: Sie werden tausend Tricks anwenden, um an Ihr Geld zu kommen. Außerdem schrecken sie auch vor Gewalt nicht zurück: So berichtet das Deutsche Generalkonsulat Mailand auf seiner Webseite, dass ein Opfer, das sich zur Wehr setzte, von den Betrügern kaltblütig ermordet wurde.

Unsere Erlebnisse mit dem Thema Rip Deals sind übrigens schnell geschildert: Wir hatten einen Kunden, der für ein Projekt auf der Suche nach einer größeren Investitionssumme war. Vor unserer Beauftragung hatte er diverse Kontakte geknüpft und war anscheinend überwiegend an weniger seriöse Geschäftspartner geraten. Aus dieser Zeit stammte ein Kontakt, der interessanterweise zunächst einmal mehrere Monate ins Land ziehen ließ.

Erst nach Ablauf mehrerer Monate setzte er sich erneut mit unserem Kunden in Verbindung. Der Tenor der E-Mail war tatsächlich wie oben beschrieben: “Suchen Sie immer noch nach einem Investor? Dann habe ich gute Nachrichten für Sie!” Klingt schon hochseriös, oder? Na ja wie dem auch sei, unser Kunde leitete betreffende E-Mail an uns weiter und so kamen wir dann mit diesen Herren in Berührung. Denn neugierig wie wir nun einmal sind, haben wir einfach bei der betreffenden Telefonnummer angerufen. Nur theoretisch über Betrüger referieren kann ja schließlich jeder.

Der Kontakt behauptete, der Privatsekretär eines aus Luxemburg stammenden jüdischen Multimillionärs namens Maybach zu sein (den es übrigens nicht gibt, wir können das überprüfen lassen). Zwecks weiterer Informationen und Abwicklung des Geschäfts sollten wir doch bitte nach Turin kommen.

Gut, das war dann natürlich die Stelle, an der wir dem Kunden dringend empfohlen haben, nicht nach Turin zu fahren - was der Kunde auch so sah, denn er hatte schon vorher vergleichbar seriöse Angebote erhalten und kannte das Thema Rip Deals bereits. Insofern konnten wir dem Kunden nicht wirklich etwas Neues berichten. Wir haben dann noch den E-Mail-Verkehr, die Telefonnummern und die (mit an hundertprozentige Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohnehin gefälschten) Namen der Protagonisten an die Kriminalpolizei weiter geleitet.

Und was lernen wir nun daraus? Seien Sie vorsichtig, wenn man Ihnen sagt, dass Geld keine Rolle spielt. Denn Geld spielt immer eine Rolle. Wenn man sich für Ihr Vorhaben bzw. das zu verkaufende Objekt gar nicht oder nur am Rande interessiert, dann ist garantiert etwas faul. Seriöse Investoren werden das Investment immer entsprechend prüfen. Andernfalls sitzen Sie Betrügern auf. Oder waschen Geld für die Mafia. Oder El-Kaida. Oder wen auch immer.

Wir sind nicht die ersten, die mit dem Thema Rip Deals bzw. Geldwechselbetrug in Kontakt kamen. Im folgenden finden Sie deshalb hilfreiche weitere Links zum Thema.

Das österreichische Bundesministerium für Inneres warnte früher auf seiner Webseite vor Geldwechselbetrug und bot einen Artikel im pdf-Format zum Download an. Leider wurde der Artikel wieder entfernt.

Sehr hilfreich war auch die Webseite der Polizei Ravensburg. Neben einer detaillierten Vorgehensbeschreibung fanden Sie hier Fahndungsfotos, verwendete Namen und weitergehende Links. Doch leider scheinen die deutschen Behörden das Thema nicht ganz so ernst zu nehmen wie die Kollegen im Ausland. Seit einem Update ist die Info jedenfalls weg.

Da die Betrügereien in der Regel in Italien stattfinden, warnt auch das Deutsche Generalkonsulat Mailand auf seiner Webseite vor Rip Deals. >> Artikel ansehen

Diese Links sind nur Beispiele. Die Suchmaschinen spucken etliche Treffer zum Thema Rip Deals aus, was zeigt, dass es eine beachtliche Anzahl von Opfern gibt.

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Partnerprogramme (1) - Vertiebslösung im Internet

Affiliate-Systeme oder Partnerprogramme sind internetbasierte Vertriebslösungen, bei denen gewerbliche Anbieter ihren Vertriebspartnern eine Pauschale oder eine erfolgsabhängige Provision vergüten. Die Vertriebspartner sind dabei i.d.R. Betreiber von Webseiten und weiteren Internet-Angeboten, die die Partnerprogramme in ihre Internet-Angebote einbinden. Ein einfaches Beispiel: Folgen Sie diesem Link und kaufen über die sich dahinter öffnende Webseite etwas, so erhalten wir eine Vertriebsprovision.

