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Existenzgründung

Die Geschäftsidee

Ist die Geschäftsidee erst einmal gereift, brennt man bekanntlich, sie in die Tat umzusetzen. Nun muss jedoch erst gesät werden, was irgendwann geerntet werden kann. In der Praxis bedeutet das in der Regel: Es muss eine Finanzierung für das Vorhaben gefunden werden. Und das ist der erste Schritt in Richtung Business-Plan.

Zunächst einmal sollten Sie Ihre Geschäftsidee auf ihre Erfolgsaussichten überprüfen. Denn nicht alles, was zunächst nach einer guten Idee aussieht, hat in der Praxis auch Aussicht auf Erfolg. Seien Sie also erhrlich zu sich selbst! Ist Ihr Vorhaben überhaupt realistisch?

Dazu möchten wir Ihnen eine kleine Geschichte erzählen, die wir so selbst erlebt haben:

Bei uns meldete sich eine Gründerin, die ein Geschäft für frische Kräuter eröffnen wollte. Auf unsere Nachfrage, wie sie auf diese Geschäftsidee komme sagte sie, dass sie gerne koche und dazu eben auch gerne frische Kräuter verwenden würde. Aber Hand auf’s Herz: Gibt es dafür einen Markt? Spielen wir das einmal durch: Die Gastronomie kauft im Großhandel, immer mehr Haushalte greifen auf die sogenannten Convenience-Produkte zurück – wie viele Kunden bleiben da wohl noch? Und was werden die wohl für einen Strauß Petersilie bezahlen?

Andererseits könnte es natürlich durchaus sein, dass ein spezieller Shop an einem angesagten Standort der Renner wäre. Dann vielleicht noch ein professioneller Web-Shop dazu – Sie sehen, es ist nicht immer ganz einfach, hier eine verbindliche Antwort zu geben.

Fragen Sie sich also selber einmal: Würde ich mich so verhalten, wie ich es von meinen Kunden annehme? Oder würde ich mein Produkt oder meine Dienstleistung meiner Frau, meinen Eltern, meinen Freunden usw. empfehlen?

Gut, zugegeben: Manche Geschäftsideen sind schon etwas komplizierter. Aber die Mehrzahl der Gründungen ist doch eher klassisch und nicht unbedingt Biotech, oder? Wenn Sie also die oben gestellte Frage, ob Sie Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung auch Verwandten und Bekannten empfehlen würde mit „ja“ beantworten konnten, dann sollten Sie frisch ans Werk gehen. Bei komplexen Gründungen gilt: Bitte verzichten Sie nicht auf detaillierte Marktstudien. Im Wesentlichen können Sie aber das folgende Prüfungsschema anlegen.

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Zur Absicherung sollten Sie in der Prüfungsphase externen Rat einholen. Dabei sollten Sie bedenken, dass Warnungen nicht immer nur als Miesmacherei zu verstehen sind. Vielmehr sind es Aufforderungen, nach brauchbaren Lösungen zu suchen, denn es ist immer besser, eine Lösung für ein nicht auftretendes Problem zu haben als eine fehlende Lösung für ein akutes Problem.

Also: Reden Sie mit Ihren Eltern, Ihren Freunden, Ihrem Partner. Fragen Sie sich, was Sie besser machen können als der Wettbewerb (den es bei fast jedem Gründungsvorhaben bereits gibt). Fragen Sie sich, wer überhaupt Ihre Wettbewerber sind und welche davon für Sie relevant sind. Ein Handwerksbetrieb aus Hamburg wird einem Handwerksbetrieb in München eher nicht in die Quere kommen – bei Biotech- oder IT-Unternehmen oder auch bei einer Reederei kann die Sache bereits völlig anders aussehen. Wichtig auch: Überlegen Sie im Vorfeld, wer Ihre Kunden sind.

Grundsätzlich gilt: Je komplexer Ihr Vorhaben ist, desto eher sollten Sie einen Unternehmensberater konsultieren. In jedem Fall sollten Sie Ihre Vision einmal mit einem Steuerberater diskutieren. Achten Sie darauf, dass der Berater keine Standardlösungen „abspult“. Denn jedes Unternehmen und jedes Gründungsvorhaben ist individuell zu getrachten. Das Letzte, was Sie brauchen können ist ein Fachvortrag oder ein Lehrbuch. Achten Sie darauf, dass der Berater sich verständlich ausdrückt. Fachchinesisch mag zwar kompetent klingen, hilft Ihnen aber nicht weiter, wenn Sie den Inhalt nicht verstehen. Oft verbirgt sich dahinter lediglich alter Wein in neuen Schläuchen. Und: Das erste Gespräch mit einem seriösen Berater ist in der Regel kostenlos.

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