Und so funktionieren die Partner- bzw. Affiliate-Programme:


SuperClix - das Partner-Programm-Netzwerk

Die grundsätzliche Funktionseise von Partnerprogrammen basiert auf einer Vermittlungsprovision. Die Grafik oben - übrigens ein Werbebanner eines Affiliate-Netzwerks - erläutert dies anschaulich, auch wenn die Begrifflichkeiten von den allgemein üblichen Bezeichnungen abweichen.

Demnach betreiben die Partner eine Webseite, auf der sie Werbemittel gewerblicher Anbieter (oben: “Betreiber”) einsetzen. Dies können Banner, Textlinks, ganze eingefügte Portale oder dergleichen mehr sein. Klickt nun ein Internet-Nutzer auf der Webseite eines Partners auf ein Werbemittel, so erhält der Partner vom gewerblichen Anbieter eine Provision. Zentral gesteuert wird dies i.d.R. von sogenannten Affiliate-Netzwerken (in der Grafik oben das Puzzle-Stück), die als technische Schnittstelle sowohl die Verwaltung als auch die Abrechnung übernehmen.

Als Partner meldet man sich demnach bei einem Affiliate-Netzwerk an. In den Werbemitteln sind Linkcodes enthalten, die einen Klick auf das Werbemittel dem jeweiligen Partner zuordnen.

Es werden diverse Konditionenmodelle unterschieden:

  • Pay per Click: Die Provision wird für einen erfolgten Klick auf das Werbemittel gezahlt. Dieses Provisionsmodell eignet sich z.B. für Internet-basierte Geschäftsmodelle, deren Erfolg von einer hohen Anzahl User abhängt oder auch bei Markteinführungen bzw. kurzfristigen Werbekampagnen.
  • Pay per Lead: Die Provision wird für eine Aktion des Users auf der Zielseite gezahlt, beispielsweise für die Anmeldung bei einem Newsletter. Diese Variante eignet sich z.B. für die Bewerbung erklärungsbedürftiger bzw. beratungsintensiver Produkte.
  • Pay per Sale: Die klassische Verkaufsprovision. Der Partner erhält eine Provision, wenn der vermittelte Kunde Umsatz erzeugt. Vielfach erhalten die Vertriebspartner aus Gründen der Bindung an das Affiliate-System jedoch keine einmalige Provision. Vielmehr herrschen Modelle vor, in denen alle Umsätze innerhalb einer bestimmten Periode vergütet werden - von einigen Monaten bis hin zu Lifetime-Modellen, von denen theoretisch noch die Erben der Vertriebspartner profitieren.
  • Pay per View: Bezahlt wird jede getrackte, d.h. gewertete Auslieferung des Werbemittels.

Daneben herrschen Mischformen der einzelnen Alternativen vor.

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Partnerprogramme (2) - Einsatz durch Unternehmen

Für Unternehmen bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Partnerprogramme einzusetzen. Die erste Möglichkeit ist die Verwendung von Partnerprogrammen auf der eigenen Webseite. So kann es z.B. für ein Hotel durchaus sinnvoll sein, das eigene Angebot durch Buchungsmöglichkeiten für Mietwagen abzurunden. Auf diese Möglichkeit gehen wir in der Rubrik Partnerprogramme (3) - Webmaster ausführlich ein.

Die zweite Möglichkeit ist die Entwicklung eines eigenen Partnerprogramms. Hier sind jedoch einige grundsätzliche Überlegungen anzustellen.

Zunächst einmal: Macht es überhaupt Sinn, ein eigenes Partnerprogramm zu betreiben? Diese Frage hängt im wesentlichen von Ihrer Zielgruppe und der Ausgestaltung Ihres Angebots ab. Generell kann man festhalten, dass Ihr Angebot in die Richtung E-Commerce gehen sollte. Betreiben Sie beispielsweise ein Internet-basiertes Handelsunternehmen kann ein Pay per Sale Programm Ihren Umsätzen ordentlich Auftrieb geben. Weitere Geschäftsmodelle, die den Einsatz von Partnerprogrammen rechtfertigen sind solche, deren Erfolg wesentlich von der Menge der Besucher abhängt, wie z.B. die diversen Web 2.0 Portale.

Grundsätzlich gilt jedoch: Wer ein eigenes Partnerprogramm betreiben möchte, der sollte ein Geschäftsmodell haben, bei dem das Geld zumindest überwiegend auch tatsächlich im Internet verdient wird. Sicherlich werden Sie uns zustimmen, dass z.B. die Webseite der Jörg Haupt Management Consulting für ein Partnerprogramm ungeeignet ist. Dies sieht bei Portalen wie Qype jedoch ganz anders aus.

Sollten Sie dagegen das Internet lediglich zur Bewerbung Ihres Angebotes nutzen, ist die Verwendung von Anzeigen bei Google oder Yahoo sicherlich zielführender, da Ihr Angebot bei passenden Suchanfragen oder aber auf Webseiten mit passendem Kontext beworben wird.

Wichtig ist auch, die sorgfältige Entwicklung eines möglichen Partner-Profils. Denn die wenigsten Händler werden mit einer Baustellen-Seite oder einer pornographischen Partner-Webseite wirklich glücklich sein, da das Image einer Webseite immer auch auf das zu bewerbende Angebot übertragen wird.

Weitere Gestaltungsspielräume gibt es im Rahmen möglicher Anzeigenformate. Vom einfachen Textlink über Banner bis hin zu in andere Webseiten eingebundenen Portalen ist so ziemlich alles möglich. Eine generelle Empfehlung kann hier schwerlich abgegeben werden. Letztlich hängt die Ausgestaltung wiederum von Ihrem Budget und Ihrer Zielgruppe ab.

Auf die Wahl möglicher Konditionsmodelle - z.B. Pay per Click oder Pay per Sale - sind wir bereits an anderer Stelle eingegangen. Auch hier bleibt festzuhalten, dass das Konditionsmodell mit den oben genannten Variablen abgestimmt werden muss.

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Partnerprogramme (3) - Einsatz auf Webseiten

Partnerprogramme auf der eigenen Webseite sind natürlich nicht nur für Unternehmen interessant. Deshalb möchten wir im folgenden einfach von Webmastern sprechen.

Zunächst einmal eines vorneweg: Sie sollten keine Wunder erwarten. Um allein von einer Webseite leben zu können benötigen Sie schon einiges an Traffic. Eine Seite mit lediglich zehn oder zwanzig Besuchern am Tag wird keine echte Alternative für anderweitige Einkommensquellen sein.

Gleichwohl kann man in der Regel mit Partnerprogrammen durchaus ein ordentliches Zubrot verdienen. Betrachten wir einmal den folgenden Fall: Betreiben Sie beispielsweise einen Webshop für hochwertige Damenmoden, kann es durchaus sinnvoll sein, das eigene Angebot mit Socken oder Strumpfhosen zu ergänzen, ohne dabei selbst ein Einkaufsrisiko zu tragen.

Eine andere Möglichkeit wäre ein Informationsportal oder ein stark frequentiertes Forum, bei dem ein Partnerprogramm zumindest einen Teil der Kosten wieder einspielen kann.

Das obige Beispiel mit dem Online-Shop für hochwertige Damenmode hat zudem einen weiteren Aspekt bereits angedeutet: Die Auswahl der Partnerprogramme sollte sich thematisch an den Inhalten Ihres Angebots orientieren.

Suchen Sie sich also die zu Ihrem Angebot passenden Programme aus. Niemand klickt gerne auf wahllos platzierte Banner. Findet das Werbemittel jedoch seine Entsprechung im Seiteninhalt, könnte durchaus ein hinreichendes Interesse geweckt werden.

Ein weiterer Aspekt: Ihre Seite sollte eine echte Domain besitzen. Gehen Sie also regelmäßig davon aus, dass es Ihnen nicht gelingen wird, ein Partnerprogramm beispielsweise auf einer Geocities-Seite oder einem Yahoo-360°-Profil zu platzieren.

Auch Bannerfriedhöfe werden sicherlich nicht zum gewünschten Erfolg führen. Denn niemand schaut sich gerne eine Webseite an, die ausschließlich aus einem Haufen Werbebanner besteht. Wer also glaubt, mit ein paar Werbebannern den schnellen Euro machen zu können und dann auch noch hofft, ausschließlich davon leben zu können, der sollte von seinem Vorhaben besser Abstand nehmen.

Sofern Sie auch unsere anderen Artikel zum Thema Partnerprogramme bereits gelesen haben sind Sie auf die folgende Thematik bereits gestoßen: Werbemittel sind nicht einfach nur mit Bannern gleich zu setzen. Die Auswahl ist vielfältig und geht vom Textlink, der zum Teil in redaktionellen Texten platziert werden kann, über klassische Banner bis hin zur Integration ganzer Portale. Letzteres ist zum Beispiel häufig bei Reiseportalen anzutreffen. Generell gilt: Es kommt - wie immer - auf die richtige Mischung an.

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